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Sa., 08.11.2014

Dorfladen wird zum Erfolgsrezept / Kunden lassen Schließung über Wintermonate nicht zu „Lohn für den Einsatz ist viel Spaß“

Sie haben alles im Griff:  Hans-Jürgen Mäscher und Gudrun Spuhn, die hier das Sortiment überprüfen, sind zwei von gut 60 Ehrenamtlichen, die den Dorfladen in Schwung halten. Für das Weihnachtsdorf sind besondere Aktionen geplant.

Sie haben alles im Griff:  Hans-Jürgen Mäscher und Gudrun Spuhn, die hier das Sortiment überprüfen, sind zwei von gut 60 Ehrenamtlichen, die den Dorfladen in Schwung halten. Für das Weihnachtsdorf sind besondere Aktionen geplant. Foto: Sigmar Teuber

Ladbergen - 

„Kaupen (Kaufen) & Küeden (Reden) bi‘n Afrouper“ heißt das Motto im Ladberger Dorfladen. Das Konzept geht auf. Unerwartet gut. Statt die Einrichtung wie geplant Mitte Oktober zu schließen gaben die Verantwortlichen den Wünschen der Gäste nach und lassen den Laden (fast) dauerhaft auf. Auch im Weihnachtsdorf wollen die Ehrenamtlichen präsent sein.

Von Sigmar Teuber

Der Laden läuft. So gut, wie es keiner erwartet hatte. „Es kommen nicht nur Ladberger sondern auch viele Besucher aus den umliegenden Orten zu uns“, freut sich Heinz Kemper . „Sie wissen, dass sie hier Ware kaufen können, die sie sonst im Handel nicht bekommen.“

Keine Frage: Das Konzept des Dorfladens an der Alten Schulstraße 1 – „Kaupen (Kaufen) & Küeden (Reden) bi‘n Afrouper“ – geht auf. Großen Anteil daran haben nach Meinung von Gudrun Spuhn , die für den Warennachschub zuständig ist, auch rund 60 ehrenamtliche Helfer, die mit Elan und viel Spaß im Einsatz sind.

So wie das Team der „SK Lecker“, das sich regelmäßig in der alten Schulküche trifft, um Marmeladen, Kuchen im Glas, Backmischungen, Relish (würzige Soßen aus Gemüsestücken) und andere Köstlichkeiten zu produzieren. „Selbstverständlich sind wir zertifiziert und stehen unter der Aufsicht des Gesundheitsamtes“, macht Heinz Kemper deutlich.

Eigentlich, erinnert sich Kemper, hatten die Verantwortlichen der Marketing-Initiative „Nu män tou!“ vorgehabt, den Dorfladen ab Mitte Oktober über die Wintermonate zu schließen. Da hatten sie die Rechnung offenbar ohne den Wirt – sprich: die Besucher – gemacht. Die plädierten nämlich vehement dafür, nicht nur den Laden, in dem es neben Produkten heimischer Betriebe auch Geschenkartikel und Präsentkörbe gibt, sondern auch das angrenzende Fair-Trade-Café durchgehend geöffnet zu halten.

Nicht nur dort bei Kaffee, Tee und Kuchen im Glas, der jeweils mit Kompott serviert wird, lässt es sich offenbar trefflich „Küeden“. So erzählt Mitarbeiter Hans-Jürgen Mäscher zum Beispiel von einer älteren Frau, die täglich in den Dorfladen kommt, um jeweils drei Kartoffeln zu kaufen. „Der geht es nicht in erster Linie um die Lebensmittel sondern darum, Leute zu treffen, mit denen sie reden kann“, versichert er.

Der Forderung ihrer Gäste nach einer durchgehenden Öffnung gaben Gudrun Spuhn, Heinz Kemper und die übrigen Ehrenamtlichen gern nach. Zumal die Besucher auch von der Präsenz der Tourist-Information im selben Haus und diese wiederum vom Interesse der Besucher profitieren. „So mancher, der sich über Ladbergen informieren und eigentlich nur ein paar Prospekte abholen wollte, kommt in den Laden. Und viele Gäste, die zuerst hier einkaufen und Kaffee trinken, gehen am Ende mit Infos und Urlaubstipps nach Hause“, freut sich Heinz Kemper.

In Sachen Präsenz wollen die „Kaupen & Küeden“-Helfer noch eins drauflegen. Zusätzlich zu den normalen Öffnungszeiten des Dorfladens – dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie von 14.30 bis 17.30 Uhr – wollen sie auch im Weihnachtsdorf präsent sein. „Bei uns gibt es besondere ,Ladberger Weihnachtsgeschenke’. Während des Weihnachtsdorfes (6./7. Dezember) sind der Laden und das Café geöffnet. Auf unserer Terrasse bieten wir unter anderem Feuerzangenbowle und Bratäpfel an“, berichtet Gudrun Spuhn.

So engagiert die vielen freiwilligen Helfer auch sind, so sind ihnen doch weitere Mitstreiter willkommen. „Sie müssen nur Lust mitbringen, sich zu engagieren. Der Lohn dafür ist viel Spaß“, wirbt Hans-Jürgen Mäscher.

Eine Pause macht der Dorfladen doch: Vom 19. Dezember bis zum 6. Januar sind er und das Café geschlossen. 

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