Von der Insel nach Ibbenbüren zum Veteranen-Treffen
720 Kilometer für „Rallye mit Seele“

Ibbenbüren -

Mike Hele hat sorgfältig ausgewählt. Jedes Jahr möchte der Engländer ein anderes Motorrad mit zum Veteranen-Treffen nach Ibbenbüren nehmen. Zum zehnten Mal sind er und seine Frau Renate in diesem Jahr dabei. Mit 720 Kilometer hat das Paar die weiteste Anreise für die „Rallye mit Seele“.

Donnerstag, 17.05.2018, 14:05 Uhr

Mike und Renate Hele aus der Nähe von Waterlooville in England starten mit der Matchless aus dem Jahr 1926 bei der Veteranen-Rallye.
Mike und Renate Hele aus der Nähe von Waterlooville in England starten mit der Matchless aus dem Jahr 1926 bei der Veteranen-Rallye. Foto: Linda Braunschweig

Der 68-Jährige aus der Nähe von Waterlooville in Hampshire kann aus einem Fundus von derzeit 90 Maschinen schöpfen. „Aber nur 25 sind fahrbereit“, erklärt Hele. Auf den Anhänger hinter dem Wohnmobil hat der Motorrad-Liebhaber dieses Mal eine „Matchless“ von 1926 geladen. Hele ist der fünfte Besitzer. Die Maschine hat noch ihren Original-Beiwagen. Eine Seltenheit, so wie die ganze Maschine, von der es laut Hele nur noch etwa zehn auf der Welt gibt.

720 Kilometer ist das Ehepaar Hele angereist, regelmäßig sind sie nicht nur die Teilnehmer, die den weitesten Weg auf sich nehmen, sondern auch die einzigen Gäste aus „good old England“. Ein bisschen seltsam sei deshalb der Moment beim Fahnenhissen der teilnehmenden Nationen, sagt Mike Hele. „Dann wird die Hymne nur für uns gespielt.“

2009 kam das Ehepaar zum ersten Mal nach Ibbenbüren. „Und wir waren spät“, erinnert sich Renate Hele. Ihr Gefährt mussten sie damals etwas abseits abstellen, Strom gab‘s dennoch sofort. Die Organisation begeistert die Heles bis heute. „Jeder hier gibt sich Mühe, damit wir uns wohlfühlen. Es gibt in England größere Veranstaltungen dieser Art, aber keine ist so gut organisiert“, sagt Mike Hele, der schon zwei Mal das größte englische Treffen für Fans alter Motorräder ausgelassen hat, um stattdessen die lange und kostspielige Reise nach Ibbenbüren auf sich zu nehmen. „Im Gegensatz zum Banbury Run hat die Veteranen-Rallye eine Seele“, findet Hele. Im großen Fahrerlager haben die Heles zahlreiche Freunde gefunden. „Abends sitzen wir hier zusammen, an Weihnachten senden wir uns gegenseitig Karten“, sagt Renate Hele.

Die Rallye

Die Internationale Ibbenbürener Veteranen-Rallye von Freitag bis Montag, 18. bis 21. Mai, lockt in diesem Jahr 275 Fahrer mit Zweirädern, die vor 1945 gebaut wurden, nach Ibbenbüren. Los geht‘s am Freitag um 20 Uhr mit der Flaggenparade im Festzelt. Am Samstag ist um 10.30 Uhr Start zur kleinen Ausfahrt mit Gleichmäßigkeitsprüfung. Um 15.30 Uhr beginnt der Gleichmäßigkeitslauf im Stadion Ost. Start zur großen Ausfahrt über 140 Kilometer ist am Sonntag um 10 Uhr.

...

Dieses Jahr ist das Paar schon am Montag angereist und bleibt eine Woche. Fest eingeplant bei jeder Rallye: ein Besuch bei Naturgart in Dörenthe. Der Park begeistert die Engländer immer wieder. Seit 40 Jahren sind Oldtimer das Hobby von Mike Hele. Auf dem Grundstück zu Hause in Catherington stehen gleich mehrere Gebäude für die Maschinen bereit. Er lebe quasi in seiner Werkstatt, sagt der frühere Bauunternehmer. Jedenfalls verbringe er zu viel Zeit mit den Maschinen, gibt er in Richtung von Ehefrau Renate zu. Die stört‘s nicht. Die 78-Jährige ist zehn Jahre lang selbst gefahren, nimmt heute aber lieber im Beiwagen Platz.

Die frühe Technik und deren rasante Entwicklung der Zweiräder begeistern Mike Hele. Und dann seien die Maschinen auch leicht zu reparieren, das freut den Bastler, der auch gerne mal etwas mehr tüftelt. So hat die „Matchless“ bei ihm ein neues Öl-System bekommen. „Da fährt die Maschine mehr als 80 Jahre damit und ihm gefällt‘s nicht“, sagt seine Frau schmunzelnd.

Oft ist Mike Hele von Veteranen-Treffen schon mit mehr Motorrädern zurückgekehrt, als er zuvor auf dem Anhänger hatte, nie mit weniger. „Einen enthusiastischen Sammler halten nur zwei Sachen ab: Platz und Geld“, weiß der 68-Jährige.

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