Mi., 11.10.2017

Ein Musikgenuss Besondere musikalische Winterreise

Die Solisten Bass-Bariton André Sühling (2.v.l.) und Sopranistin Renate Lücke-Herrmann v erstanden es, ebenso wie ihrer versierter Begleiter Klaus Böwering am Klavier, das Publikum im Kaminzimmer des Borchorster Hofes zu begeistern.

Die Solisten Bass-Bariton André Sühling (2.v.l.) und Sopranistin Renate Lücke-Herrmann v erstanden es, ebenso wie ihrer versierter Begleiter Klaus Böwering am Klavier, das Publikum im Kaminzimmer des Borchorster Hofes zu begeistern. Foto: Martin Fahlbusch

Horstmar - 

Kaum brausten die ersten Herbststürme über das Land, da lud der Konzertförderkreis St. Gertrudis die Besucher des Kammerkonzerts am Sonntagnachmittag im Jagd- und Kaminzimmer des Borchorster Hofes schon zu einer besonderen Winterreise ein. Dabei überzeugten Bass-Bariton André Sühling und Sopranistin Renate Lücke-Herrmann mit seinem versierten Begleiter Klaus Böwering am Klavier.

Von Martin Fahlbusch

Kaum brausten die ersten Herbststürme, da lud der Konzertförderkreis St. Gertrudis die Besucher des Kammerkonzerts am Sonntagnachmittag im Jagd- und Kaminzimmer des Borchorster Hofes schon zu einer besonderen Winterreise ein. Zu Beginn der fast zwei solistischen Stunden hatte der Bass-Bariton André Sühling mit seinem versierten Begleiter Klaus Böwering am Klavier einige Lieder aus dem gleichnamigen Zyklus von Franz Schubert auf die Notenpulte gelegt.

Die Auswahl aus diesem mächtigen Werk gelang, weil die sicher geführte Stimme des großen Sängers die unterschiedlichen Eindrücke dieser „Flucht vor den Irrungen und Wirrungen der Liebe“ (Programmüberschrift) in ihren unterschiedlichen Stimmungslagen gekonnt ausleuchtete und Klaus Böwering die Finessen der Schubertschen Klavierbegleitung trotz eines nicht immer optimalen Kleinflügels prächtig ausspielte.

Themenbedingt ist die Winterreise eher dunkel, nachdenklich gar verzehrend, so konnte die Sopranistin Renate Lücke-Herrmann mit ihrer bemerkenswerten stimmlichen Leistung die so ganz anderen Seiten der Schubertschen Liedkunst fein gestaltend vorstellen.

Auch wenn man bei diesem Komponisten wohl nicht an der „Forelle“ und dem „Heidenröslein“ vorbeikommt, war es ihr Verdienst mit Klaus Böwering als sicherem Pianopartner, auch weniger bekannte Lieder des österreichischen Genius‘ zu Aufmerksamkeit heischenden Gehör zu bringen. So hatten die drei bestens harmonierenden Musiker vor der Pause eine wunderbare Bandbreite des vielfältigen Liedschaffens von Franz Schubert in unterschiedlichen Schattierungen vorgestellt.

Nach Erfrischungen und Erholungen wurde der ehemals schweigsame Klaus Böwering am Klavier zum pfiffigen und hintersinnigen Moderator, als er die rund 35 Zuschauer mit seinen beiden singenden Mitstreitern ins Land der Oper zu entführen trachtete. Dass wiederum war für André Sühling insofern eine besondere Herausforderung, als der Pfarrer von St. Franziskus in Münster die eher lüsternen Figuren des Don Giovanni und des Grafen Almaviva aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart ja bis zu einer gewissen Glaubwürdigkeit eben auch stimmlich skizzieren musste.

Er bewältigte die Aufgabe gekonnt sowie seriös und hatte in den Duetten mit Renate Lücke-Herrmann, die vor allem mit „Giunse alfin il momento“ als Susanna glänzte, eine zuverlässige Gesangspartnerin.

Irgendwie waren die begeisterten Zuschauer dann am Ende erleichtert, als der prächtig singende Theologe versprach, die ihm zum Dank überreichte wunderschöne Rose als Schmuck für die Marienstatue in seiner Pfarrkirche zu nutzen.

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