Di., 19.01.2016

Hitzige Debatte im Rat Zweigleisige Planung möglich

Eine Liste mit über 50 Unterschriften der Anwohner des Grünen Weges und angrenzender Straßen zum Erhalt des Spielplatzes hatte Elke Hemling zur Ratssitzung mitgebracht.  

Eine Liste mit über 50 Unterschriften der Anwohner des Grünen Weges und angrenzender Straßen zum Erhalt des Spielplatzes hatte Elke Hemling zur Ratssitzung mitgebracht.   Foto: rgs

Laer - 

Flüchtlinge sollen in Laer auch künftig menschenwürdig wohnen können. Darin sind sich alle Parteien sowie Bürgermeister Peter Maier und die Verwaltung einig. Strittig ist aber das Wo und Wie der Unterbringung der Migranten. Da die Zeit drängt und der Wohnraum knapp wird, diskutierte der Rat während seiner Sondersitzung am Montagabend nochmals verschiedene Möglichkeiten.

Von Regina Schmidt

Flüchtlinge sollen in Laer auch künftig menschenwürdig wohnen können. Darin sind sich alle Parteien sowie Bürgermeister Peter Maier und die Verwaltung einig. Strittig ist aber das Wo und Wie der Unterbringung der Migranten. Da die Zeit drängt und der Wohnraum knapp wird, diskutierte der Rat in einer Sondersitzung am Montag nochmals verschiedene Möglichkeiten.

Bereits im Dezember hatte der Rat entschieden, dass der Bolzplatz am Heidenbaum, Grüner Weg und Wallheckenweg (Teilfläche) mit Doppelhäusern bebaut werden sollen. Dies ist nach wie vor Konsens. Zur Diskussion standen allerdings noch der Bolzplatz an der Sportallee, der Spielplatz Wibbeltweg sowie Teilflächen der Spielplätze Steinkuhle und Schorlemer Straße. Eine Bebauung dieser Plätze lehnte der Rat nun mit jeweils großer Mehrheit ab.

Zurückgewiesen wurde ebenfalls der Vorschlag des fraktionslosen Ratsherrn Uwe Veltrup, das Spielgelände Bodelschwinghstraße zu bebauen. Große Zustimmung fand aber seine Idee, bisher nicht vermarktbare Grundstücke im Baugebiet Rolevinckhof zu erwerben.

Deutliche Kritik an der Bebauung von Spielplätzen übte Elke Schuchtmann-Fehmer (Grüne): „Viele Familien haben keinen eigenen Garten und brauchen deshalb Spielplätze.“ Die Grünen favorisieren die Errichtung eines größeren Hauses für Flüchtlinge im Gewerbegebiet: „Hier könnten wir zunächst alle Neuankömmlinge unterbringen und dann in Ruhe geeignete Wohnungen suchen“, so Schuchtmann-Fehmer. Eine zentrale Einrichtung vereinfache die dringend notwendige Betreuung der Flüchtlinge in der Eingewöhnungsphase und sei außerdem preiswerter als mehrere Doppelhäuser.

Nach Meinung der SPD ist eine größere Unterkunft im Gewerbegebiet nicht erforderlich. „Wir haben 30 Plätze in der Schule für die Erstaufnahme und ab dem 1.Juli steht das Krankenhaus als Aufnahmestelle für minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung“, erklärte Norbert Rikels.

Vehement sprach sich Uwe Veltrup gegen eine „Massenunterkunft“ im Gewerbegebiet aus: „Das ist einfach zu weit außerhalb und ohne Anbindung an den Ortskern. So ist eine Integration der Menschen nicht möglich“.

Dr. Reinhard Nippert (UBG) gab zu bedenken, dass auch die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge in Wohnungen Probleme berge: „Dort besteht ja bereits eine Verdichtung. Viele Wohnungen sind extrem klein. Die Menschen, auch Kinder, leben auf sehr engem Raum. Das ist nicht lange zumutbar und fördert keineswegs die Integration.“ Deshalb könne sich auch die UBG den Bau einer größeren Flüchtlingsunterkunft vorstellen.

„Die Menschen sollen ja nur vorübergehend dort leben, erhalten Hilfe und werden betreut. Eine Massenunterkunft ist das nicht“, meinte Margarete Müller (CDU).

In der hitzigen Diskussion machte Maik ter Beek, Stellvertreter des Bürgermeisters, einen Kompromissvorschlag: „Warum planen wir denn nicht zweigleisig? Wir können doch eine größere Wohneinheit mit 30 bis 40 Plätzen im Gewerbegebiet planen und schauen, was auf den Spielplätzen oder anderen noch verfügbaren Grundstücken machbar ist.“

Nach einer Sitzungsunterbrechung einigten sich die Fraktionen darauf, den Bau eines Hauses für Flüchtlinge im Gewerbegebiet nochmals in der heutigen Sitzung des Bauausschusses zu beraten. Grundlage sind die Architektenpläne, die bereits im November vorgestellt wurden (wir berichteten).

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