THW-Jugend sammelt Müll
Der Straßengraben als Mülleimer

Greven -

Mehr als 20 Säcke Müll auf nur 3,5 Kilometern in nur einem Jahr: Entlang der Hüttruper Straße nutzen offensichtlich immer wieder Verkehrsteilnehmer aller Couleur den Straßengraben als Mülleimer. Zum bereits vierten Mal rückte jetzt die THW-Jugend an – mit prominenter Hilfe.

Montag, 23.04.2018, 08:04 Uhr

Unglaublich, wie viel Müll die Helfer der THW-Jugend aus den Gräben rechts und links der Hüttruper Straße fischten.
Unglaublich, wie viel Müll die Helfer der THW-Jugend aus den Gräben rechts und links der Hüttruper Straße fischten. Foto: keb

Überall sattes Grün, hohes Gras und tiefe Gräben: Nicht nur im Vorbeifahren macht die Hüttruper Straße einen beinahe idyllischen Eindruck. Ländlich, münsterländisch, natürlich – doch der Schein trügt. Denn die Piste Nummer eins für den Weg zum Flughafen Münster/Osnabrück muss permanent als Müllkippe für all das hinhalten, was nach dem Verzehr von Lebensmitteln im Auto, im Nutzfahrzeug oder gar im Fahrradkorb keinen appetitlichen Eindruck mehr macht.

Drei Mal sind die Mitglieder der THW-Jugend bereits ausgerückt, um diese eine Straße, von der Kreuzung B481 „Emsdettener Damm“ und dem Grünen Weg bis zur Abzweigung Hüttruper Heide gerade einmal dreieinhalb Kilometer lang, vom Müll zu befreien. Den Kindern und Jugendlichen in den blauen Uniformen ist es eine Herzensangelegenheit, der ständig passierenden Wegwerfgesellschaft Einhalt zu gebieten. Bis zu 25 volle Müllsäcke haben sie in einem der drei Jahre bereits einmal zusammengesammelt – eine Wahnsinnsmenge, bedenkt man, wie viele Schokoriegelpapiere, Chips-Tüten, „Coffee to go“-Becher und Getränkeflaschen in einen Sack hineinpassen.

Am Samstag rückten mehr als ein Dutzend Mitglieder der THW-Jugend zum vierten Mal zu ihrer ganz besonderen Einsatzstelle aus und erhielten vor Ort prominente Unterstützung: Neben Bürgermeister Peter Vennemeyer zogen sich auch Landrat Dr. Klaus Effing und NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking die THW-Weste über und packen mit an – nicht nur fürs Pressefoto, sondern solange, bis die ersten Säcke voll und die etliche hundert Meter Strecke immer dicht am Straßengraben zurückgelegt waren.

„Ich finde das großartig“, lobte alleine Schulze Föcking die Initiative. Am kommenden Dienstag wird sie sich im Landtag für den Gewässerschutz mit der Belastung durch Mikroplastik beschäftigen, da sei so eine Aktion eine ideale Vorbereitung, so die Ministerin.

Lobende Worte fand auch Landrat Effing: „Das ist vorbildlich. Da hofft man immer, dass das auf die Leute ausstrahlt, die davon erfahren.“ Peter Vennemeyer zeigte sich ebenso dankbar für den Einsatz, wie verärgert über den vielen Müll in der Umwelt.

Zur eigenen Sicherheit wurden die Müllsammler von den Einsatzfahrzeugen des THW begleitet und abgesichert. Vor allem Anlieger lobten immer wieder den Einsatz des Technischen Hilfswerks, so die Organisatoren. „Die meisten Bürger aber empfinden das als selbstverständlich, was es aber nicht ist“, macht der Ortsbeauftragte Markus Boldt deutlich.

Trotzdem wollen die Nachwuchs-Retter ihre Aktion hoch motiviert fortsetzen. Durchaus könnten sie sich vorstellen, künftig auch mit der Unterstützung weiterer Jugendgruppen anderer Grevener Hilfsorganisationen loszuziehen, um so noch mehr erreichen zu können.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5677761?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Baumschutzsatzung wird zum politischen Zankapfel
Stefan Weber
Nachrichten-Ticker