Ramon Carreño aus Santiago de Compostela im JZ
Ein Stück gemeinsam pilgern

Ladbergen -

Eine neue Sprache lernen, mit anderen Kulturen in Kontakt kommen und den europäischen Gedanken mit Leben füllen. Die Gründe sich am Europäischen Freiwilligendienst zu beteiligen sind vielfältig. Auch für Ramon Carreño aus Santiago de Compostela, der seit Anfang Februar für elf Monate das Team vom Jugendzentrum in Ladbergen verstärkt.

Mittwoch, 22.05.2013, 07:05 Uhr

Freude über die männliche Verstärkung herrscht bei Regina Storck (links) und Christiane Weinmar. Ramon Carreño arbeitet elf Monate im Ladberger Jugendzentrum.
Freude über die männliche Verstärkung herrscht bei Regina Storck (links) und Christiane Weinmar. Ramon Carreño arbeitet elf Monate im Ladberger Jugendzentrum. Foto: Daniela Geuer

Wenn es auf Deutsch nicht klappt, hilft in den meisten Fällen Englisch weiter. Wenn auch damit die Verständigung schwierig wird, tun es notfalls auch Hände und Füße. Bereits seit Anfang Februar verstärkt Ramon Carreño aus Santiago de Compostela im Westen Spaniens das Team vom Jugendzentrum in Ladbergen . Sprachbarrieren gibt es kaum, auch wenn Ramon kein Wort Deutsch sprach, als er hierher kam. „Das mit den Sprachkenntnissen wird schon“, ist sich Regina Storck , Leiterin des Jugendzentrums sicher. Elf Monate verbringt der 25-Jährige im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes im Tecklenburger Land und hat damit ausreichend Zeit, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern.

Doch das ist nur einer der Gründe, warum der Spanier sich im Freiwilligendienst engagiert. „Ich wollte mit anderen Kulturen in Kontakt kommen“, sagt Ramon mit Unterstützung von Regina Storck. Außerdem wolle er den europäischen Gedanken mit Leben füllen, berichtet er weiter.

Regina Storck und Christiane Weinmar sind begeistert, dass sie in diesem Jahr männliche Unterstützung erhalten. „Wir arbeiten mit zwei Frauen hier. Und es ist gut, wenn ein Mann das Team verstärkt“, sind sich die Frauen einig, die aus insgesamt acht Bewerbern wählen konnten.

Bereits seit 1996 beteiligt sich das Jugendzentrum an dem europäischen Austausch. Davon sollen auch die Jugendlichen profitieren, die die Einrichtung regelmäßig besuchen. Zwar seien sie zu Beginn der Mitarbeit des 25-Jährigen noch etwas zurückhaltend gewesen, allerdings lege sich das mehr und mehr, berichten Storck und Weinmar. „Ich mag die Jungs. Sie sprechen noch nicht so viel mit mir. Aber sie sind sehr freundlich“, sagt Ramon. „Besonders die jüngeren unserer Besucher finden Ramon super und gehen inzwischen schon von allein auf ihn zu“, ergänzt Regina Storck, der die Freude über den neuen Mitarbeiter deutlich anzumerken ist.

Am besten klappt die Verständigung beim Sport. Das ist das Steckenpferd des Spaniers. „Es ist für die Kids total toll, wenn Ramon beim Fußball mitspielt“, erläutert Storck. Für den ambitionierten Sportler eine gute Gelegenheit sich behutsam in das JZ-Leben hinein zu finden. Später soll er kleine Projekte eigenständig übernehmen. Was das sein wird, wird sich noch zeigen. „Das entwickelt sich meistens von ganz allein aus den Interessen der Freiwilligen heraus“, spricht Regina Storck aus Erfahrung. Sie hat jedoch auch schon ihre ganz eigenen Ideen. „Da Ramon aus Santiago de Compostela kommt und hier auch ein Stück des Jakobsweges liegt, könnte ich mir gut vorstellen mit den Jugendlichen ein Stück zu pilgern.“ Aber auch Angebote im Rahmen des Ferienprogramms wie Segeln oder Surfen könnten von dem 25-Jährigen übernommen werden.

Für die Zeit seines Aufenthalts in Deutschland lebt Ramon in einer Wohngemeinschaft mit anderen Freiwilligen in Ibbenbüren. Neben einem Sprachkursus steht auch das Erkunden des Landes auf dem Programm. „Ich war schon in Hamburg, Berlin, Osnabrück und Münster. Das hat mir gut gefallen“, erzählt der junge Mann, der in Spanien bereits ein Produktdesignstudium erfolgreich abgeschlossen hat. 

 

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