Fr., 18.03.2016

Mastställe „Die Grenzen sind erreicht“

Immer mehr Tiere, immer größere Ställe: Gegen diesen Trend in der Landwirtschaft stemmt sich jetzt die Kreisverwaltung. Vor allem die Genehmigung gewerblicher Ställe will sie restriktiver handhaben.

Immer mehr Tiere, immer größere Ställe: Gegen diesen Trend in der Landwirtschaft stemmt sich jetzt die Kreisverwaltung. Vor allem die Genehmigung gewerblicher Ställe will sie restriktiver handhaben. Foto: dpa

Kreis Steinfurt - 

Der Kreis Steinfurt kündigt an, die Genehmigung gewerblicher Mastställe künftig restriktiver zu handhaben. Die Grenzen des Wachstums seien erreicht. Als erstes versagte er einem Hof in Steinfurt/Dumte die Erweiterung im Außenbereich und kritisierte den Versuch des „Flächenhopping“.

Von Achim Giersberg

Der Kreis Steinfurt wird den Neubau eines Schweinemaststalls für 1280 Tiere im Außenbereich von Steinfurt/Dumte nicht genehmigen. Der Kreis handele dabei durchaus aus grundsätzlichen Erwägungen, sagte Bau-Dezernent Franz Niederau am Mittwochhabend vor dem Umweltausschuss.

Genehmigungen für gewerbliche Stallungen würden in Zukunft restriktiver gehandhabt, kündigte Niederau an und meinte: „Die Grenzen des Wachstums der Tierzahlen sind erreicht“. Die Tierzahlen müssten wieder stärker an die Fläche gekoppelt werden. Das heißt unter anderem: Mindestens 51 Prozent des benötigten Futters müssten auf eigenen Flächen angebaut werden.

Vor allem ein „Flächenhopping“, wie es in diesem Falle praktiziert werden sollte, werde der Kreis nicht akzeptieren. Flächenhopping bedeutet, die landwirtschaftlich privilegierte Hofstelle wird über eine Nutzungsänderung bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde in eine gewerbliche Privilegierung umgewandelt. Hierdurch wird Fläche frei, die zuvor für den Nachweis der Möglichkeit des Erwirtschaftens einer überwiegend eigenen Futtergrundlage erforderlich war. Die freie Fläche wird dann als Genehmigungsgrundlage für ein neues landwirtschaftliches Stallbauvorhaben genutzt. Diese Vorgehensweise kann unter Umständen mehrfach wiederholt werden.

SPD, Grüne und FDP begrüßten das Handeln der Verwaltung, und auch seitens der CDU widersprach niemand. Niederau betonte: „Es gibt auch keinen Gegenwind von den Berufsverbänden“. Restriktionen gegen immer größere Mastställe seien auch im Interesse der bäuerlichen Familienlandwirtschaft.

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