DRK-Kita sucht Zeugen und „rüstet auf“
Kita-Kinder sauer auf Einbrecher

Greven -

Nicht noch mal. Diese Kinder ärgern sich, weil schon zwei Mal Diebe in ihre Kita eingebrochen sind.

Donnerstag, 14.06.2018, 08:41 Uhr

Peter Willnowski, Sylvia Juretko und einige Kinder präsentieren die selbst gemachten Plakate, mit denen die Kita in der Nachbarschaft für erhöhte Wachsamkeit wirbt.
Peter Willnowski, Sylvia Juretko und einige Kinder präsentieren die selbst gemachten Plakate, mit denen die Kita in der Nachbarschaft für erhöhte Wachsamkeit wirbt. Foto: Oliver Hengst

„Willkommen im Club“, dachte Sylvia Juretko verbittert, als sie die Zeitung aufschlug und las, dass Einbrecher schon wieder in die Gesamtschule eingestiegen waren. Auch die DRK-Kita ist am Wochenende Einbruchsopfer geworden, zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit. Erzieher-Team, Eltern, Kinder – alle sind verärgert, fassungslos. „Sie sind schon entsetzt“, sagt sie über die Kinder. „Es gab Frust und Enttäuschung, dass selbst bei den Kleinsten geklaut und Schaden angerichtet wird“, sagt Jurekto, die zusammen mit Peter Willnows­ki den DRK-Kindergarten an der Clara-Schründer-Straße leitet.

„Doof“ finden das auch einige befragte Kinder. „Die haben hier in die Tür ein Loch gemacht.“ Stimmt – die Spuren des letzten Einbruchs sind zum Teil noch zu sehen.

Den Kindern und der Kita-Leitung reicht es jetzt. Sie machen mobil. Mit selbstgemalten Plakaten, die im Umfeld aufgehängt und verteilt werden sollen, rufen sie die Nachbarn zu erhöhter Wachsamkeit auf. Und der Träger hat massive und umfangreiche Sicherungsmaßnahmen beschlossen. „Die ersten Gewerke sind schon tätig“, sagt Willnowski, der nicht zu viele Details verraten will. Nur soviel: Man wolle es Dieben so schwer wie möglich machen und wird zudem die Überwachungstechnik ausbauen. Die mechanische und elektronische Aufrüstung verschlingt rund 7000 Euro. „Die fehlen uns als Kindergarten. Es gibt keinen Fond dafür“, sagt Willnowski.

Die Investition hat seinen Grund: Denn bei den beiden Einbrüchen entstand (inklusive Beute) ein Schaden von knapp 10 000 Euro. Bargeld und Werkzeug kamen weg. Selbst Schokolade (im Willnowski-Schreibtisch als besondere Belohnung für Kinder lagernd) packten die Diebe ein. Lichtkuppeln (inklusive teuer Motoren und Steuerung) sowie Türen wurden beschädigt, die Schließanlage muss getauscht werden. Der erste Einbruch ereignete sich über Pfingsten, der zweite am vergangenen Wochenende. Besondrers fassungslos macht Willnowski, wie sich die Eindringlinge beim zweiten „Besuch“ benahmen. Dass es nicht viel zu holen gab, hat die Täter offenbar so frustriert, dass sie ein Geschäft mitten im Gruppenraum der Kleinsten verrichteten, für das man üblicherweise andere Räume aufsucht. Eine widerliche Sache, die alle sprachlos macht.

Ebenfalls ärgerlich: Auch eingesammeltes Geld für Ausflüge, Fotobücher und andere Dinge wurde gestohlen. Die Versicherung ersetzt den Schaden zwar, aber eben nicht sofort. Gleichwohl müssen die Ausflüge – diese Woche geht es zum Beispiel ins Ninfly Münster – bezahlt werden. Die Kita streckt also vor, bis die Versicherung zahlt.

Der Polizei liegen keine Erkenntnisse über eine signifikante Häufung von Einbrüchen vor. Es komme „immer mal wieder“ vor, dass in Schulen und Kitas eingebrochen werde, „weil die am Wochenende nun mal weitgehend unbeaufsichtigt sind. Das macht sie zu dankbaren Objekten“, heißt es aus der Pressestelle der Polizei auf Anfrage. Doch eine Häufung gebe es aktuell nicht.

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