„Hier kann man sich wohlfühlen“
Do., 26.01.2012
Neuer Pfarrdechant Johannes Büll ist mit seiner Mutter bereits ins Pfarrhaus eingezogen
Die Türen des Pfarrhauses St. Gertrudis stehen allen Horstmarern und Leerern offen, betont der neue Pfarrdechant Johannes Büll.
Horstmar -
Ob die Nachbarn von gegenüber oder der Hausmeister, der gerade aus dem Garten kommt, in Horstmar grüßen sich die Menschen. „Hier lohnt es sich, die Namen zu lernen“, freut sich Pfarrdechant Johannes Büll über die Überschaubarbeit der Burgmannsstadt, die mit ihren 7000 Einwohnern gleich mehrere Nummern kleiner ist als seine bisherige Wirkungsstätte Recklinghausen mit 120 000 Bürgern, die viel anonymer für ihn war.
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Nach zwei Jahren in der dortigen Pfarrgemeinde Liebfrauen ist der gebürtige Emmericher jetzt nach St. Gertrudis gewechselt, wo er mit seiner Einführung am 12. Februar (Sonntag) offiziell die Nachfolge von Siegbert Hellkuhl antritt (die WN berichteten).
„Zurzeit bin ich noch im Urlaub“, erklärt der 49-Jährige, der bereits in der vergangenen Woche mit seiner Mutter Irmgard ins Pfarrhaus eingezogen ist. „Hier kann man sich wohl fühlen“, gefallen dem Seelsorger die Räumlichkeiten an der Schlossstraße, die vor dem Einzug seines Vorgängers noch kernsaniert worden sind. Das erspart den neuen Bewohnern lästige Arbeiten, wie beispielsweise Tapezieren und Streichen. Stattdessen können sich die beiden aufs Auspacken und Einleben konzentrieren.
Als unbedingt erforderlich empfindet der Geistliche den zeitlichen Puffer zwischen dem Abschied in Liebfrauen und dem Neubeginn in St. Gertrudis. Immerhin gilt es für ihn, richtig am neuen Einsatzort anzukommen, der doch so ganz anders als Recklinghausen ist, wo Johannes Büll mit einem ganzen Team von leitenden Priestern zusammengearbeitet hat. Die dortige Fusionierung von sieben zu drei Gemeinden habe ihn bewogen, nach einer neuen Stelle zu suchen, berichtet der Geistliche, der zuvor 16 Jahre in Ibbenbüren tätig war.
„Ich wollte gerne eine gewisse Überschaubarkeit und einen abgeschlossenen Fusionierungsprozess“, nennt der Neue nur einige Kriterien, die für ihn ausschlaggebend waren und für Horstmar und Leer sprachen. Die Aussage der verantwortlichen Gremien, dass sie einen Seelsorger bräuchten und selbst verwalten könnten, hat Büll während des Kontaktgesprächs mit dem Kirchenvorstand, dem Pfarrgemeinderat und dem Seelsorgeteam Ende November zusätzlich von St. Gertrudis überzeugt. Denn damit sei klar definiert, was von ihm erwartet werde.
„Ich freue mich auf den Neuanfang und die neuen Wege“, betont der Pfarrdechant, dem die Frage, wo die Menschen im normalen Leben Gott erfahren können und das Erleben der Kirche als Glaubensgemeinschaft besonders am Herzen liegen.
Glücklich ist er darüber, dass seine Mutter ihn bereits seit vielen Jahren begleitet. So komme ihre Wohngemeinschaft doch beiden zu gute. „Es ist schön, wenn man nach Hause kommt und das Licht brennt“, schätzt der Sohn die Gespräche mit der 81-Jährigen, die sich aber nicht in die Pfarrgeschäfte einmischen werde.
Zum Lesen ist Büll in den vergangenen zwei Jahren nicht gekommen. „Leider“ bedauert er, dass ihm für Krimis, die in seiner Heimat am Niederrhein spielen, keine Zeit geblieben ist. Vielleicht klappt es in St. Gertrudis mit dem „zweckfreien Lesen“ und Fahrradfahren, was ihm in Recklinghausen zu gefährlich erschien.
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