Verwaltung will keine zusätzlichen Mülleimer – die Politik schon
Pro Standort bis zu 4000 Euro

Reckenfeld -

Je mehr Bürger im Ort leben, desto mehr Mülleimer auf öffentlichem Grund sind nötig. Eine einfache Rechnung, eigentlich. Doch die Sache ist komplizierter. Das zeigte eine Diskussion, die sich in dieser Woche im Bezirksausschuss ergab. Auslöser war ein Antrag der Fraktion „Reckenfeld direkt“. Die fordert – eben: mehr Mülleimer. Nicht nur, aber auch durch die Ausgabe der von der Stadt Greven zur Verfügung gestellten Hundekotbeutel bestehe ein Mehrbedarf an Abfallbehältern.

Freitag, 15.06.2018, 06:07 Uhr

Die Reckenfelder Politik will mehr Abfallbehälter für den Ort – die Verwaltung verweist auf die teils immensen Folgekosten.
Die Reckenfelder Politik will mehr Abfallbehälter für den Ort – die Verwaltung verweist auf die teils immensen Folgekosten. Foto: Oliver Hengst

Unter anderem hier: an den Standorten der ReBüVe-Bänke (Kirchplatz und Marienfriedstraße), am A-Pättchen, Bushaltestelle Deutsches Haus, am Walgenbachpättchen. „Das bringt‘s, das sollte gemacht werden“, argumentierte Ernst Reiling. Viele Standorte würden gut angenommen – ablesbar an vollen Behältern.

Andre Kintrup (Stadtverwaltung) verwies auf die Kosten. Zusätzliche Abfallbehälter müssten durch die Restmüllgebühren finanziert werden. „Zusätzliche Müllbehältnisse, sagt der Bauhof, sind mit den vorhandenen personellen Ressourcen nicht zu betreuen, ohne Abstriche in Kauf zu nehmen bei Sauberkeit und Sicherheit – möglicherweise bei den Spielplätzen.“

Ein Abfallbehälter kostet – je nach Modell und Standort – 500 bis 1000 Euro. Schon keine Kleinigkeit, doch der Unterhalt werde dann richtig teuer: Zwischen 2000 und 4000 Euro pro Jahr fallen für An- und Abfahrt sowie Entsorgung des Mülls an. „Wir können derzeit keine weiteren Müllstandorte installieren“, machte Kintrup deutlich.

Die Abstimmung zeigte ein ganz anderes Bild: Der Ausschuss folgte der Forderung nach mehr Mülleimern einstimmig und setzte sich damit über die Verwaltungsmeinung hinweg. Der Betriebsausschuss wird nun über das Thema beraten.

Wie es aussehen kann, wenn kein Mülleimer zur Verfügung steht, verdeutlichte eingangs der Sitzung eine junge Frau, die mit dem Kinderwagen am Wibbeltweg wohnt – nach ihrer Darstellung ein „Hundehighway“, also eine von Hundehaltern gern genutzte Strecke, um ihre Vierbeiner auszuführen. Die wenigsten entsorgten die Hinterlassenschaften der Hunde korrekt – manche gar nicht, manche hingen die Hundekotbeutel in Büsche oder Bäume. „Es ist so widerlich“, sagte die Mutter. Sie forderte daher mehr Mülleimer, Hundekotspender – und Schilder, die klar machen, dass es eine Ordnungswidrigkeit ist, Hundekot einfach liegen zu lassen. Bürgermeister Vennemeyer gab ihr Recht, dass ein solches Verhalten ordnungswidrig sei. „Das Problem ist ja immer an der anderen Ende der Leine.“ Gleichwohl gebe es auch verantwortungsvolle Hundehalter. Vennemeyer sagte zu, sich zu kümmern. „Wir schauen uns die Situation noch mal an bezüglich Abfallbehälter.“ Zudem stellte er Kontrollen am Wibbeltweg in Aussicht.

Wöchentlich gibt die Stadt laut Kintrup rund 1500 bis 2000 Hundekotbeutel aus – aber, wie Vennemeyer ausführte, nicht mehr über Hundekotspender, denn an diesen gibt es massive Vandalismusschäden. Dennoch sei es für Hundehalter kein Problem, immer Tüten mit sich zu führen. Bei der Entsorgung tauchen wiederum andere Probleme auf: Vom Bauhof höre man, dass die Hundekotbeutel sehr oft neben(!) den Mülleimer abgelegt werden, statt darin.

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