Fr., 12.02.2016

VfL Ladbergen spendet für Hospizbewegung „Hilfe ist nicht selbstverständlich“

Der Sparkassen-Cup 2016 ist gut gelaufen. Über ein hohes Spendenaufkommen freuen sich (von links) der Trainer der A-Junioren des VfL, Tim Lutterbey, Antonius Witte und Monika Kleinwächter von der Hospizbewegung Münster, Christiane Dolscheid, Filialdirektorin Ladbergen der Kreissparkasse Steinfurt sowie der 1. Vorsitzende des VfL, Norbert Plogmeier.

Der Sparkassen-Cup 2016 ist gut gelaufen. Über ein hohes Spendenaufkommen freuen sich (von links) der Trainer der A-Junioren des VfL, Tim Lutterbey, Antonius Witte und Monika Kleinwächter von der Hospizbewegung Münster, Christiane Dolscheid, Filialdirektorin Ladbergen der Kreissparkasse Steinfurt sowie der 1. Vorsitzende des VfL, Norbert Plogmeier. Foto: Sigmar Teuber

Ladbergen - 

Es ist gute Tradition, dass der VfL den Erlös aus dem Sparkassen-Cup für einen guten Zweck spendet. Diesmal erhielt die Hospizbewegung Münster das Geld.

Von Sigmar Teuber

Monika Kleinwächter erinnert sich gern an die Spiele beim Sparkassen-Cup 2016. Sie hat allerdings einen Wunsch: „Können einige Szenen wiederholt werden. Das ging oft so schnell, dass ich kaum mitkam.“

Diese Bitte werden ihr der 1. Vorsitzende des VfL, Norbert Plogmeier, und Trainer Tim Lutterbey nicht erfüllen können. Außerdem ist der Wunsch auch nicht ernst gemeint. Monika Kleinwächter, die bei der Hospizbewegung Münster für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, bringt damit lediglich ihre Begeisterung über den Verlauf des Turniers auf den Punkt, von dem auch die münsterische Einrichtung profitiert: Christiane Dolscheid von der Kreissparkasse Steinfurt, Plogmeier und Lutterbey überreichten am Mittwochabend eine Spende ein Höhe von 1650 Euro an den Verein.

Die Hospizbewegung Münster wurde 1991 gegründet. Ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, Sterbende, deren Angehörige und Freunde „durch alle Phasen des Abschiednehmens“ zu begleiten. „Wir sind Ansprechpartner, Orientierungshilfe und Beistand, unabhängig, kostenlos und persönlich“, sagt der 1. Vorsitzende Antonius Witte.

Sterbe- und Trauerbegleitung sind die beiden Schwerpunkte der Hospizbewegung. Angehörige, Freunde und auch professionelle Mitarbeiter verschiedener Institutionen melden sich üblicherweise im Hospizbüro und schildern ihre Situation. „Es folgt ein Hausbesuch durch eine unserer Koordinatorinnen bei dem Sterbenden im Krankenhaus oder zu Hause“, so Witte. Danach wählt eine Koordinatorin eine Begleitern aus und stellt den Kontakt her.

„Sterbebegleitung heißt in erster Linie da zu sein für den kranken Menschen, Zeit haben und Zeit verschenken, reden, zuhören, schweigen und kleine Handreichungen übernehmen. Auch für Angehörige und Freunde bieten wir Entlastung an“, ergänzt Monika Kleinwächter.

Nach dem Tod eines Angehörigen sind die ehrenamtliche Helfer für Trauernde da. „Der Verlust eines geliebten Menschen kann einem den Boden unter den Füßen wegreißen“, weiß Antonius Witte. Um den Verlust eines Menschen zu begreifen und irgendwann zu akzeptieren, bedürfe es vieler kleiner Schritte, die im Alltag eingeübt werden müssten. „Für Trauernde ist es hilfreich, im Gespräch auszudrücken, was in dieser Zeit mit ihnen passiert. Diese Gespräche immer wieder mit anderen zu suchen kann hilfreich sein. Unsere Gruppen schaffen dafür die Voraussetzungen.“

Besonders freute sich Monika Kleinwächter darüber, dass der VfL „ein Verein ist, der die Überschüsse aus Turnieren nicht für einen gemütlichen Grillabend verwendet, sondern sie jeweils für einen guten Zweck zur Verfügung stellt“. Das, so die Öffentlichkeitsbeauftragte der Hospizbewegung, sei nicht selbstverständlich.

Norbert Plogmeier sieht in der Aktion auch einen Lerneffekt für die jungen Spieler des VfL: „Sie sehen im Fernsehen, dass gute Spieler viel Geld verdienen. Sie sollen aber auch wissen, dass man nicht nur seinen eigenen Vorteil sehen darf, sondern auch an Menschen denken muss, denen es nicht so gut geht“, sagt er.

Die Hospizbewegung Münster feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen mit verschiedenen Aktionen. Sie verfügt zurzeit laut Antonius Witte über rund 500 Mitglieder, davon sind etwa 70 ehrenamtlich aktiv.

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