Der Mann mit dem Ü-Ei-Museum
Lauter Überraschungen

Greven -

Klaus Wittenstein ist Sammler. Er sammelt Ü-Eier. Seine Tochter fing mit dem Sammeln an. Das war 1993, erzählt er. Daraufhin entdeckte auch er die Freude an der Sammelei. Inzwischen rund 25 000 Teile hat er in einem eigenen Raum aufgebaut.

Dienstag, 22.05.2018, 21:05 Uhr

Eine beachtliche Sammlung: Klaus Wittenstein hat bereits 25 000 Sammelstücke bei sich Zuhause.
Eine beachtliche Sammlung: Klaus Wittenstein hat bereits 25 000 Sammelstücke bei sich Zuhause. Foto: Franziska Gähr

Gut verwahrt in der Vitrine liegt ein kleiner Zettel. Bitte nicht anfassen! Denn so ein alter Ü-Ei-Beipackzettel ist gerne mal 300 Euro wert. Wieso das? Klaus Wittenstein lächelt: „Das kann ich Ihnen sagen.“

Wittenstein hält sich am liebsten inmitten von Funny Fanten, Happy Hippos und Crazy Crocos auf. Die Stars der Überraschungseier, ordentlich sortiert hinter Glas, ein ganzer Raum voller Fantasiewesen.

Überraschungseier faszinieren Kinder und Erwachsene auf der ganzen Welt. Anfang der 70er Jahre erkannte ihr Erfinder, Michele Ferrero, dass Schokolade plus Spielzeug bei Kindern besonders gut ankommt. Wittenstein ist überzeugt: „Das hat sich Ferrero sicherlich von den Kaugummiautomaten abgeguckt.“

Das Besondere an den Figuren, die in jedem siebten Ei versteckt sind: Sie sind handbemalt. Figuren aus alten Serien, wie die Schlümpfe, sind heute mehrere hundert Euro wert. Der Stelzenschlumpf und die Schlumpfine mit Springseil zählen zu Wittensteins wertvollsten Schätzen.

Aber wie kommt man an so viele der begehrten Sammelstücke? Palettenweise Ü-Eier kaufen? Das kann doch nicht die Lösung sein. Wittenstein kennt ein paar Tricks: „Mit meiner Löffelwaage bin ich in den Supermarkt gegangen und habe das Gewicht der Eier ermittelt. Die etwas schwereren Eier enthalten meist eine Sammelfigur.“

Auch schütteln helfe bei der Suche, erklärt der Sammler. „Ich wurde schon oft schräg angeguckt, wenn ich – als erwachsener Mann – jedes einzelne Ü-Ei schüttele.“ Wittenstein schmunzelt: „Früher hatte man mit dieser Methode einfach die besten Chancen auf eine Sammelfigur. Mittlerweile wird der Inhalt so fest mit Beipackzetteln verschnürt, dass in den Eiern nichts mehr rappelt.“

Er selber war gar nicht der Erste in der Familie Wittenstein, den das Sammelfieber packte. „Meine Tochter fing mit dem Sammeln an. Das war 1993“, erzählt er. Daraufhin entdeckte auch er die Freude an der Sammelei. „Als meine Tochter irgendwann kein kleines Kind mehr war, kam der Zeitpunkt, an dem die Begeisterung für neue Errungenschaften bei ihr nachließ.“

Wittenstein wollte die Sammlung seiner Tochter aber nicht verkaufen. „Zunächst hatte ich die Vitrinen im Keller stehen“, erzählt er. Der Keller sei ihm auf Dauer zu dunkel und zu klein gewesen. „Jetzt habe ich einen eigenen Raum angebaut.“ Und der lässt sich sehen. Rund 25 000 Teile können Besucher dort bestaunen. Nicht nur die kleinen Sammelfiguren. Es stehen Überraschungseier in jeder möglichen Größe im Regal, original verpackt. Außerdem besitzt Wittenstein Ü-Ei-Bettwäsche, Ü-Ei-Adventskalender und Aktions-Eierbecher.

Die alten Beipackzettel sind heute rar, erklärt der Sammler: „Sie sind so wertvoll, weil sie von den Kindern einfach weggeschmissen wurden.“

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