Forschungsprojekt des Pädagogik-Kurses
Hatten die Eltern damals die selben Konflikte?

Greven -

Die Aufregung war den jungen Menschen anzumerken, damals, im Ballenlager, als der renommierte Erziehungs- und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der Generationenforschung der letzten Jahre gab. Aufgeregt waren die Schülerinnen und Schüler des Pädagogik-Kurses Jahrgang 10 der Gesamtschule deshalb, weil ihnen die Aufgabe zuteil wurde, die Anmoderation jenes Mannes zu übernehmen, der intensiv der Frage nachgeht, warum die Angehörigen der jungen Generationen heute anders mit den Herausforderungen von Bildung, Beruf und Politik umgehen als die etablierten, älteren Generationen.

Freitag, 13.07.2018, 23:40 Uhr

Mit einem selbst entworfenen Fragebogen streiften die Schüler durch Greven.
Mit einem selbst entworfenen Fragebogen streiften die Schüler durch Greven.

„Bei der Auseinandersetzung mit den Studien von Prof. Hurrelmann stellten sich uns ganz unterschiedliche Fragen“, sagen Maren und Sina. So dachten die Jugendlichen darüber nach, ob die Älteren jeweils mit ihren Eltern vehement über die Höhe des Taschengeldes stritten, ob es Konflikte gab über das jeweilige Outfit, ob die Mithilfe im Haushalt für „Zündstoff“ zwischen den Generationen sorgte, oder ob der Konsum von Alkohol und Zigaretten Themen waren.

Um Antworten auf seine Fragen zu bekommen, entwickelte der Kurs einen Fragebogen mit dem Thema: „Gibt es Veränderungen oder bleibt alles gleich? Mit meinen Eltern gibt/gab es die meisten Auseinandersetzungen, Konflikte oder Streitgespräche um…“ Stichprobenartig befragten sie rund 250 Menschen in Greven in den Altersgruppen a) um 15 Jahre, b) zwischen 35 und 60 Jahre, c) zwischen 60 und 80 Jahre zu Themenfeldern wie Kleidung, Freiheiten, Schule, Freundschaften und mehr.

War es in den ersten beiden Altersgruppen noch einfach, zahlreiche Interviewpartner zu finden – MitschülerInnen, Eltern und andere – wurde es in der letzten Gruppe schon schwieriger. Glücklicherweise erhielten die Jugendlichen die Genehmigung, auch im Gertrudenstift nachfragen zu dürfen.

Das Forschungsprojekt führten sie nicht ganz ohne Hilfe durch: Lore Hauschild von der „Kulturpolitik Greven“ und ehemalige Lehrerin der JKR, sowie Waltraud Zumbrägel, Diplom-Pädagogin und Lehrerin der Gesamtschule, begleiteten sie.

Nach den Befragungen nahmen die Schüler eine digitalisierte Auswertung vor: „Da wir beispielsweise nicht ganz so viele Antwortmöglichkeiten vorgegeben hatten,“ weiß Svenja, „war die Auswertung für uns nicht ganz so aufwendig.“

Es fiel auf, dass die von den Schülern befragten Mädchen und Frauen ihre Mithilfe im Haushalt offensichtlich deutlicher thematisieren als Jungen und Männer. Und nicht nur Lore Hauschild fragt: „Ist für Jungen die Mithilfe im Haushalt weniger ein Konfliktfeld, weil es von ihnen gar nicht erst so oft verlangt wird, oder erledigen Jungen bereitwilliger die Arbeit im Haushalt als Mädchen?“ Der Pädagogikkurs glaubt letzteres eher weniger.

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