Di., 09.02.2016

Fällen oder Rückschnitt? Steinkuhle: Bäume sollen überprüft werden

Laer - 

Einstimmig beschloss der Umweltausschuss nach einer Diskussion in seiner jüngsten Sitzung, nicht nur die Platanen, sondern alle Bäume in der Steinkuhle überprüfen zu lassen, ob von ihnen eine Gefahr ausgeht und ob der Kronen-Rückschnitt als Sicherheitsmaßnahme ausreicht.

Von Regina Schmidt

Stellen die großen Straßenbäume im Baugebiet Steinkuhle eine Gefahr dar und müssen sie deshalb gefällt werden? Dieser Frage ging der Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Landschaftsschutz während seiner jüngsten Sitzung nach. Einige Bäume in der Steinkuhle stehen nach Auskunft der Gelsenwasser AG unmittelbar über der Gasversorgung beziehungsweise über den Anschlussleitungen.

Problematisch sind demnach tief wurzelnde Bäume wie Platanen und Robinien, da sie die Leitungen „umschlingen“. „Dadurch werden die dynamischen und statischen Kräfte, die aus der Windeinwirkung auf die Baumkrone resultieren, auf die Rohrleitungen übertragen“, so die Gelsenwasser AG. Um kein Risiko einzugehen, empfiehlt der Gasversorger, insgesamt zehn Bäume zu fällen. Bei sieben weiteren Bäumen könne eine Gefährdung nicht vollständig ausgeschlossen werden, hieß es weiter.

„Wir wollen nur die Bäume wegnehmen, die direkt auf der Leitung stehen und nicht gleich die ganze Steinkuhle kahlschlagen“, fasste Robert Vowinkel die Meinung der CDU-Fraktion zusammen. Auch die Mitglieder aller anderen Fraktionen teilten die Auffassung, dass nur von drei Platanen im unteren Bereich der Steinkuhle eine Gefahr für die 80 Zentimeter tief im Boden liegenden Gasleitungen ausgeht.

„In Münster stehen auch Bäume auf Gasleitungen und da gab es noch nie Probleme“, gab Guido Prümer, Sachkundiger Bürger der Grünen, zu bedenken. Eine Alternative zur Fällung sei ein rigoroser Rückschnitt der Baumkronen, so dass sie weniger Angriffsfläche für den Wind bieten.

Konkreten Schaden haben allerdings schon die Eigner des Grundstückes Steinkuhle 6 erlitten. Während eines Sturms im Juli 2015 stürzte die Krone einer Platane auf den Gartenzaun, riss ihn mit und zerstörte wertvolle Bäume.

Die Gemeinde habe die Bäume nicht regelmäßig gepflegt und beschnitten, so die Anlieger. Einige der großen Straßenbäume würden eine starke Neigung aufweisen und hätten riesige Kronen. Außerdem würden sie bereits ab Mai ihre Blätter abwerfen, da der Untergrund zu trocken sei. Von größeren vertrockneten Ästen in den Kronen gehe ebenfalls Gefahr aus, da sie bei Wind jederzeit herunterfallen könnten.

Durch die Wurzeln, die das Pflaster aufwerfen, entstünden zudem häufig Stolperfallen. Um weitere Schäden und Gefahren abzuwenden, beantragen die Grundstücksbesitzer deshalb die Fällung der sechs Platanen im vorderen Teil der Steinkuhle.

„Platanen müssen regelmäßig beschnitten werden und die Gemeinde hat dies nicht getan“, räumte Elke Schuchtmann-Fehmer ein. „Wir müssen nun entscheiden, ob wir das Geld für die Pflegemaßnahmen ausgeben wollen und damit Naturschutz betreiben, oder ob wir die Bäume aus wirtschaftlichen Gründen fällen wollen“, so die Ausschussvorsitzende. Sie schlug vor, zunächst den Rat eines Experten einzuholen.

Einstimmig beschloss der Umweltausschuss schließlich, nicht nur die Platanen, sondern alle Bäume in der Steinkuhle überprüfen zu lassen, ob von ihnen eine Gefahr ausgeht und ob der Kronen-Rückschnitt als Sicherheitsmaßnahme ausreicht.

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