Mi., 16.03.2016

Informationsaustausch Lernen ist das A und O

Die Begleiter der Flüchtlinge in Laer wünschen sich, dass auf Dauer noch mehr Besucher den Informations- und Erfahrungsaustausch im Rathaus wahrnehmen.

Die Begleiter der Flüchtlinge in Laer wünschen sich, dass auf Dauer noch mehr Besucher den Informations- und Erfahrungsaustausch im Rathaus wahrnehmen. Foto: sun

Laer - 

„So ticken die Deutschen“ lautet das Thema eines Informationsaustauschs, den Franziska Lengers, Bert Schulte und Manfred Cordes regelmäßig für die Flüchtlinge in Laer anbieten. 47 aus Arabien stammende Migranten folgten am Montagabend der Einladung ins Rathaus.

Von Anke Sundermeier

„Wo sind die anderen 25?“, fragte Bert Schulte, der darauf hinwies, dass es wichtige Dinge zu besprechen gäbe, die für eine Zukunft in Deutschland Voraussetzung seien und sich nicht von alleine erledigten. Es solle nachher keiner sagen, er habe nichts gewusst, betonte Schulte. Er bat die Besucher bei ihren Landsleuten noch einmal eindringlich auf die Wichtigkeit dieser Informationstreffen hinzuweisen.

Franziska Lengers startete dann mit Informationen zum Wahlausgang am Sonntag. Dazu zeigte sie aus der WDR-Fernsehreihe „4You“ einen arabisch verfassten Beitrag zum Wahlergebnis und den daraus resultierenden Folgen in der deutschen Flüchtlingspolitik. „Die Grundlage in Deutschland um Fuß zu fassen, ist das Lernen der Sprache. Ohne die geht es nicht weiter“, betonte Schulte die Bedeutung der Sprachkurse und der Erhalt des Deutschzertifikats.

Was es mit einem sechswöchigen Firmenpraktikum auf sich hat, erläuterte Franziska Lengers anhand eines Beispiels aus der Praxis. „Wir wollen doch arbeiten und eine Zukunft hier haben“, hieß es bei der anschließenden Gesprächsrunde. Doch so einfach, wie sich die Flüchtlinge das vorstellten, sei es nicht. Es ginge nicht um das Tun an sich, sondern darum, wie das Arbeiten in den Firmen abläuft. „Ihr seid da wie Auszubildende, die lernen müssen. Das kostet die Unternehmer Geld und bindet die Arbeitskraft eines anderen Mitarbeiters, der Euch bei Eurer Arbeit begleitet“, verdeutlichte Lengers.

Als schwer zu vermitteln, zeigte sich auch die Tatsache, dass Unternehmer trotz einer Arbeitskraft mehr, Verlust machen. „Wenn man arbeitet, tut man doch etwas. Das hilft doch“, so ein junger Asylbewerber.

Mit vielen Beispielen und Erklärungen versuchten die Gastgeber, die betriebswirtschaftlichen Begriffe „Produktivität“ und „Rentabilität“ zu erklären. „Einfacher wird es, wenn Ihr im Praktikum seht, wie es ist, was Ihr könnt und wo Hilfe nötig ist“, erklärte Schulte. Um überhaupt Unternehmen auf ein sechswöchiges Praktikum ansprechen zu können, müsse erst noch genau ermittelt werden, wer was kann. In dieser Sache kommen die Arbeitsagenturen noch auf die Gemeinden zu. „Wir müssen hier vor Ort sehen, was wir für den Einzelnen tun können. Grundvoraussetzung ist aber die deutsche Sprache. Für den, der was erreichen möchte, ist also Lernen angesagt“, appellierten die Helfer an die Motivation der Flüchtlinge.

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