Mi., 06.01.2016

Wand erhitzt die Gemüter Mauer verschandelt Idylle

Keinen schönen Anblick bietet diese Betonmauer, die die Eigner des Grundstückes an der Darfelder Straße nahe der Ewaldi­bach-Quelle errichtet haben.

Keinen schönen Anblick bietet diese Betonmauer, die die Eigner des Grundstückes an der Darfelder Straße nahe der Ewaldi­bach-Quelle errichtet haben. Foto: rgs

Laer - 

Eine Betonmauer, die zwei Meter hoch und 40 Meter lang ist, über der alten Bruchsteinmauer nahe der Ewaldibach-Quelle stört die Idylle. Schön ist diese Art der Grundstücksbegrenzung ausgerechnet entlang des idyllischen Bachlaufes sicher nicht – aber ist sie rechtens? Die Eigner des Grundstückes an der Darfelder Straße haben durch die Mauer eigenmächtig Fakten geschaffen. „Die Wand wurde ohne Bauantrag errichtet“, bestätigte Bauamtsleiter Stefan Wesker auf Anfrage. Diesen hätten die Bürger erst nachträglich eingereicht.

Von Regina Schmidt

Eine Betonmauer erregt in Laer seit einigen Wochen die Gemüter. Sie ragt zwei Meter hoch und 40 Meter lang über der alten Bruchsteinmauer nahe der Ewaldibach-Quelle auf. Schön ist diese Art der Grundstücksbegrenzung ausgerechnet entlang des idyllischen Bachlaufes sicher nicht – aber ist sie rechtens?

Die Eigner des Grundstückes an der Darfelder Straße haben durch die Mauer eigenmächtig Fakten geschaffen. „Die Wand wurde ohne Bauantrag errichtet“, bestätigte Bauamtsleiter Stefan Wesker auf Anfrage. Diesen hätten die Bürger erst nachträglich eingereicht.

„Derzeit liegt der Bauantrag beim Kreis Steinfurt zur Genehmigung vor“, so Wesker weiter. Die Gemeinde sei in diesem Fall nicht direkt zuständig, die Kreisbehörde beurteile den Antrag nicht vorrangig nach optischen, sondern nach baurechtlichen Fragen.

„Allerdings muss die Gemeinde eine Stellungnahme abgeben und ihr Einvernehmen erteilen“, erklärt der Baufachmann das gesetzliche Prozedere. Dabei müsse die Gemeinde das „Einfügegebot“ beachten: Wie fügt sich das Bauwerk in die umgebende Bebauung ein? Wie die Mauer zu bewerten ist, entscheidet nicht allein die Gemeindeverwaltung, sondern nach Beratung auch der Bauausschuss und der Rat.

Einen gültigen Bebauungsplan gibt es für den Bereich am Bach nicht. Falls der Gemeinderat den Beschluss fasst, dass sich die Mauer nicht in die Umgebung einfügt, könnte ein Bebauungsplan erlassen werden. Abzuwarten bleibt zunächst, wie der Kreis nach dem Votum der Kommune den Bauantrag abschließend beurteilt.

Einen Abriss der Mauer, die optisch vom Bach aus gesehen eher einem Betonwall ähnelt, könnte ebenfalls nur der Kreis anordnen.

Rein juristisch schwierig ist aber schon die Kategorisierung des Bauwerkes: Ist die Mauer aus Betonwinkeln eine Stützwand, eine Einfriedung oder eine Grundstücksbegrenzung? Der Bauantrag der Eigentümer lautet nach Angaben von Stefan Wesker auf „Stützwand“. Eine solche kann mit der „Nutzbarkeit des Grundstückes“ begründet werden.

Tatsächlich hat das Grundstück Darfelder Straße eine „Hanglage“, es fällt zum Ewaldibach hin bis zur Gartengrenze deutlich ab. „Fraglich ist aber, ob eine derartige Abstützung wirklich nötig ist“, gibt Wesker zu bedenken.

Denkbar seien auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel das Abfangen des Geländes in kleineren Stufen. Dann wäre wohl ein so massives Bauwerk überflüssig.

Der Quellbereich des Baches mit der alten Bruchsteinmauer und den eingebetteten Kopfweiden ist vielen Laerer Bürgern ans Herz gewachsen und sicherlich auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Unter Denkmalschutz steht das Gelände aber nicht. Und auch wenn der historische und emotionale Wert hoch ist, lässt sich allein daraus keine rechtliche Handhabe ableiten.

Ob es Möglichkeiten gibt, den verheerenden optischen Eindruck der Mauer abzumildern, wird der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung am 20. Januar (Mittwoch, Beginn um 18.30 Uhr) beraten.

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