Verbreiterung der Autobahn 1
Ausbaubeginn in den Sternen

Greven -

Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Autobahn 1 sind abgeschlossen. Die Bezirksregierung Münster wird die Planfeststellungsbeschlüsse nach den Sommerferien öffentlich bekannt machen und in den betroffenen Kommunen auslegen. Also auch in Greven. Doch bis dann wirklich der Bagger kommt, kann es noch dauern.

Montag, 13.08.2018, 10:00 Uhr

Immer wieder wird es auf der Autobahn rund um Greven eng, der Verkehr staut sich. Und aufgrund des zu erwartenden steigenden Verkehrsaufkommens soll die Autobahn sechsspurig ausgebaut werden – heißt drei Spuren in jede Richtung.
Immer wieder wird es auf der Autobahn rund um Greven eng, der Verkehr staut sich. Und aufgrund des zu erwartenden steigenden Verkehrsaufkommens soll die Autobahn sechsspurig ausgebaut werden – heißt drei Spuren in jede Richtung. Foto: Peter Beckmann

Früher war alles einfacher. Stimmt natürlich nicht. Vor allem nicht so pauschal. Aber in diesem Fall ist wohl ein bisschen Wahres dran. Denn: Um heute eine neue Straße zu bauen oder eine bestehende Straße zu erweitern, braucht es vor allem eins: ganz, ganz viel Geduld. Und das ist nicht anders bei dem geplanten Ausbau der Autobahn 1 rund um Greven auf jeweils drei Spuren. Wie lange es dauert, bis da wirklich der erste Bagger in Aktion ritt? Da will sich niemand festlegen.

Fakt ist: Das Planfeststellungsverfahren – oder besser die Verfahren – sind abgeschlossen. Die Bezirksregierung Münster wird die Planfeststellungsbeschlüsse nach den Sommerferien öffentlich bekannt machen und in den betroffenen Kommunen auslegen. Also auch in Greven.

Vier Wochen werden die Beschlüsse im Rathaus ausliegen oder im Internet einsehbar sein. Danach haben eventuelle Kläger zwei Wochen Zeit, gegen den Planfeststellungsbeschluss zu klagen. Und Klagen sind durchaus zu erwarten. „In den meisten Fällen geht es da um Lärmschutz oder Grunderwerb“, erklärt Christian Müller, Abteilungsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßenbau, Regionalniederlassung Münsterland. Gebe es tatsächlich Klagen, müsse zunächst entschieden werden, ob diese aufschiebende Wirkung haben.

Und dann? Dann geht es noch lange nicht los. Der Abschnitt zwischen Kanal Ladbergen und Münster-Nord ist zwar als VBE eingestuft. Und das heißt immerhin „Vordinglicher Bedarf Engpassbeseitigung“. „Und das ist die allerhöchste Stufe“, verdeutlicht Müller. Aber: Das gesamte Projekt soll als Öffentlich-Privates-Projekt – kurz: ÖPP – durchgezogen werden. Sprich: private Investoren bezahlen die Kosten für die Erweiterung und bekommen im Gegenzug die Gebühren aus der Lkw-Maut. „Aber dieses Verfahren hat es in NRW noch nicht gegeben“, verdeutlicht Müller.

Und: So ein Projekt muss natürlich europaweit ausgeschrieben werden. „Das wird sicherlich keine kurzfristige Geschichte“, vermutet Müller. Und er glaubt, dass der Landesbetrieb Straßenbau mit dem Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren sowieso nichts mehr zu tun haben wird. „Zum 1.1.2021 soll die Autobahngesellschaft des Bundes geschaffen werden. Dann sind wir als Landesbetrieb nicht mehr mit Autobahnen befasst“, erklärt der Planer.

Die beiden Planfeststellungsverfahren zum insgesamt 17,4 Kilometer langen sechsspurigen Ausbau der beiden A 1-Abschnitte zwischen den Anschlussstellen Münster-Nord und Greven sowie von der Anschlussstelle Greven bis nördlich der Dortmund-Ems-Kanal-Brücke bei Ladbergen waren auf Antrag des Landesbetriebes Straßenbau NRW im Juli 2013 und August 2014 eingeleitet worden. Und wann kommt denn jetzt der erste Bagger? „Eine Aussage dazu wäre reine Spekulation“, antwortet Müller.

Tja: Mal eben eine Straße bauen oder ausbauen – das ging früher sicherlich wohl deutlich schneller. Heute ist das Motto: Immer schön mit der Ruhe.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5969353?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Stadt schaltet die ersten Pumpen ab
 Große Pumpanlagen führen dem Aasee Wasser zu. So soll der Sauerstoffgehalt im Wasser erhöht werden. Zu niedriger Sauerstoffgehalt hatte in der vergangenen Woche dazu geführt. dass 20 Tonnen Fisch verendet sind.
Nachrichten-Ticker