Do., 14.01.2016

VR-Bank Kreis Steinfurt zieht Bilanz „Banken spüren Ertragsdruck“

Für den Vorstand der VR-Bank Kreis Steinfurt wird es angesichts der Herausforderungen für die Zukunft nicht langweilig (von links) Franz-Josef Konermann, Hubert Overesch und Ulrich Weßeler.

Für den Vorstand der VR-Bank Kreis Steinfurt wird es angesichts der Herausforderungen für die Zukunft nicht langweilig (von links) Franz-Josef Konermann, Hubert Overesch und Ulrich Weßeler. Foto: Sabine Plake

Tecklenburger Land - 

Die Erträge erhöhen, die Kosten senken, das Eigenkapital stärken, die Kunden weiter zufriedenstellen, Strukturen verändern - die VR-Bank Kreis Steinfurt steht vor Herausforderungen.

Von Sabine Plake

Die Erträge erhöhen, die Kosten senken, das Eigenkapital stärken, die Kunden weiter zufriedenstellen, Strukturen verändern - die VR-Bank Kreis Steinfurt steht vor Herausforderungen. Trotz Gegenwind bezeichnete am Mittwoch der Vorstand der VR-Bank Kreis Steinfurt mit Franz-Josef Konermann, Hubert Overesch und Ulrich Weßeler das Geschäftsjahr 2015 als erfolgreich.

Die Bilanzsumme erreichte per 31. Dezember 2015 nach den vorliegenden Zahlen die Marke von 2,57 Milliarden Euro - ein Plus von vier Prozent. Das betreute Kundenvolumen liegt bei 5,4 Milliarden (plus 4,9 Prozent). Die Kundeneinlagen erhöhten sich auf rund 1,89 Milliarden Euro. Das sind 3,7 Prozent mehr als 2014.

Sieben Filialen seien 2015 in SB-Center umgebaut worden. Eine Filiale sei ganz geschlossen worden. Die Filiale am Neumarkt in Ibbenbüren wird in dieser Woche ebenfalls schließen.

Zusammen mit der Kreissparkasse Steinfurt wird am Neumarkt ein SB-Center eingerichtet, insgesamt hat die VR-Bank Kreis Steinfurt heute 30 personenbesetzte Filialen und 17 SB-Center. Schmerzhafte, aber notwendige Schritte, wie der Vorstand ausführte.

An gewissen Stellen seien die Kosten höher als die Erträge. „Wir sind weiterhin in der Fläche unterwegs“, unterstrich Konermann. Auf der anderen Seite verändere sich das „Banking“. Der Kunde habe gewisse digitale Ansprüche. Konermann: „Die kleinen Filialen wurden einfach nicht mehr ausreichend genutzt.“

Auch die Erhöhung der Kontoführungsgebühren sei notwendig gewesen. Das habe die große Mehrheit der Kunden verstanden. Einige hätten die Bank verlassen, allerdings „hatten wir mehr befürchtet“, sagte Ulrich Weßeler.

Um den Kunden gerecht zu werden, habe das Geldinstitut seit Oktober einen neuen telefonischen Kundenservice gestartet. „Das, was bisher über die Filiale möglich war, kann telefonisch über das Center abgewickelt werden, beispielsweise Daueraufträge, Gewinnsparen und Überweisungen. 30 Bankkaufleute sitzen dafür in dem Gebäude der VR-Bank Hörstel.

Zahlen und Fakten

► Bilanzsumme: 2,5 Milliarden Euro (plus 4 Prozent)► Betreutes Kundenvolumen: 5,3 Milliarden Euro (plus 4,9 Prozent)► Kundeneinlagen: 1,89 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent)► Mitgliederzahl: 66 550► Spenden: 715 000 Euro wurden für 1055 Maßnahmen ausgeschüttet. „Das unterscheidet uns von Groß- und Direktbanken. Das ist unsere Verantwortung für die Region“, so Hubert Overesch.► Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei 608, davon sind 67 Auszubildende. Das sind etwa zehn Mitarbeiter weniger als 2014. „Durch die Fusion soll der Verwaltungsaufwand reduziert werden. Das setzen wir konsequent um“, nämlich durch natürliche Fluktuation, versichert der Vorstand.

Das bilanzielle Kreditgeschäft wuchs 2015 um 4,6 Prozent auf den Stand von 1,83 Milliarden Euro. Der Zuwachs liege vor allem im privaten Bereich. „Heute kann sich fast jede junge Familie ein Eigenheim leisten“, unterstrich Konermann. Im gewerblichen Bereich sei durchaus eine Zurückhaltung festzustellen. „Die Firmen tätigen Investitionen weitestgehend über den Cashflow“, erklärte Overesch. Die Zurückhaltung liege unter anderem an der Unsicherheit hinsichtlich der Weltmärkte, besonders Russland und China.

Die Fördermittelkredite sind um fast zehn Prozent gestiegen. Stark ist nach wie vor die Wohnbauförderung. Ein besonderer Anstieg ist aber auch in der Landwirtschaft zu verzeichnen, der es leider nicht gut gehe, so Overesch. Die Fördermittelkredite seien eine Liquiditätsmaßnahme. „Das sehen wir mit Sorge.“

In einigen Bereichen decke der Verkauf der Produkte nicht mehr die Kosten - hier nannte Overesch vor allem die Schweine- und die Milchviehhaltung. Er mache sich durchaus Sorgen um die landwirtschaftliche Struktur. „Die Größe entscheidet oft über den Bestand.“

Die Zahl der vermittelten Riester-Verträge erhöhte sich um stolze 13,5 Prozent auf 24 750. Das entspricht 90 Millionen Euro Einzahlungen und drei Millionen Zulagen vom Staat.

Angesichts des immer noch sehr niedrigen Zinsniveaus gibt es für die Banken Druck beim Ertrag. Die Bankenaufsicht verlange mehr Eigenkapital. Dieses soll wie angekündigt um insgesamt 5,2 Prozent vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung auf 202 Millionen Euro aufgestockt werden. Schon im vergangenen Jahr hatte die VR-Bank angekündigt, dass es eine Grunddividende von vier Prozent geben könnte, der Bonus von zwei Prozent aber fraglich sei.

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