Snuff Derken
Himmlischer Brief aus der „Greiwsken Ecke“

Greven -

Snuff Dercken war ein Grevener Original. Er kam aus dem Hotel Dercken am Marktplatz.

Samstag, 11.08.2018, 20:10 Uhr

Grevens altes Rathaus.
Grevens altes Rathaus. Foto: WN Archiv

Snuff Derken: Eigentlich hieß er mit Spitznamen Schnuff (von Schnüffeln) und entstammte der Familie Derken oder Dercken, die von 1778 bis 1925 ein Hotel und eine Poststation auf der Ostseite des Marktplatzes betrieb. 1925 wurde das Hotel Dercken für fast 50 Jahre bis 1973 zum Rathaus des Dorfes und später der Stadt Greven umfunktioniert.

Seinen Spitznamen soll er erhalten haben, weil er, der ständig in Geldnot war, schnüffelnd durch das Dorf ging und sich dort zum Essen einlud, wo es am besten roch.

Über Schnuff Dercken, dessen richtiger Vorname August war, wissen wir, dass er Zeit seines Lebens Junggeselle geblieben war. Er wohnte gegenüber der Molkerei und ging mit seinem Hund Phylax zur Jagd. Kein Wunder, dass er schon bald sein eigenes Jagdgebiet fast leer geschossen hatte. Deshalb nahm er es zum Beispiel mit wilden und zahmen Enten der Nachbar-Reviere und der Anwohner seines Reviers nicht so genau, wenn es darum ging, doch eine Jagdbeute zu machen. Natürlich mit den unangenehmen Folgen für ihn, wenn er erwischt wurde.

Zur österlichen Zeit ging er im Klösterchen in Münster zur jährlichen Beichte, so wie viele andere Grevener/innen der Mittel- und der Oberschicht auch.

In seiner Militärzeit war er Unteroffizier im 53. preußischen Infanterieregiment, in der 7. Kompanie. 1925 starb Schnuff, völlig verarmt, im Grevener Krankenhaus.

Und das Tollste: Schnuff schrieb nach seiner Ankunft im Himmel, wie versprochen, einen langen Brief an einen „laiwen aollen Frönd“, natürlich in Plattdeutsch. Seine Absenderangabe: „Himmel, Greiwske Ecke“.

Man glaubt es gerne, er war auch in der Hölle zu Besuch, aber lediglich zu Besuch. Und schenkt man seinem Brief Glauben, so hatte er eine Privataudienz bei „Papa“, unserem Herrgott, Adresse im „Kleinen Palais“.

Eine wirklich herrliche Geschichte, die vermutlich, so hat Dr. Günther Tast vor Jahren dem Autor gesprächsweise mitgeteilt, von Ignaz Biederlack geschrieben wurde, und aufbewahrt und überliefert habe sie vermutlich Carl Otto.

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