Starke Resonanz auf Bericht über den Buchsbaumzünsler
Von Rausreißen bis zum Kärchern

Greven -

Der Zünsler geht um. Nach dem Bericht dieser Zeitung über den Buchsbaumschädling gaben zahlreiche Leser Fundorte des invasiven Falters an, dessen Larven von Buchsbaumblättern und Rinde leben. Fazit: Es zünslert fast überall in Greven.

Donnerstag, 17.05.2018, 19:05 Uhr

Zahlreiche Leser haben uns Angaben über die Lage von betroffenen Gärten gemacht. Auch aus Reckenfeld (nicht auf der Karte) und Schmedehausen wurde der Buchsbaumzünsler gemeldet.
Zahlreiche Leser haben uns Angaben über die Lage von betroffenen Gärten gemacht. Auch aus Reckenfeld (nicht auf der Karte) und Schmedehausen wurde der Buchsbaumzünsler gemeldet. Foto: Google GeoBasis-DE/BKG

Auch die Resonanz unseres Aufrufs in den Grevener Facebook-Gruppen zeigte: Die Hobbygärtner haben unterschiedliche Methoden im Umgang mit dem Zünsler – vom radikalen Rausreißen und Verbrennen betroffener Pflanzen bis zum Kärchern und Absammeln der Larven.

Rolf Hogendorf ist Gartenbautechniker bei GalaBau Pott. Er hat einen professionellen Rat: „Wir sammeln ab und spritzen die Pflanzen mit entsprechenden Mitteln.“ Das helfe. Die Larven würden sich 21 Tage lang entwickeln, in dieser Zeit könne man sie absammeln. „Aber wenn der Nachbar nichts tut“, sagt der Gartentechniker, „fliegen die Falter anschließend weiter.“

Für Hogendorf geht es hier auch um finanzielle und emotionale Fragen. Beschnittene Buchsbäume seien teuer. Und viele Gartenbesitzer haben sie als Hecke jahrelang kunstvoll beschnitten. Das müsse man erhalten: „Wir haben neulich an zwei größeren Kugeln rund 20 Larven gesammelt.“ Alternativ zum Buchsbaum schlägt er vor, Ilex Crenata zu pflanzen. Der Strauch ähnelt dem Buchsbaum, wächst schnell und wird bis zu 2,50 Meter groß.

In den Facebook-Einträgen zu unserem Bericht gibt es verschiedenste Erfahrungen. Elke Remberg: „Die Viecher in der Biotonne entsorgen. Das hat – ganz ohne Chemie – geholfen. Die Pflanzen haben sich erholt.“

Facebook-Nutzer Jens Korbr bekämpft den Zünsler seit Jahren mit Pflanzenschutzmitteln: „Wichtig ist, rechtzeitig zu handeln und die Vorgänge mehrmals zu wiederholen.“

Bianca Mühren: „Ich schwöre auf Bacillus Thuringiensis, das Mittel heißt Belthirul. Ist für andere Insekten ungefährlich.“

Daniela Retzlaffs Buchsbäume sind schon im dritten Jahr befallen: „Die Zünsler fressen auch das Gehölz“, schreibt sie, „jetzt haben wir die Sträucher abgebrannt.“

Michael Brinkmann setzt derweil auf Algenkalk. Mehrere Grevener hoffen auf das Mittel, allerdings heißt es, dass man drei bis vier Jahre brauche, bis nachhaltiger Erfolg einsetze.

Andere Leser setzen auf geduldiges Suchen oder Abfegen der Buchsbaumpflanzen, teilweise nutzt man dafür auch den Kärcher. Wichtig sei es, die Larven auch aufzufegen und im Biomüll zu entsorgen.

Der Buchsbaumzünsler ist eine Schmetterlingsart, die in diesem Jahrhundert aus Asien nach Deutschland geraten ist. Hier hatte sie zunächst keine natürlichen Feinde und konnte sich rasch verbreiten. Sie befällt offenbar nur Buchsbäume.

Allerdings gibt es Beobachtungen darüber, dass Ameisen Zünsler mögen. Lothar Riedel verweist darauf, dass auch heimische Singvögel Gefallen am Buchsbaumzünsler finden: „Spatzen sind auf den Geschmack gekommen. Dieses Jahr habe ich eine Heckenbraunelle gesehen, die sich die Raupen holen.“ Für die Biodiversität sei es nicht schlecht, wenn auch der Buchsbaum „endlich mal Futter für Vögel bietet“.

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