Künstlertreffen in Leer
Freiheit als Orientierung

Horstmar-Leer -

Woran denken Frauen so. Und wie weit ist es von hier aus bis nach Panama? Diese beiden Fragen gehörten – ein wenig augenzwinkernd – zum internationalen Symposium einer Gruppe Künstlerinnen und Künstler, die vergangene Woche zum gemeinsamen Austausch bei Gastgeber und Bildhauer Andreas Laugesen in Leer zusammentrafen.

Donnerstag, 17.05.2018, 15:05 Uhr

Seit mehr als 15 Jahren treffen sich die Künstler abwechselnd in Schweden, Deutschland, Schweiz oder Polen. In diesem Jahr erstmalig in Leer. Für sechs Tage waren sechs Männer und Frauen Gast bei Andreas Laugesen, um sich kreativ inspirieren zu lassen.
Seit mehr als 15 Jahren treffen sich die Künstler abwechselnd in Schweden, Deutschland, Schweiz oder Polen. In diesem Jahr erstmalig in Leer. Für sechs Tage waren sechs Männer und Frauen Gast bei Andreas Laugesen, um sich kreativ inspirieren zu lassen. Foto: Sabine Sitte

Woran denken Frauen so. Und wie weit ist es von hier aus bis nach Panama? Diese beiden Fragen gehörten – ein wenig augenzwinkernd – zum internationalen Symposium einer Gruppe Künstlerinnen und Künstler, die vergangene Woche zum gemeinsamen Austausch bei Gastgeber und Bildhauer Andreas Laugesen in Leer zusammentrafen. Zur Abschlussausstellung am Freitag gab es dann einige Antworten.

„Ein Symposium ist keine trockene Veranstaltung, bei der nur geredet wird“, korrigierte Andreas Laugesen das Klischee. Im Gegenteil: aus einem lateinischen Werk Platons leite sich die Beschreibung eines geselligen Beisammenseins ab. „Wir haben gemeinsam gearbeitet, miteinander geredet und einfach viel Zeit miteinander verbracht.“

Seit mehr als 15 Jahren treffen sich die Künstler in lockerer Runde abwechselnd für jeweils mehrere Tage in Schweden, Deutschland, der Schweiz oder Polen. In diesem Jahr erstmalig in Leer. Für sechs Tage waren die sechs Männer und Frauen dort zu Gast und haben ihre Eindrücke zu Papier gebracht, in Stein gemeißelt und auf Figuren geschrieben.

„Es gibt keine direkten Vorgaben, was jeder hier machen soll“, so Laugesen, „aber wir hatten das Thema ‚Freiheit’ zur Orientierung.“ Freiheit sei ja eng geknüpft an das aktuelle Thema Sicherheit. Diese Diskrepanz darzustellen, sei die Herausforderung gewesen, betont der Gastgeber.

Margaretha Borgehed und Björn Jaederas haben sich in Sandstein versucht. Beiden Schweden ist das figürliche Arbeiten vertraut. Sie arbeitet als Kunstlehrerin mit Keramik, er hantiert in seiner privaten Kunstgießerei mit Bronzefiguren.

In Leer hat Björn Jaederas die Weite der Landschaft, begrenzt von Koppeln und Zäunen, in den Stein geschlagen. Margaretha Borgeheds Arbeiten erinnern an fantasievolle Vögel. Immer wieder tauchen Haus, Garten und die Skulpturen Laugesens in den Werken der Künstler auf, in geschickt schraffierten Figuren vom Martin Bornholm, im Holzdruck und einer Collage von Annelie Haack oder im Skizzenbuch von Margret Lieser. Mikaela Hölbing präsentierte eine aufwendige Arbeit in der eigenwilligen Technik der Transferlithografie.

Die Schweizerin Katharina Kunz-Holdener lernte von der in Horstmar ansässigen Künstlerin Marlies Döking die Arbeit mit Polyester. So entstanden die humorvollen Figuren der „Flying Queens“ – zwei patente Frauenkörper, sonnengelb und orangefarben angemalt und beschriftet: Woran Frauen so denken. Von der Freiheit des Eierlikörgenusses über die Liebe bis zur Pille ist es aufgeschrieben.

Und was ist mit Panama? Ein gelber Wegweiser im Garten von Andreas Laugesens Garten zeigt es genau an: 9123 Kilometer sind es bis zu diesem Stückchen Freiheit.

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