Mi., 20.01.2016

Minusgrade: Kanal ist frei Freie Fahrt

Blick auf den Hafen Ladbergen am Dortmund-Ems-Kanal. Trotz zweier Nächte mit Minusgraden läuft der Schiffsverkehr normal.

Blick auf den Hafen Ladbergen am Dortmund-Ems-Kanal. Trotz zweier Nächte mit Minusgraden läuft der Schiffsverkehr normal. Foto: Michael Baar

Ladbergen - 

Die tiefen Temperaturen in der Nacht zu Dienstag haben auf dem Dortmund-Ems-Kanal kaum Spuren hinterlassen. Eine dünne Eisschicht kann sich an einigen Stellen gebildet haben. Den Schiffsverkehr stört das nicht.

Von Michael Baar

Die Minusgrade auf dem Thermometer erreichen fast den zweistelligen Bereich. In der Nacht zu Dienstag ist es richtig kalt gewesen. Schlittschuhläufer hoffen darauf, dass es knackig kalt bleibt. Ein Wunsch, den Binnenschiffer vermutlich nicht teilen.

Am Dortmund-Ems-Kanal sind die Minusgrade fast spurlos vorbeigegangen. Eine minimale Eisschicht habe sich an manchen Stellen gebildet, berichtet Manfred Winter. Minimal heißt, zwischen einem halben und einem Zentimeter dick. „Keinerlei Beeinträchtigungen für die Schifffahrt“, kommentiert das der Fachmann vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine. Das ist unter anderem für den Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals zwischen „Nassem Dreieck“ und Münster zuständig.

Die Einschätzung des WSA-Mannes bestätigt Markus Oelrich. „So lange es so bleibt, gibt es keinerlei Probleme“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter der Oelrich Schifffahrt & Hafen GmbH auf Anfrage der WN.

Ob sich bei weiter anhaltenden Minusgraden eine Eisdecke auf dem Kanal bildet? „Das hängt von vielen Faktoren ab“, sagt Manfred Winter. Taut es tagsüber? Wie ist die Wassertemperatur? Wie warm ist das Wasser aus der Lippe, das in den Kanal eingespeist wird? Wie viel Verkehr herrscht auf der Wasserstraße? Es ist ein ganzer Fragenkatalog, den er aufzählt.

Auf die Frage, wann der Dortmund-Ems-Kanal in Ladbergen denn zuletzt zugefroren war, folgt eine Pause. „Das ist ein paar Jahre her“, sagt der Sachbearbeiter und wird wenige Augenblicke später fündig: „Es war im Winter 2011/2012.“ Damals sei der Kanal zwischen „Nassem Dreieck“ und Münster für elf Tage gesperrt gewesen. Südlich von Münster hätten die Binnenschiffer neun Tage festgesessen.

Vor vier Jahren mussten auch die Eisbrecher kapitulieren. Die „Bevergern“ gehört zur schwimmenden Ausrüstung des WSA Rheine. „Bei Bedarf können wir einen zweiten Eisbrecher anfordern“, erzählt Manfred Winter. Dieses Schiff sei nur angemietet und nicht im Bereich des Rheiner Amts stationiert.

Selbst wenn auf dem Kanal noch alles läuft, die Schleusen können für Stillstand sorgen, weil sie „meist anfälliger sind“ bei Eisgang. In Bergeshövede gibt es drei Schleusenkammern. Zwei davon – 1898 gebaut, 67 Meter lang, 8,60 beziehungsweise 8,20 Meter breit – liegen hintereinander und überwinden so den Höhenunterschied von 8,10 Metern. Die große Schleuse (163 Meter lang, 9,50 Meter breit) schafft das in einem Arbeitsgang.

In Münster gab es drei unterschiedlich große Schleusen. Die Älteste, Baujahr 1898, ist 67 Meter lang und 8,59 Meter breit. Die 1913 in Betrieb genommene Kammer misst 165 Meter in der Länge und 9,97 Meter in der Breite. 1926 war die dritte Schleuse – 223 Meter lang und 9,50 Meter breit – betriebsbereit. Seit knapp zwei Jahren wird dort eine Zwillingsschleuse genutzt. Jedes Becken ist 190 Meter lang und 12,50 Meter breit. kostenpunkt: 140 Millionen Euro. Der Höhenunterschied, der überwunden werden muss, beträgt 6,20 Meter.

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