Kreis Steinfurt
Mi., 08.09.2010
FSME-Fall: In Polen infiziert
|
|
Kreis Steinfurt - Hat das gefährliche FSME-Virus mitlerweile auch den Kreis Steinfurt erreicht? Zwar arbeitet sich der durch Zecken übertragene Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis allmählich vom Süden Deutschlands nach Norden vor, doch bisher wurde er nur an der Grenze von NRW zu Hessen gefunden, und das auch nur vereinzelt. Jetzt aber tauchte ein erster Fall im Kreis Steinfurt auf, wie aus der gestern aktualisierten Übersicht des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit in NRW hervorgeht.
Doch Dr. Detlef Schmeer, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, gibt Entwarnung. Der FSME-Fall sei dem Kreisgesundheitsamt schon am 25. August gemeldet worden; es habe sich jedoch herausgestellt, dass sich der Patient höchstwahrscheinlich in Polen infiziert habe. Schmeer: „Etwas anderes hätte auch nicht gepasst, schließlich sind wir kein Risikogebiet.“
FSME wird in 99Prozent aller Fälle durch Zecken übertragen und verursacht im schlimmsten Fall eine Hinhautentzündung. Gegen die Erkrankung kann man sich impfen lassen.
Derweil beherrscht weiterhin der Brech-Durchfall die Statistik der meldepflichtigen Krankheiten im Kreisgebiet. Während an der Norovirus-Front mittlerweile etwas Ruhe eingekehrt ist (nur zwei neue Fälle in der 34. Woche), holt die Campylobacteriose kräftig auf. In der 34. Woche wurde im Kreis 15 neue Fälle registriert, die Gesamtzahl in diesem Jahr addiert sich damit auf 462 Fälle (Vorjahreszeitraum: 329 Fälle). „Die Campylobacteriose ist zum Favorit bei den Durchfallerkrankungen geworden“, sagt Schmeer. Anders als die Noroviren würden diese Erreger aber nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern gelangten meist über Lebensmittel in den Körper. Mangelnde Küchenhygiene und ungenügend durchgebratenes Geflügelfleisch, so Schmeer, seien die am häufigsten festgestellten Infektionswege.
|
|
Anzeige
InserierenWN-Immo Anzeigen
Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region