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Di., 26.01.2016

Orga-Gruppe zur Flüchtlingshilfe Leider nicht einfach und schnell

Laer - 

„Wir müssen es aushalten, dass es keine einfachen und schnellen Lösungen gibt“, nennt Annika Koke eine der größten Herausforderungen für alle Engagierten in der Flüchtlingshilfe. Die Mitarbeiterin des Caritasverbandes Steinfurt, die im Fachbereich Gemeinde-Caritas arbeitet, ist nicht nur für Horstmar, Ochtrup, Metelen, Steinfurt, Wettringen und Nordwalde, sondern auch für die Gemeinde Laer zuständig. Was für die ehrenamtlichen Helfer vor Ort schon schwer zu ertragen ist, frustriert, deprimiert und verärgert die betroffenen Flüchtlinge zunehmend.

Von Sabine Niestert

„Die Menschen warten auf ihr Interview und wollen endlich wissen, ob sie hierbleiben dürfen oder nicht, und wann sie ihre Familien nachholen können“, erklärt Bert Schulte, der persönliche Kontakte zu den meisten Flüchtlingen im Ewaldidorf hat und immer wieder direkt mit deren Ängsten und Sorgen konfrontiert wird. „Der Druck nimmt zu“, weiß der Mitarbeiter der Orga-Gruppe. Dabei handelt es sich um ein Gremium ehrenamtlicher Helfer zur Koordinierung und Unterstützung der Schwerpunkt-Aufgaben in der Flüchtlingsarbeit, wie beispielsweise Unterkunft, Finanzen, Sprachausbildung, Verpflegung, Kontakte Beschäftigung, Gesundheit und Psyche sowie Transporte in der Gemeinde Laer.

Dem Kreis gehören einige freiwillige Helfer an, die sich für ein gutes Zusammenwirken aller Ansprechpartner der Gemeindeverwaltung, der Kirchengemeinden, der Parteien und Vereine einsetzen. „Leute, die helfen wollen, gibt es glücklicherweise einige, aber diese Kräfte müssen koordiniert und gebündelt werden“, erklärt Franziska Lengers, die sich schon seit langer Zeit in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern Lioba Fricke, Franz-Josef Schulze Pröbsting, Bert Schulte, Silke Landgrebe sowie Barbara und Günter von Steinaecker hat sie diese Zeitung zu einem Pressegespräch eingeladen, um der Orga-Gruppe in der Öffentlichkeit „ein Gesicht“ zu geben.

Natürlich sind viele der Helfer vor Ort bekannt, aber wer für was steht und sich für was einsetzt, ist längst nicht jedem klar. Schließlich gibt es die vielfältigsten Aufgaben zu bewältigen und es gibt mehrere Projektgruppen und Initiativen vor Ort. Erschwerend kommt hinzu, dass alles im Fluss ist und sich immer wieder neue Aufgaben für die Helfer stellen. Auf diese Herausforderungen muss meistens schnell reagiert werden.

Damit ist auch Annika Koke konfrontiert, die kürzlich im Sozialausschuss in Horstmar zu Gast war und an ihre dortigen Zuhörer appellierte, die Vielfalt als positiv zu bewerten, um Orientierung und Begegnung zu ermöglichen. Dass das leichter gesagt als getan, aber ein guter Weg ist, mit all den Ungewissheiten, Zweifeln und Ängsten umzugehen, weiß keiner besser als die Helfer.

„Auf die Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben wir leider keinen Einfluss“, bedauern nicht nur die Kräfte in Laer, dass ihnen in Fragen zum Asylverfahren die Hände gebunden sind. „Die Flüchtlinge können das nicht verstehen“, schildert Bert Schulte ein Dilemma, dem er sich tagtäglich ausgesetzt fühlt. Doch er und seine Mitstreiter wollen sich davon nicht unterkriegen lassen. Ihnen ist es wichtig, vor Ort präsent zu sein und die Bürger über die örtliche Flüchtlingsarbeit, über Vorhaben und Aktionen zu informieren. Eine große Hilfe dabei ist die neue Internet-Seite, die mit der Unterstützung des Dorfmarketingvereins eingerichtet worden und unter www.integration-in-laer.com abrufbar ist (wir berichteten). Auf diese haben die Initiatoren bereits viel Resonanz bekommen und sie hoffen, dass das auch künftig so bleibt.

„Wir können nur den Mangel verwalten“, sieht Lioba Fricke deutlich die Grenzen der Helfer, denen das Wohl der Gemeinde und ihrer Menschen am Herzen liegt. Und dazu gehören natürlich auch die zirka 160 Flüchtlinge, die nach der „Erstversorgung“ integriert werden wollen. Eine Arbeit, die alle ehrenamtlichen, aber auch hauptamtliche Kräfte noch lange Zeit fordern wird.

Um die Kontakte zwischen Einheimischen und Migranten zu fördern, gibt es den internationalen Treffpunkt, der jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr im Alten Speicher angeboten wird und künftig auch in den Abendstunden stattfinden soll, sobald die Frage der Räumlichkeiten geklärt ist. Dieser gibt allen Besuchern die Möglichkeit, auf Tuchfühlung miteinander zu gehen.

Nicht nur Annika Koke weiß, dass „Begegnung der Schlüssel zu einem guten Miteinander ist“. „Und wer sich kennt, der tut sich nichts“, hoffen sie und alle Helfer, dass aus „Fremden Nachbarn werden“.

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