Di., 22.07.2014

Ungewöhnliches Filmprojekt Kunst in der alten Heimat

Lengerich - 

Philipp Hauß hat Lengerich einst verlassen, um in der großen Theaterwelt Karriere zu machen. Das ist ihm gelungen. Nun kommt er im August zurück in die alte Heimat. Zusammen mit einem kleinen Team will er ein ungewöhnliches Filmprojekt realisieren.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Die Kunst führt Philipp Hauß zurück in seine alte Heimat. 1987 kam er als Siebenjähriger nach Lengerich , machte 1998 sein Abitur am Hannah-Arendt-Gymnasium – und verließ die Kleinstadt wieder, um im großen Wien am renommierten Max-Reinhardt-Seminar zu studieren. Er wurde Ensemblemitglied am Burgtheater in der österreichischen Hauptstadt, stand auf der Bühne des Maxim-Gorki-Theater in Berlin und des Residenztheaters in München, spielte bei den Salzburger Festspielen und arbeitete mit vielen wichtigen Regisseuren zusammen. Nun kommt er zusammen mit einem ganzen Team vom 11. bis 16. August zur Gempt-Halle.

„Wunderblock – Deutschland , deine Speicher – 50 Jahre Super 8“ heißt das Vorhaben, an dem mit Martin Schepers ein zweiter Künstler mit Lengericher Wurzeln beteiligt ist. Er, Philipp Hauß und die anderen Mitwirkenden müssen darauf hoffen, dass die Bürger der Stadt bei dem ungewöhnlichen Projekt mitspielen. Denn sie sollen alte Super8-Filme oder -Filmschnipsel zur Verfügung stellen. Das Material wird digitalisiert und zu einem großen Neuen zusammengesetzt, das an einem Kinoabend zu sehen ist.

Philipp Hauß übernimmt bei all dem die Regie. Mit Super8, erzählt er, habe er bereits in Wien und auch München gearbeitet. „Ich mag das Medium, weil es etwas Vergangenes hat.“ Für ihn sei gerade das spannend.

Spannend dürfte auch die Antwort auf eine Frage sein, die sich die Macher von „Wunderblock – Deutschland, deine Speicher – 50 Jahre Super 8“ ganz bewusst stellen: Wurden vor Jahrzehnten mit Super8 überall auf ähnliche Art und Weise gefilmt oder gibt es in Deutschland Unterschiede zwischen Ost und West, Nord und Süd? Um das zu klären, wird an vier Stationen über die Republik verteilt Station gemacht. Los geht es Ende nächster Woche im vorpommerschen Greifswald, es folgen Kehlheim bei Regensburg und Lüneburg. In Lengerich wird schließlich der Schlusspunkt gesetzt.

Auf die Projektidee gekommen ist Philipp Hauß durch den Verein Fonds Darstellende Künste. Der habe dazu aufgerufen, aktiv an Orten zu werden fernab der Kulturmetropolen. Das, sagt der ehemalige Lengericher, habe ihn gereizt. Aber auch die Aussicht, dass das Gelingen nun vom Zusammenwirken mit Privatpersonen abhängt, trage einen Teil zur Besonderheit bei. Er hoffe, dass „jeder Spaß daran hat, bei diesem künstlerischen Vorgang dabei zu sein“.

Er verspricht, dass am Ende nicht ein herkömmlicher Filmabend stehen wird, sondern ein Mix aus Kino, Performance, Live-Kommentar, Theater und Musik. Stattfinden wird das – mit dem Kulturforum der Stadtsparkasse als Kooperationspartner – unter freiem Himmel auf dem Vorplatz der Gempt-Halle. „Dabei sein können alle, die es wollen.“

 

Zum Thema

Vom 11. bis 14. August können die privaten Aufnahmen jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 21 Uhr abgegeben und angesehen werden. Die Veranstalter digitalisieren die Filme zudem kostenfrei. Jeder, der seine Filme zur Verfügung stellt, erhält nach Angaben der Organisatoren eine DVD mit den eigenen Bildern. Am 15. und 16. August finden dann jeweils Live-Aktionen (“Familienabend mit Freunden“) statt. Der Eintritt ist frei.

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