Mi., 08.04.2009

Ladbergen „Plattdeutsch auf der roten Liste“

Der Heimatverein (links Vorsitzender Heinz Lagemann) stellte gestern die Ergebnisse zur Untersuchung vor, wie viele Menschen in Ladbergen noch Plattdeutsch sprechen. Sicher die jüngsten sind Julia (5, versteht schon viel) und Christian Brinkmeier (11) sowie Dirk (13) und Bernd Stiepermann (15, vorne, von links); außerdem Bürgermeister Wolfgang Menebröcker, Initiator Willi Untiet und Rolf Hakmann aus dem Vorstand des Heimatvereins. Foto: (Erhard Kurlemann)

Ladbergen - Ladbergen hat 6404 Einwohner. Gut 900 haben etwas gemeinsam, was sie wohl von den meisten übrigen unterscheidet: Sie sprechen Plattdeutsch oder können es zumindest verstehen. Diese Zahlen stellte gestern Willi Untiet vor...

Von Erhard Kurlemann

Ladbergen - Ladbergen hat 6404 Einwohner. Gut 900 haben etwas gemeinsam, was sie wohl von den meisten übrigen unterscheidet: Sie sprechen Plattdeutsch oder können es zumindest verstehen.

Diese Zahlen stellte gestern Willi Untiet vor, der mit dem Heimatverein eine Untersuchung gemacht hat, ob die „alte Kultursprache“ noch lebendig ist.

Von November 2008 bis März 2009 wurden unter Mithilfe zahlreicher Helferinnen und Helfer die Haushalte in Ladbergen nach „Plattsprechern“ durchforstet, berichtete Untiet. „Die sind quasi in ihrer Nachbarschaft von Tür zu Tür gegangen.“

Das Ergebnis sei letztlich nicht überraschend: Die Sprache müsse auf die „Rote Liste“ gesetzt werden. Und weiter: 95 Prozent der noch Plattsprechenden alte Ladberger Familiennamen haben. „Wir müssen feststellen, dass die Bedeutung der plattdeutschen Sprache abgenommen hat.“

Bürgermeister Wolfgang Menebröcker sagte dazu, das Ergebnis spiegele den langen Trend einer Zeit. „Früher wurde oft mit den Eltern oder Großeltern noch platt gesprochen. Mit deren Tod starb in den Familien oft auch diese Tradition.“

Die Untersuchung hat auch gezeigt, wie die „Altersstruktur“ der aktiven Nutzer dieser Sprache ist. „Nur drei sind unter 20 Jahre alt, die meisten zwischen 70 und 79 Jahren“.

Heinz Lagemann, Vorsitzender des Heimatvereins, dankte Untiet für seine Arbeit und betonte, dass es im Jahreskalender des Vereins viele Veranstaltungen gebe, in denen diese Kulturgut als Tradition gepflegt werde.

Welche Konsequenzen aus den Zahlen zu ziehen sind, ist noch offen. „Man kann die Leute nicht dazu zwingen.“

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