Mo., 20.03.2017

Amtsgericht Ibbenbüren erlässt Strafbefehl gegen Frau aus Westerkappeln Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung

Der Unfall hatte sich am 10. Dezember auf der Permer Straße in Laggenbeck ereignet. Für die Unfallaufnahme der Polizei leuchtete die Feuerwehr die Unfallstelle aus.

Der Unfall hatte sich am 10. Dezember auf der Permer Straße in Laggenbeck ereignet. Für die Unfallaufnahme der Polizei leuchtete die Feuerwehr die Unfallstelle aus. Foto: Daniel Lüns

Ibbenbüren/Westerkappeln - 

Eine Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht muss nun eine 43-jährige Westerkappelnerin zahlen, die am 10. Dezember 2015 an der Permer Straße in Laggenbeck einen 27-jährigen Ibbenbürener mit dem Auto erfasst hat und dann weitergefahren ist. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.

Von Daniel Lüns

Der zuständige Richter des Amtsgerichts Ibbenbüren hatte zuvor ohne eine Hauptverhandlung über den Fall entschieden und angekündigt, der Fahrerin einen Strafbefehl zuzuschicken. Gegen diesen könne sie Einspruch einlegen. Wenn sie das nicht tut, gilt die 43-Jährige als verurteilt und muss 90 Tagessätze á 30 Euro zahlen, erläuterte der Richter.

„Aus meiner Sicht war klar, dass sie heute verurteilt wird“, erklärte er, warum der Termin ohne die fünf Zeugen und einen Sachverständigen ablaufe. Zudem gebe es keine Nebenkläger. „Es gibt keinen nahen Angehörigen, der ein Interesse an einer Hauptverhandlung hat“, sagte der Richter weiter. Zudem leide die Frau nach wie vor sehr unter dem Vorfall und werde auch psychologisch betreut. Außerdem fielen durch den Verzicht auf eine Hauptverhandlung deutlich weniger Kosten an.

Fahrerin kehrte zu Unfallort zurück

Die Frau war laut dem Richter am 10. Dezember 2015 gegen 19.45 Uhr auf der Permer Straße stadtauswärts unterwegs. Kurz vor der Einmündung Fledder habe sie den 27-Jährigen erfasst, der auf dem rechten Fahrbahnrand in dieselbe Richtung gegangen war. Der Mann hatte etwa drei Promille Alkohol im Blut und war an der unbeleuchteten Straße schlecht zu erkennen, sagte der Richter weiter. Der 27-Jährige habe keine Reflektoren oder andere auffällige Kleidung getragen.

Rückblick

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Obwohl die Frau den Knall des Aufpralls wahrgenommen habe, sei sie weitergefahren und habe damit Fahrerflucht begangen. Minuten später sei die Frau wieder an die Unfallstelle zurückgekehrt. Laut Aussage des Richters hatte die Frau beteuert, den Mann nicht gesehen zu haben. Sie sei von einem Wildunfall ausgegangen. Zwischenzeitlich sei der Frau der Führerschein entzogen worden, mittlerweile habe sie ihn aber wieder.

Wenn die Frau gegen den Strafbefehl keinen Einspruch einlegt und die Geldstrafe bezahlt, ist der Fall erledigt. Auch zählt sie damit nicht als vorbestraft. Dies wäre sie ab einer Geldstrafe von 91 Tagessätzen, erklärte der Richter weiter. „Wir sind hier im untersten Bereich der Fahrlässigkeit.“

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