Politik muss entscheiden
Struktur des Dorfes erhalten

LAER -

Die ehemalige Gaststätte „Ratsschänke“ liegt im Herzen von Laer. Kommunalpolitiker und Verwaltung sind fest entschlossen, die Planungshoheit für diesen sensiblen Bereich des Ortskernes nicht aus der Hand zu geben.

Donnerstag, 15.02.2018, 16:02 Uhr

Die alte Ratsschänke ist für viele Laerer so prägend, dass die städtebauliche Struktur an dieser Stelle erhalten bleiben sollte. Jetzt ist die Politik am Zug, die richtigen Weichen zu stellen.
Die alte Ratsschänke ist für viele Laerer so prägend, dass die städtebauliche Struktur an dieser Stelle erhalten bleiben sollte. Jetzt ist die Politik am Zug, die richtigen Weichen zu stellen. Foto: Sabine Niestert

Seit der Versteigerung von Gebäude und Grundstück an der Hohen Straße 9 herrscht Unsicherheit, was genau dort geschehen wird. Der Haupt- und Finanzausschuss diskutierte am Mittwochabend über planungsrechtliche Möglichkeiten zur Dorfentwicklung an dieser Stelle.

Auslöser und Gegenstand der Beratung war eine Eingabe von Ulrike Kluck und Karl Austerschulte. Darin fordern sie den Schutz der „erhaltenswerten städtebaulichen Struktur“ im Ortskern“ durch Anpassung des Bebauungsplanes. Sie schlagen Festsetzungen für eine „ortsbildverträgliche Gestaltung“ vor (wir berichteten).

Aktuell liegt der Gemeindeverwaltung noch kein Antrag auf Abriss der Ratsschänke vor. Der gesamte Bereich gehört zum gültigen Bebauungsplan „Ortskern“, der ein Mischgebiet festsetzt. „Damit wäre dort auf jeden fall eine reine Wohnbebauung zulässig“, stellte Wolfram Chowanietz während der Sitzung fest. Der Fachanwalt für Verwaltungsrecht hat den B-Beauungsplan juristisch überprüft.

Laut Einzelhandelskonzept der Gemeinde Laer ist der Ortskern „Grund- und Nahversorgungszentrum“. Der Anwalt empfahl, sich weiter daran zu orientieren und „die Gewerbeflächen nicht aufzugeben.“ Es gebe verschiedene Wege, die Möglichkeit der gewerblichen Nutzung für den Bereich der Ratsschänke offen zu halten: Erteilung des Denkmalschutzes, Änderung und Ergänzung des gültigen Bebauungsplanes, Aufstellung einer Gestaltungssatzung.

Als gangbarsten Weg empfahl der Experte die Änderung des B-Planes. Hier seien verschiedene Anpassungen denkbar. „Sie können den Bebauungsplan feiner aufgliedern, zum Beispiel eine Wohnnutzung im Erdgeschoss ausschließen“, so Chowanietz. Denkbar sei auch eine Teilung des Gebietes. Als rechtlich problematisch stufte er die Festschreibung einer ausschließlichen Nutzung als Gaststätte ein, da dies Privatinteressen zu stark beeinträchtige.

Noch stehe die Gemeinde nicht unter Zeitdruck, versicherte der Fachanwalt, aber es empfehle sich dennoch, zügig zu handeln: „Ändern sie den B-Plan rechtzeitig, bevor überhaupt ein Bauantrag vorliegt.“

Sobald ein Bauantrag gestellt wird, muss binnen drei Monaten darüber entschieden werden. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses folgten der Anregung von Ulrike Kluck und Karl Austerschulte und verwiesen das Thema zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Bauen und Planen.

Die Verwaltung will bis zur Sitzung am 14. März einen Aufstellungsbeschluss erarbeiten.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5526389?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F174%2F
Debatte über Eklat in Ratssitzung in Münster
Pro & Contra: Debatte über Eklat in Ratssitzung in Münster
Nachrichten-Ticker