100 000 Euro für die Leprahilfe
Aktive Leerer Gruppe von Handarbeiterinnen stellt ihre Arbeit aus Altersgründen ein

Horstmar-Leer -

Insgesamt rund 100 000 Euro stellte eine aktive Leerer Gruppe in den vergangenen Jahren der Leprahilfe zur Verfügung. Damit ist es jetzt allerdings vorbei. Die überwiegend aus älteren Frauen bestehende Vereinigung löste sich auf.

Freitag, 07.12.2012, 16:12 Uhr

100 000 Euro für die Leprahilfe : Aktive Leerer Gruppe von Handarbeiterinnen stellt ihre Arbeit aus Altersgründen ein
Reinhold Leusbrock, Ludger Raue und Josef Ahlers (v.l.) waren früher mit dem Lautsprecherwagen unterwegs, um auf die Basare der örtlichen Lepra-Gruppe hinzuweisen. Foto: fn

„Die Zeit ist einfach vorbei. Wir bekommen keinen Nachwuchs für unsere Gemeinschaft. Außerdem sind unsere gehäkelten und gestrickten Sachen nicht mehr so gefragt“, bilanzierte Trude Schneider bei einer letzten Zusammenkunft. Dazu waren alle eingeladen, die sich um die Leprahilfe vor Ort verdient gemacht hatten. Im Saal der Gastwirtschaft Selker versammelten sich 30 Personen. Pfarrdechant Johannes Büll lobte ausdrücklich das Wirken der Aktiven und schenkte allen eine Kerze. „Es ist eine Zauberkerze, die den Kummer wegbläst“, erläuterte der Seelsorger anhand einer Geschichte von Großmutters Zauberkerze. Die Leerer Volksbank zeigte sich mit einer Spende erkenntlich. Die Geschichte der Leerer Lepragruppe geht auf das Jahr 1968 zurück. Sie hat ihren Vorgänger in der Kolpingsfamilie, dessen Mitglied Ludger Raue sich während der Begegnung an besondere Aktivitäten erinnerte. Gemeinsam mit Reinhold Leusbrock und Josef Ahlers sei er mit einem Lautsprecherwagen durch den Ort gefahren und habe um Spenden für die Leprakranken gebeten. Den eigentlichen Anstoß für die Gründung der Lepragruppe gab eine Sendung im Radio über die Krankheit. Alwine Ahlers war so erschüttert von der Reportage, dass sie beschloss zu helfen. Das war 1968. Die Initiatorin scharte mehrere Frauen um sich, und 1974 gab es den ersten Leprabasar im Pfarrheim. Dieser fand in der Folgezeit alle zwei Jahre statt. „Es war stets für jeden etwas dabei,“ erklärte Mathilde Höing, die nach Alwine Ahlers den Vorsitz in der Lepragruppe übernahm. „Teilweise herrschte während des Basars eine drangvolle Enge im Pfarrheim. Jeder wollte der Erste sein, um die besten Sachen kaufen zu können,“ berichtete Agnes Telgmann. Die Runde erinnerte sich an Häkelspitzen, gestrickte Socken und Pullover, aber auch an Gebäck, selbst gemachte Marmelade und Liköre, Kerzen und Adventsgestecke. „Wir hatten stets viel Spaß und haben viel gelacht“, blickte Mathilde Höing zurück. Runde Geburtstage wurden gemeinsam gefeiert und stets waren die Frauen auf dem Pfarrfest vertreten. Das Wirken der Lepragruppe blieb im Dorf nicht unbemerkt, der Kapellenverein in der Alst überreichte Spenden aus dem Erlös des Kerzenverkaufs in der Friedenskapelle. Aus und vorbei, das könne es doch nicht sein, bemerkte Ludger Raue. Er kündigte an, in der Kolpingsfamilie anzufragen, ob diese die Arbeit der Lepragruppe fortsetzen kann.

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