Peter Woltering liebt die Freiheit
Mit dem Rucksack durch die Lande

Reckenfeld -

Peter Woltering aus Rheine ist insgesamt schon seit 19 Jahren an der Freilichtbühne in Reckenfeld aktiv. Er hat nur ein Manko: Er kann seine Texte nicht behalten.

Mittwoch, 13.06.2018, 12:12 Uhr

In diesem Sommer ist Darsteller Peter Woltering als „Glatzen-Per“ in Ronja Räubertochter auf der Bühne zu sehen.
In diesem Sommer ist Darsteller Peter Woltering als „Glatzen-Per“ in Ronja Räubertochter auf der Bühne zu sehen. Foto: Rosi Bechtel

Ist der Mensch, der auf der Bühne steht, im Alltag auch so, wie er sich in der jeweiligen Rolle präsentiert? Was machen die Darsteller im wahren Leben? In einer Serie berichtet unsere Zeitung über jene Menschen, die in dieser Saison Rollen an der Freilichtbühne übernehmen. Heute: Peter Woltering, der im Stück „Ronja Räubertochter“ mitwirkt.

Obwohl Peter Woltering aus Rheine insgesamt schon seit 19 Jahren auf der Bühne steht, hat er ein Problem. „Du kennst mich doch. Text zu lernen fällt mir nach wie vor noch schwer. Das Textbuch habe ich bis zur Generalprobe in der Hand.“

Stimmt, ich erinnere mich: Damals spielte ich mit Peter „Rendezvous im Bauernkasten“, das war vor 29 Jahren und für ihn damals die erste Rolle auf der Reckenfelder Bühne. „Ich war mit Leuten befreundet, die an der Freilichtbühne aktiv sind. Und die sprachen mich an meinem 40. Geburtstag an. Sie sagten, ich solle doch mal zur Bühne kommen. Ich war neugierig, kam, schaute, war gleich fasziniert und spielte in dem Jahr gleich auch noch bei der ,Kleinen Hexe´ mit.“

Als selbstständiger Schornsteinfegermeister konnte er sich die Zeit einteilen. Ein Vorteil, wenn man morgens bei Schulvorstellungen oder in der Woche nachmittags auf der Bühne stehen soll. Seine Lieblingsrolle war die des „Puck“ im „Sommernachtstraum“. „Da musste ich nur hinter der Bühne agieren und konnte den Text ablesen“, sagt er lachend. Nach einigen Jahren folgte eine zehnjährige Bühnenpause. „Ich reise sehr gerne als Backpacker durch die Lande. Tunesien, Portugal – und in Spanien bin ich 900 Kilometer bis zum Atlantik gelaufen, Jakobsweg inklusive. Im vergangenen Jahr lief Kevin Cichy mit, den ich hier an der Bühne kennengelernt habe. In diesem Jahr sind wir in Serbien, Mazedonien und dem Kosovo unterwegs. Geplant wird das eben nach den Bühnenterminen“.

Doch wen einmal das Bühnenfieber gepackt hat, der möchte irgendwann wieder auf der Bühne stehen. Was dem noch 69-Jährigen an der Freilichtbühne so gefällt, ist das Miteinander von Jung und Alt. „Hier wird jeder integriert. Die Bühne hat mich persönlich freier gemacht. Ich kann jetzt wesentlich lockerer frei reden, wenn ich irgendwo eine Rede halte.“ Das Auswendiglernen ist ein Problem, das er schon in der Schulzeit hatte. „Und mit dem Alter wird das nicht besser“, lacht er. Seine aktuelle Rolle des „Glatzen-Per“ in Ronja Räubertochter wurde ihm als kleine Rolle „verkauft“. „Von wegen kleine Rolle“, stöhnt er. Und trotzdem macht ihm das Theaterspiel einfach richtig viel Spaß.

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