Einstellung der Buslinie X150
Nicht mehr nach Osnabrück...

Ladbergen -

Es war Tagesordnungspunkt Vier am Mittwochabend, der die Gemüter der Anwohner und Ausschussmitglieder zum Aufschäumen brachte : Die „Einstellung der Buslinie X150 Osnabrück-Ladbergen-FMO“ war im Umweltausschuss das meist diskutierte Thema.

Freitag, 18.05.2018, 18:05 Uhr

Noch ziert der Name der X150 das Halte-Schild an der Abzweigung Grevener Straße in Richtung Flughafen. Ende August wird dies anders sein, die Linie wird eingestellt.
Noch ziert der Name der X150 das Halte-Schild an der Abzweigung Grevener Straße in Richtung Flughafen. Ende August wird dies anders sein, die Linie wird eingestellt. Foto: Luca Pals

Zur Erinnerung: In einem Schreiben vom 3. April teilten die Stadtwerke Osnabrück mit, dass der Flughafen-Shuttle mit Blick auf den 31. August 2018 eingestellt wird. Die Betreiber begründeten das damit, dass die Linie mit durchschnittlichen 1,1 Fahrgästen, bei weitem nicht den erhofften wirtschaftlichen Ertrag brachte.

In einem neuen Fahrplankonzept hatten die Stadtwerke unter Abstimmung mit dem Regionalverkehr Münsterland (RVM) und dem Kreis Steinfurt die Gemeinde Ladbergen in den Fahrplan aufgenommen. Dieser steuerte seit Gründung Ende 1998 von Osnabrück den FMO an. Seit Frühjahr 2016 passiert der Express-Bus die Haltestellen Autohof, Ortsausgang, Kreisverkehr und Abzweigung Grevener Straße. Die Nachfrage konnte nicht gesteigert werden. Nach Stadtwerke-Aussage steige nur bei jeder fünften Fahrt ein Ladberger ein. Diese Werte wurden zuletzt im Herbst 2017 gemessen (WN berichtete).

Im Umweltausschuss stand Werner Ehrenberg vom RVM Rede und Antwort. Geplant war auch, einen Vertreter der Stadtwerke einzuladen. Aus terminlichen Gründen war er nicht gekommen.

„Von den Stadtwerken kommen immer nur finanzielle Begründungen, wir konnten ihre Meinungen nicht mehr verändern“, so Ehrenberg. Die RVM wolle den Verlust auffangen, Ende 2018 solle eine Alternative präsentiert werden.

Einwand aus Politik-Reihen: Zu spät. Ehrenberg zeigte Verständnis: „Das tut den Ladbergern natürlich weh, aber da sitzen nun mal nicht viele Leute drin.“ Auf Nachfrage von Bürgermeister Udo Decker-König zu genauen Kosten, die aufgefangen werden müssen, äußerte sich der RVM-Vertreter nicht.

Der Bürger-Unmut wurde deutlich. Beispiel: Ein junger Student äußerte sich verärgert. Er sei vor einem halben Jahr nach Ladbergen gezogen. Seine Freundin studiert in Osnabrück, er berufsbegleitend in Münster – in der Mitte: Ladbergen. Sie hat nun nicht mehr die Möglichkeit, Osnabrück zu erreichen. Er beschwerte sich auch: „Die Zählungen wurden in den Semesterferien gemacht. Da fehlen die Studenten, das hört sich sehr nach Methode an.“ Zu diesen Vorwürfen konnte sich Ehrenberg nicht äußern, die Politik nahm es auf.

Politik und Verwaltung sind sich einig: Ladbergen braucht eine Anbindung an Osnabrück. Klaus Buddemeier (SPD): „Wir sollten geschlossen auftreten und weiter für die Linie kämpfen.“ Ein gemeinsamer Antrag würde eine größere Signalkraft haben. Das findet auch Lothar Kröner von der CDU: „Das Thema brennt uns unter den Nägeln.“

Die Gemeinde will an einer Lösung basteln. Decker-König: „Es ist unser Ziel, Ladbergen an die Oberzentren weiterhin anzubinden.“ Jörg Berlemann, Vorsitzender der Grünen: „Erstmals keine Anbindung an Osnabrück? Das kann ich so nicht akzeptieren.“

Den Stadtwerken wird auch in Zukunft quasi auf den Geist gegangen. Das Thema sei „drängend“, so Decker-König. Die RVM stehe laut Ehrenberg weiter im engen Kontakt mit Gemeinde und Kreis. Und der X150? „Es werden nie genug Fahrgäste sein“, so Ehrenberg. Der FMO werde weiterhin mit der R51 angebunden – allerdings eine Weilke-Route.

Und gar nicht nach Osnabrück? Nun, das stimme auch nicht, meint Ehrenberg: „Man kann mit der R51 zum Lengericher Feuerwehrhaus, mit der T40 weiter zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Osnabrück.“ Lange habe er nach dieser Verbindung suchen müssen...

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