Kreis Steinfurt

Di., 31.08.2010

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Für mehr Sicherheit: Kreis sieht gelb

Die Polizei hält Autofahrer an, und Grundschüler, unterstützt von älteren Mitschülern, verteilen mahnende Denk- oder lobende Dank-Zettel. Statt 24 wie im vergangenen Jahr, wird es diesmal 36 solcher Aktionen geben, wie sie unser Archivbild aus 2009 in Steinfurt zeigt.Foto: Dirk (Drunkenmölle)
Von Achim Giersberg

Kreis Steinfurt - Für genau 4303 Erstklässler im Kreis Steinfurt hat gestern der sprichwörtliche „Ernst des Lebens“ begonnen. Und dazu gehören leider auch die Gefahren des Straßenverkehrs. Landrat Thomas Kubendorff betonte deshalb gestern vor der Presse, dass er natürlich wieder sehr gerne als Schirmherr für die Aktion „Der Kreis Steinfurt sieht gelb“ fungiere. Zum zweiten Mal hat das Lokalradio RST diese Kampagne organisiert und dafür die Verkehrswacht des Kreises, die Kreispolizei, das Schulamt des Kreises, die Kreisverwaltung und die Volksbanken im Kreis Steinfurt als Partner und Sponsoren gewonnen.

1500 Plakate, 150 Straßenbanner, 6000 gelbe Käppis, 10 000 gelbe Flyer mit Tipps für den sicheren Schulweg, 2500 gelbe Denk- und Dankzettel - der Materialaufwand für mehr Sicherheit ist groß. Dabei ist die Gefährdungslage zum Schulbeginn, wie Ludwig Schnell von der Kreispolizeibehörde erläutert, gar nicht schlecht: Die Autofahrer seien sensibel für die neuen, unerfahrenen Verkehrsteilnehmer, die Unfallzahlen entsprechend gering. Das Ziel der Aktion, so RST-Marketingchef Norbert Krois, ziele aber viel weiter: „Wir wollen ein insgesamt umsichtigeres Verhalten im Straßenverkehr unterstützen.“ Jede Menge Spots im Lokalradio und 20 redaktionelle Beiträge sollen dafür sorgen, dass es nicht bei einer „Materialschlacht“ bleibt, sondern Verhalten sich tatsächlich nachhaltig ändert.

Am wirkungsvollsten, so RST-Chefredakteurin Andrea Stullich, hätten sich hierfür die Dank- und Denkzettel erwiesen. Grundschulkinder, aältere Schulkinder und Polizisten werden dazu wieder vom 1. bis zum 17. September aktiv und „sanktionieren“ das Verhalten von Auto-, Radfahrern oder Fußgängern mit gelben Denkzetteln, auf deren Rückseite die entsprechenden Verstöße formuliert sind. Oder sie belohnen vorbildliches Verhalten mit Dankzetteln. „Tiefe Betroffenheit“, so Ludwig Schnell, hätten im vergangenen Jahr die Denkzettel ausgelöst - bis hin zu bitteren Tränen. „Das ist wirkungsvoller als ein Bußgeld“ weiß der erfahrene Verkehrspolizist. Gerne habe man deshalb auf die Wünsche der Schulen reagiert und die Zahl der Aktionen von 24 auf diesmal 36 erhöht.

Die Volksbanken im Kreis, so deren Vertreter Jürgen Kreitschinski, hätten gerne die Rolle des Sponsors übernommen, nachdem der Sponsor aus 2009, das Modehaus Schulte, jetzt eine ähnliche Aktion in Niedersachsen unterstütze und sich deshalb zurückgezogen habe. Natürlich sei der Werbeeffekt für die Volksbanken wichtig. Die Aktion böte die willkommene Gelegenheit, Kinder, Eltern und Lehrern das Volksbank-Logo einzuprägen und sei die ideale Ergänzung des Radfahrtrainings, das die Volksbanken schon seit langem unterstützten. Primär gehe es aber um mehr Sicherheit für die Kinder

Rechtliche Probleme gebe es dabei keine, versicherte Schulrätin Karin Kindervater. Sponsoring und Werbung sei in gewissen Grenzen nach dem Schulgesetz erlaubt, insbesondere, wenn es um Prävention gehe: „Ohne Sponsoring geht es auch in den Schulen nicht mehr.“ Das gilt auch für die Polizei, die natürlich nicht direkter Werbeträger sein darf, aber durchaus bei Sponsoringaktionen mitmachen darf, insbesondere, wenn damit präventive Aufklärung geleistet wird.

Dass in diesem Jahr gut zehn Prozent weniger I-Männchen an den Schulstart gehen als zum Schuljahresbeginn 2009/10. ist eine direkte Folge der demografischen Entwicklung. „Wir haben trotzdem 6000 Käppis gekauft“, sagt Andrea Stullich, denn „oft wollen auch Geschwisterkinder welche“. Und sollten tatsächlich Käppis übrigbleiben, dann seien die Schulen aufgefordert, auch Zweit-Klässler damit zu versorgen.


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