Mi., 01.10.2008

Lengerich Offen für interessierte Mitbürger

Von Detlef Dowidat

Lengerich . „Wir wollen Verständnis wecken und das Miteinander fördern. Uns geht es nicht um Missionierung , wie das allzuhäufig noch dargestellt wird“. Erhat Toka möchte Vorurteile abbauen. Er ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in der Islamischen Gemeinde Milli Görüs . Als eine Chance dafür betrachtet er den Tag der offenen Moschee , der am morgigen Freitag bundesweit durchgeführt wird. „Auch wir öffenen unsere Türen, wünschen uns viele Besucher und möchten der Bevölkerung zeigen, was hier geschieht“, erläutert Toka, der als Selbstständiger eine Kampfsportschule nebst Geschäft in Osnabrück betreibt.

Bei einem Rundgang stellt er die Moschee an der Münsterstraße 74 vor. Bevor es in den großen Saal geht, müssen die Schuhe ausgezogen worden. „Das hat auf der einen Seite mit Respekt zu tun, auf der anderen Seite aber auch einen praktischen Nutzen, da vermieden wird, Dreck in die Moschee zu tragen“, erläutert Erhat Toka. In dem großen Raum befinden sich in zwei Ecken der Stirnwand Kanzeln und in der Mitte eine Gebetsnische. „Alles ist Richtung der Kaaba ausgelegt, auch der Teppichboden“, bemerkt Toka. Der Raum ist komplett damit ausgelegt.

Dort treffen sich Gemeindemitglieder – in Lengerich sind es rund 100 – zum Gebet. Fünf Mal am Tag. Das erste findet vor Sonnenaufgang statt. Das letzte während der Abenddämmerung. Sie dauern zwischen fünf und 15 Minuten. Geleitet werden sie in der Regel vom Imam Abdurahin Kiyga. „Das Mittagsgebet ist am besten frequentiert. Und der Freitag ist Pflicht, das ist für uns wie Sonntag“, stellt Erhat Toka fest. Zu den Gebeten zählen verschiedene Riten, unter anderem auch eine Waschung.

Die Moschee wird vielfältig genutzt. Vorträge, Unterricht, Feiern, Hochzeiten, Jugendtreff und vieles andere mehr findet dort statt. „Natürlich immer mit der richtigen inneren Einstellung. Das wird immer wieder sehr deutlich, auch wenn Kinder hier toben oder Jugendliche sich auslassen. Alle spüren, wenn sie die Moschee betreten: Das ist ein besonderer Raum“, erklärt Toka.

Für Männer sind die Gebete Pflicht, Frauen können daran teilnehmen. Und auch Besucher sind willkommen. „Wir haben schon Gäste aus verschiedenen Bevölkerungsschichten gehabt. Derzeit kommen auch viele albanische Muslime“, berichtet Erhat Toka. Für Frauen gibt es im Obergeschoss eine eigene Räumlichkeit. Ferner gehören im Nebengebäude eine Teeküche, ein Jugendtreff und ein Unterrichtsraum zum Gesamtkomplex.

„Wir öffnen die Türen. Jeder kann sich hier umsehen. Ich hoffe, davon wird reger Gebrauch gemacht“, lädt Erhat Toka zum Tag der offenen Moschee ein. Mitbürgerinnen und Mitbürger würden in gewohnter Gastfreundschaft bei Tee, Kaffee und Spezialiten aus aller Welt empfangen. „Es kommt dabei nicht so sehr auf ein einwandfreies Beherrschen der Sprache an, als vielmehr auf den aufrichtigen Wunsch, miteinander in guter Weise umzugehen“, bemerkt Toka. Die erste Führung in der Moschee findet um 11 Uhr statt, eine zweite ist für 15 Uhr vorgesehen.

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