Sa., 16.01.2016

Zur Demo nach Berlin Steht Bauern Wasser bis zum Hals ?

Aufmärsche von Landwirten sind in der Bundeshauptstadt kein ungewohntes Bild. Wie hier im Januar 2015 fahren nunmehr zum sechsten Mal Bäuerinnen und Bauern nach Berlin, um für ihre Anliegen zu demonstrieren.

Aufmärsche von Landwirten sind in der Bundeshauptstadt kein ungewohntes Bild. Wie hier im Januar 2015 fahren nunmehr zum sechsten Mal Bäuerinnen und Bauern nach Berlin, um für ihre Anliegen zu demonstrieren. Foto: Marlies Grüter

Ladbergen - 

Ladberger Bäuerinnen und Bauen machen sich heute auf den Weg in die Bundeshauptstadt. Sie wollen demonstrieren. „Wir haben Agrar-Industrie satt“ lautet das Motto der Demo, zu der Tausende Landwirte erwartet werden.

Von Sigmar Teuber

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ – Dieses geflügelte Wort dürfte wohl jeder Fußballfan kennen. Schließlich ist das Olympiastadion seit 1985 in jedem Jahr Austragungsort des Endspiels um den Pokal des Deutschen Fußballbundes. Die Ladberger Bäuerinnen und Bauen, die sich heute auf den Weg in die Bundeshauptstadt machen, haben jedoch anderes im Sinn als Fußball: Sie wollen demonstrieren. „Wir haben Agrar-Industrie satt“ lautet das Motto der Demo, zu der Tausende Landwirte erwartet werden.

„Molkereien und Schlachthöfe zahlen den Bauern seit anderthalb Jahren Preise, von denen keiner leben kann“, sagt Reinhard Fiegenbaum von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. „Zu diesen Preisen bringen jeder Liter Milch sowie jedes verkaufte Ferkel und Schlachtschwein Verluste“, so der Fachmann weiter. Den tierhaltenden Betrieben stehe das Wasser bis zum Hals. „Es muss endlich etwas passieren. Wir haben schon zu viele Betriebe verloren.“

Unter dem Slogan „Wir haben es satt. Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern“ ziehen die Landwirte nach Berlin. Damit rollen zum sechsten Mal in einem Januar Trecker durch die Hauptstadt. Die Demonstranten wollen ein „Umsteuern“ der Agrarpolitik erreichen. „Der bisherige Weg will die Landwirtschaft dem Weltmarkt und den Interessen der Agrar-Konzerne ausliefern“, sagt Reinhard Fiegenbaum. „Das führt die Betriebe wirtschaftlich in eine Sackgasse und gesellschaftlich in Sachen Tier- und Umweltschutz in eine Dauer-Defensive.“

Bio-Betrieben, so der Landwirt weiter, gehe es derzeit wirtschaftlich zwar besser, weil „die Preise für Biomilch und Biofleisch dieses Mal nicht mit nach unten gerissen wurden“. In Berlin demonstrierten aber konventionell und ökologisch wirtschaftende Bauern Seite an Seite für übergreifende Anliegen.

„Die Bundesregierung muss die heimischen Qualitätsmärkte zu fairen Preisen in den Vordergrund rücken und ihre Fördermaßnahmen und Gesetze danach ausrichten“, erklärt Reinhard Fiegenbaum. Er ist sicher: „Bauern und Verbraucher sind nicht Gegner sondern Verbündete, wenn wir es richtig anpacken.“

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