Heimatverein sucht Schaltkästen-Sponsoren
Geschichte für unterwegs

Greven -

Der Heimatverein beklebt Schaltkästen. Mit Bildern und Geschichten. Jetzt sind Sponsoren gefragt.

Dienstag, 27.03.2018, 11:03 Uhr

Ernie Huesmann, Herbert Runde und Klaus Roth in der alten Post. Sie bereiten die historischen Texte und Bilder für die Schaltkästen in der Stadt vor.
Ernie Huesmann, Herbert Runde und Klaus Roth in der alten Post. Sie bereiten die historischen Texte und Bilder für die Schaltkästen in der Stadt vor. Foto: Günter Benning

Die ersten beiden sind schon beklebt. Am Ende sollen es 25 Schaltkästen im Stadtzentrum sein, die Grevens Lokalgeschichte spiegeln. „Die Pläne für die Kästen drei bis sechs sind ziemlich fertig“, sagt Ernie Huesmann vom Heimatverein in der Alten Post. Das Projekt des Vereins soll zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: An alte Gebäude erinnern und unästhetische Kästen aufhübschen.

Am Marktplatz kann man an zwei Schaltkästen bereits sehen, was die Heimatforscher ausgegraben haben. Man sieht die alte Stadtvilla Schründer, in der heute unter anderem das Mandala und das Portale residieren. Daneben ein Bild von 1932 mit dem Café Bücker, aus dessen Erkerfenster das Marktgeschehen begutachtet werden konnte. Heute steht davon kein Stein mehr.

Dafür klebt das Bild mit informativem Text als wetterfeste Folie auf einem Kasten neben Tchibo. Etwas bücken muss man sich schon, um alles zu lesen, dafür erhält der Betrachter auf kleinem Raum historische Details, Kartenmaterial und Fotos von dem jeweiligen Ort.

Natürlich, damit sich die Aktion auf alle städtischen Schaltkästen und die von den Stadtwerken ausweiten kann, werden noch Sponsoren gesucht. Logo und Namen können auf den Seiten der Kästen verewigt werden. Heimatvereinsvorsitzender Herbert Runde setzt darauf, dass der ein und andere schon deshalb einsteigt, um seinem alten Familienhaus ein Denkmal zu setzen.

Die Folien können übrigens erst im Frühjahr angebracht werden, im Winter hält der Kleber nicht. Und sollte einmal doch ein Aufkleber zerstört oder unansehnlich werden, kann man ihn leicht ersetzen. Das ist mit eingeplant.

Herbert Runde: „Wenn es klappt, können wir in diesem Jahr vielleicht ein Dutzend Folien fertigstellen.“ Gleichzeitig denkt man im Verein darüber nach, mit den Bildern und Texten, die von Klaus Roth verfasst wurden, auch einen Kalender herzustellen.

Erste Anfragen gibt es bereits aus Schmedehausen, aber Runde könnte sich auch vorstellen, die Aktion auf Reckenfeld auszudehnen. Wobei sich manchmal allerdings noch die Suche nach historischen Bildern als schwierig herausstellt: „Wir suchen krampfhaft nach alten Fotos.“

Überhaupt setzt der Heimatverein auf die Bürger. Einerseits, um mögliche Fehler auf den Schaltkästen zu korrigieren. Wer Falsches entdeckt, sollte es mitteilen, denn die Folien kann man korrigieren. Außerdem gibt es manche Archivalien, die nur in schlechtem Zustand vorhanden sind. Zum Beispiel ein Foto des Lebensmittelgeschäfts Weyl, ein Grevener Jude: „Da gibt es nur ein verknülltes Bild. Vielleicht besitzt jemand ein besseres Exemplar“, hofft Runde.

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