Fr., 11.03.2016

Bürgermeister aus Leidenschaft An seinen Taten ist er zu messen

Laer - 

Laers neuer Bürgermeister Peter Maier war nicht nur der Überraschungssieger bei der Wahl 2015. Auch jetzt überraschte er mit drastischen Steuererhöhungen, trotz heftiger Widerstände. Die Faktionsvorsitzenden sprechen vom frischen Wind im Rathaus.

Von Detlef Held

Peter Maier (52) aus Bayern war der Überraschungskandidat der SPD- und FDP-Ortsverbände im Ewaldi-Dorf bei der Bürgermeisterwahl im September 2015. Er sollte, so seine Anhänger, frischen Wind in das vermeintlich vermiefte Rathaus und vor allem den desaströsen Haushalt der Kommune in Ordnung bringen. Am Ende setzte sich der Bau- und Wirtschaftsingenieur Maier gegen vier Kandidaten durch.

Bei den Haushaltsdebatten verärgerte er die Fraktionen FDP und SPD, erhielt Lob von seinen einstigen Gegnern. „Ich bin kein Ja-Sager, richte mich nach dem gesunden Menschenverstand und nicht nach politischem Kalkül“, hatte er in vielen Diskussionen und Debatten immer deutlich gemacht und letztlich drastische Steuererhöhungen durchgesetzt (wir berichteten).

Ist das jetzt der erwartete frische Wind und der Aufschwung für die hoch verschuldete Gemeinde?

Norbert Rickels (SPD), sieht sich bestätigt, einen Mann ins Rathaus gebracht zu haben, der Laer wieder auf die Füße stellen kann. „Auch wenn wir in Sachen Steuererhöhung eine andere Auffassung vertreten, weil wir glauben, dass nur Erhöhungen sich auf Dauer negativ auswirken können, bin ich mit der Arbeit von Peter Maier doch zufrieden. Er packt die Dinge pragmatisch an, sucht immer nach Wegen es umzusetzen und lässt sich nicht auf faule Kompromisse ein. Wir wollten frischen Wind im Rathaus und verkrustete Strukturen aufbrechen. Ich denke, er ist auf dem richtigen Weg.“

Marion Rickels (FDP) sieht das genauso wie ihr Schwiegervater. „Generell sind wir bislang mit der Arbeit zufrieden. Das heißt ja nicht, dass wir alle Entscheidungen gut heißen, nur weil wir ihn bei der Wahl unterstützt haben. Peter Maier versucht, Sachen in Gang zu bringen, die sich der Vorgänger nicht getraut hat. Allerdings, so die FDP-Sprecherin: „Im Umgang mit uns Politikern fehlt ihm manchmal noch der richtige Umgangston. Hier muss er lernen sich manchmal zurückzunehmen, aber nicht zu kuschen.“

Elke Schuchtmann-Fehmer (Grüne ) zollt der bisherigen Arbeit Respekt. „Man merkt zwar, dass ihm politisches Feingefühl manchmal fehlt, aber vielleicht ist das auch gut so. Seine Standhaftigkeit, den Haushalt zu sanieren, war und ist aller Ehren wert.“ Wichtig für die grüne Politikerin ist auch, dass Peter Maier für alle Themen offen und bereit ist, auch unbequeme Lösungen anzudenken. „Er macht das, wofür er letztlich gewählt worden ist und was er versprochen hat. Ob es klappt, wird abzuwarten sein.“

Auch Margret Müller (CDU) ist nach anfänglichen Bedenken inzwischen doch überrascht, wie schnell sich der neue erste Mann im Rathaus zurechtgefunden hat. „Man spürt, dass er was voranbringen will. Das hat er bei den Haushaltsgesprächen deutlich gemacht. Man muss sich an ihn gewöhnen, und er muss sich auch an uns gewöhnen. Es scheint, als ob es klappen könnte.“

Dr. Reinhard Nippert (UWG) ist nach anfänglicher Skepsis optimistisch, dass Peter Maier der Richtige für Laer ist. „Er hat das gemeindliche Wohl im Auge, das bewies er nicht nur bei der Haushaltsdebatte, sondern beispielsweise auch bei Flüchtlingsfragen. Wir wollen die Überschuldung loswerden, Maier hat zusammen mit dem Kämmerer eine Lösung aufgezeigt, die sich früher keiner getraut hat, auch weil er keine parteipolitischen Rücksichten nehmen muss.“ In Gesprächen mit Bürgern und Mitarbeitern der Verwaltung hat Nippert herausgehört, dass sein manchmal burschikoser Führungsstil durchaus ankommt. „Wir wollten einen mit Ecken und Kanten. Wir sollten ihm weiter eine Chance geben.“

Uwe Veltrup, selbst unterlegener Bürgermeisterkandidat, sieht das alles etwas differenzierter. „Der Bürgermeister wird an seinen Versprechen zu messen sein. Man muss ihm Zeit geben, was zu bewirken. Gleichwohl vermisse ich schon jetzt die Kompromissbereitschaft, ohne die es in der Politik letztlich nicht geht.“ Nur Steuererhöhungen sind kein Allheilmittel und können sich fatal auswirken, befürchtet das parteilose Ratsmitglied.

Peter Maier selbst sieht sich als Macher, der auch Auseinandersetzungen nicht scheut. „Ich bin gerne Bürgermeister, bin im Rathaus morgens der Erste und abends der Letzte. Die Arbeit füllt mich aus, auch weil ich merke, dass ich was bewegen kann. Ich erwarte, dass meine Verwaltung mich dafür unterstützt, was sie auch tut, und dass die Politik mit mir immer die beste Lösung sucht. Dann schaffen wir es.“

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3862300?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F174%2F