Wirtschaftsförderung: Es geht drei Jahre weiter
Deimann und der grüne Urlaub

Greven -

Stefan Deimann ist der Grevener Wirtschaftsförderer. Nach der Ratssitzung am Mittwochabend wurde sein Vertrag um drei Jahre verlängert. nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses standen die Zeichen noch anders.

Freitag, 18.05.2018, 12:05 Uhr

Stefan Deimann ist der Grevener Wirtschaftsförderer. Nach der Ratssitzung am Mittwochabend wurde sein Vertrag um drei Jahre verlängert. nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses standen die Zeichen noch anders.
Stefan Deimann ist der Grevener Wirtschaftsförderer. Nach der Ratssitzung am Mittwochabend wurde sein Vertrag um drei Jahre verlängert. nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses standen die Zeichen noch anders. Foto: res

Der Einstieg in die Ratssitzung am Mittwochabend war schon kurios. Zunächst musste der SPD-Abweichler Michael Zweihaus aufs Sünderbänkchen. Dann wurde die Sitzung, bevor sie so richtig begonnen hatte, für eine Beratung der CDU-Fraktion unterbrochen. Ende vom Lied: Das brisante Thema Wirtschaftsförderung geht in die dreijährige Verlängerung.

Bereits im Vorfeld der Ratssitzung wurden Strippen gezogen. Das Telefon bei Bürgermeister Peter Vennemeyer stand nicht still, er sagte sogar Termine ab, um im Hintergrund zu wirken. Dann die Überraschung: Bei den Grünen, die zusammen mit der CDU den Vertrag von Stefan Deimann nicht verlängern und die Wirtschaftsförderung auf andere Beine stellen wollten, fehlte ein Ratsmitglied – er war schlicht in den Urlaub entfleucht. Ein CDUler wollte aufgrund der persönlichen Verbundenheit für Deimann nicht gegen ihn stimmen. Und das alles löste neue Strategien aus.

Denn: Die SPD hatte im Vorfeld einen Antrag gestellt, über die Zukunft der „Gesellschaft zur Entwicklung und Förderung der Wirtschaft in der Stadt Greven mbH“ – kurz GfW – nicht in der aktuellen Ratssitzung zu entscheiden, sondern im Rahmen eines Runden Tisches zu diskutieren. Doch: Davon war – zumindest bei den Unterstützern der GfW – aufgrund der aktuellen Konstellation keine Rede mehr.

Die Diskussion um den Bestand der Wirtschaftsförderung in der bestehenden Form wurde übrigens im öffentlichen Teil der Sitzung geführt, die Entscheidung um die Personalie Deimann fand im nichtöffentlichen Teil statt.

Die Diskussion war hitzig, es ging richtig zur Sache. Es ging um „Schaumschlägerei“, „Arschtritte“ die verteilt wurden und eine „Kopf-ab-Mentalität“. So manches mal wurde es lauter.

Die SPD warf CDU und Grünen vor, ohne Not eine funktionierende Wirtschaftsförderung vor die Wand zu fahren, und das, ohne die Beteiligten der GmbH zu involvieren. „Ich halte an dem Vorschlag der Verwaltung fest, dass wir nichts Bestehendes abschaffen sollten, ohne neue Strukturen zu schaffen“, sagte Bürgermeister Peter Vennemeyer. Ansonsten käme das einer vorrübergehenden Arbeitsunfähigkeit der Wirtschaftsförderung gleich. „Das Konstrukt mit der Beteiligung der Wirtschaft zu zerstören, halte ich für falsch“, sagte auch Dr. Christian Krieges­kotte (SPD).

Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) kritisierte vor allem, dass die GfW ihren Schwerpunkt auf die Logistik lege. „Greven hat eine Monostruktur, da müssen wir dringend umstrukturieren“, sagte er. Institutionen wie die GWG und Greven Marketing seien in der aktuellen Wirtschaftsförderung nicht vertreten. „Das aktuelle Konstrukt der GfW passt nicht mehr zu den Problemen, die in Angriff genommen werden müssen.“

Jürgen Diesfeld (CDU) forderte eine Wiederansiedlung der Wirtschaftsförderung im Rathaus, „wie das in 92 Prozent aller Gemeinden der Fall ist. So könne wir die Ressourcen der Stadtverwaltung besser nutzen.“ Die momentane Struktur werde den modernen Aufgaben nicht mehr gerecht, sagte Diesfeld und forderte einen Neustart, bei dem alles einbezogen werde, was vor Ort sei. „Ein Runder Tisch wäre eine gute Möglichkeit, das auf den Weg zu bringen.“

Wie gesagt: Von einem Runden Tisch war bei der anschließenden – geheimen – Abstimmung keine Rede mehr. Mit 18 Nein-, 19 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Bestand der GfW und der Vertrag Deimanns bis Ende 2021 verlängert. Außerdem soll die Verwaltung bis zur Sommerpause 2021 ein Konzept für die Fortführung der Aufgaben der Wirtschaftsförderung vorlegen.

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