Jens Falk spekuliert über Online-Genossenschaft
Großkaufhaus Greven

Greven -

Das Online-Geschäft wächst. Der lokale Handel schrumpft. Muss nicht sein, meint Jens Falk, Online-Buchhändler aus Greven. Sein Motto: Lokal Händler vereinigt Euch.

Mittwoch, 13.06.2018, 16:13 Uhr

Jens Falk denkt über eine Online-Genossenschaft für Grevener Geschäftsleute nach.
Jens Falk denkt über eine Online-Genossenschaft für Grevener Geschäftsleute nach. Foto: Günter Benning

Jens Falk ist Onlinebuchhändler. „Wir stellen seit Jahren fest, dass es mehr Bestellungen gibt“, sagt er, „auch aus Greven.“

Das klingt positiv. Die negative Seite sieht Falk aber ebenso: „Immer mehr Innenstädte drohen zu sterben.“ Um etwas dagegen zu unternehmen, müssten sich die lokalen Händler zu einer Service-Genossenschaft zusammenschließen. Online anbieten, lokal liefern, Kunden behalten, das ist die Devise.

Weil das ungefähr das Leichteste bei der Umsetzung seiner Idee ist, hat er sich die Internet-Domäne „greven.shop“ und „grevenshop.de“ reserviert. Zunächst nur als Werbeplattform für seine Online-Ideen. Auf der Startseite sieht man die Galerie Hunold – ein lokales Geschäft, das einen großen Teil seines Umsatzes online macht.

„Wir liefern unsere Bücher – bis direkt auf den Schreibtisch“, sagt Falk, der in seinem Nischen-Geschäft zum Beispiel Anwaltspraxen mit den jeweils aktuellsten Gesetzesblättern bestückt. „Apotheken machen das seit vielen Jahren“, erinnert er daran, dass Lieferservice für die Kundschaft keine Erfindung von Amazon und Zalando ist.

Man brauche für eine Stadt wie Greven aber eine gemeinsame Plattform, auf der nach Möglichkeit alle Geschäfte ihre Angebote einstellen können. „Es gibt doch kein Gewerbe mehr“, sagt Falk, „das nicht über Online-Katalogdaten verfügen würde.“ Elektronische Kassen sind darüber angeschlossen, Bestellsysteme laufen damit. Sie sind der Schlüssel dafür, dass Kunden online Produkte suchen können, die sie dann beim lokalen Händler bestellen können. Falk selber praktiziert es: Auf seiner Internetseite listet er auf, was in seinem Lager liegt. Aber gleichzeitig können über seine Suchmaschine sämtliche lieferbare Bücher geordnet werden. Alltagsgeschäft im Handel.

Beispiele für eine solche Kombination von Online-Handel und lokalen Geschäfte gebe es. Zum Beispiel in Wuppertal, wo der schweizer Anbieter „atalanda.com“ die Geschäfte der Stadt vernetzt. Wer die Seite besucht, stößt auf eine professionell gemachte Präsenz mit Bildern lokaler Geschäftsleute, aktuellen Angeboten, Top Kategorien – und täglichen Veranstaltungen.

„Atalanda“, sagt Falk, „ist schon sehr groß.“ Da sei auch die Gefahr groß, dass ein solcher Anbieter irgendwann von Amazon geschluckt werde.

Daher seine Idee von der Genossenschaft, die sich als reiner Dienstleister für ihre Besitzer versteht: „Da zahlt der Kaufmann nicht noch wieder einen Service-Anbieter, der seinen eigenen Gewinn maximieren will.“

Falk hofft jetzt auf eine Diskussion in der Grevener Kaufmannschaft. Was ihn überrascht: „Ich habe schon aus den Gewerbegebieten einigen Zuspruch bekommen“, sagt er, „da gibt es Leute, die sofort mitmachen würden.“

Beim Pressegespräch am Niederort sieht man im Hintergrund neben dem lokalen Händler Ahlert auch Deichmann und Depot. Glaubt er, dass sich Ketten-Geschäfte an einer Genossenschaft beteiligen würden? „Ich glaube, die großen Ketten wären froh, wenn es so etwas gäbe.“ Teilweise steigen Lebensmittelkonzerne wie Rewe in Städte bereits in den Onlinehandel ein.

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