Chemiealarm am Eggenkamp
Ammoniak ausgetreten

Greven -

In einem Betrieb im Gewerbegebiet Am Eggenkamp in Greven ist am späten Mittwochabend Ammoniak ausgetreten und freigesetzt worden. Feuerwehr und Polizei waren mit mehr als 150 Einsatzkräften aus Greven, Altenberge und Ibbenbüren vor Ort. Die Bundesstraße B481 und die Straße Am Eggenkamp waren während des Einsatzes voll gesperrt.

Mittwoch, 25.04.2018, 23:04 Uhr

Chemiealarm am Eggenkamp: Ammoniak ausgetreten
Foto: keb

Ausgetreten war das Ammoniak aus der im Keller befindlichen Kühlanlage der Firma Gefriertrocknung Greven, die ihren Kunden die industrielle Trocknung von Lebensmitteln ermöglicht. Um 22.09 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr zunächst nur mit einigen Kräften zu dem Unternehmen entsandt worden, um 22.30 Uhr erfolgte dann zunächst der Vollalarm für die gesamte Feuerwehr Greven.

Nach Angaben von Feuerwehr-Einsatzleiter Reinhard Holt konnten gegen 1.15 Uhr zwei Ventile in den Kellerräumen geschlossen werden. Ein weiteres Leck konnte noch in der Nacht geschlossen werden. Erst danach konnten Wehrleute in speziellen Schutzanzügen die ausgetretene Flüssigkeit aufnehmen. Warum die Lecks entstanden sind, konnte Holt noch nicht sagen.

Chemiealarm in Greven

Aufgrund des starken Windes, der dazu ständig die Richtung wechselte, wurde das Ammoniak im Bereich um den Eggenkamp verteilt. Insgesamt waren 120 Feuerwehrleute aus Greven sowie weitere 30 aus Ibbenbüren und Altenberge vor Ort. Über die App Nina hatte die Feuerwehr eine Warnung ausgesprochen. Die Anwohner wurden darin aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Wie viel von dem Gas ausgetreten ist, ist noch unklar.

Weil Messungen spezieller Einsatzfahrzeuge, die unter anderem aus Ibbenbüren und Altenberge angerückt waren, im Umkreis hätten ergeben, dass die Ammoniak-Werte unter den zulässigen Werten liegen, konnte für die Bevölkerung schließlich Entwarnung gegeben und die Straßensperrungen aufgehoben werden. Gefahr für die Bevölkerung bestand schlussendlich nicht, so Holt weiter.

Ammoniak wirkt stark ätzend

Ammoniak ist ein stark stechend riechendes, farbloses, wasserlösliches und giftiges Gas, das zu Tränen reizt und erstickend wirkt. Durch den unangenehmen Geruch, der schon bei niedrigen Konzentrationen wahrnehmbar ist, existiert eine Warnung, so dass Vergiftungsfälle mit Ammoniak selten sind. Gasförmiges Ammoniak kann vor allem über die Lungen aufgenommen werden. Dabei wirkt es durch Reaktion mit Feuchtigkeit stark ätzend auf die Schleimhäute. Auch die Augen werden durch die Einwirkung von Ammoniak stark geschädigt. Beim Einatmen hoher Konzentrationen ab etwa 1700 ppm besteht Lebensgefahr durch Schäden in den Atemwegen und Atemstillstand.

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