Do., 12.11.2009

Lengerich Geothermie-Siedlung in Lengerich

Lengerich Kein Gas, kein Öl – und trotzdem auch im Winter eine behagliche Wärme im Wohnzimmer. Keine Utopie, sondern Realität dank Geothermie. In Lengerich – zwischen Poolweg, Günneweg und Kleiner Weg – wird gleich ein ganzes Baugebiet so beheizt. 17 Baugrundstücke will die Wohnungsbaugenossenschaft...

Von Michael Baar

Lengerich . Kein Gas, kein Öl – und trotzdem auch im Winter eine behagliche Wärme im Wohnzimmer. Keine Utopie, sondern Realität dank Geothermie. In Lengerich – zwischen Poolweg , Günneweg und Kleiner Weg – wird gleich ein ganzes Baugebiet so beheizt. 17 Baugrundstücke will die Wohnungsbaugenossenschaft Lengerich dort an den Häuslebauer bringen. Im März 2010 sollen die Arbeiten beginnen. „In zwei Jahren soll alles weg sein“, nennt Norbert Zielsdorf das Ziel.
Im Frühjahr 2010 soll es am Poolweg zur Sache gehen. Bis dahin, so Max Mews von der Genossenschaft, werden die zurzeit dort noch stehenden zwölf Häuser mit rund 30 Wohneinheiten verschwunden sein. Sechs Mietparteien müssen noch umgesiedelt werden. Danach werden 17 Grundstücke mit Flächen zwischen knapp 500 und 670 Quadratmetern abgesteckt. Vorgesehen ist eine eingeschossige Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern.
Sven Schulte vermutet, „dass vornehmlich junge Familien dort bauen werden“. Was den Diplom-Ingenieur Architektur in seiner Meinung bestärkt, ist der günstige Grundstückspreis. 65 Euro pro Quadratmeter, inklusive Erschließung, werden aufgerufen. Zwei Parzellen sind bereits verkauft, für drei weitere liegen Reservierungen vor, so der zuständige Architekt des ausführenden Bauunternehmens Norbert Zielsdorf.
Das erste komplette Baugebiet in Lengerich ohne fossile Energieträger soll ebenso Interessenten anziehen wie die aufwändige Bauweise. Der Energiebedarf soll möglichst gering gehalten werden. Deshalb ist die Isolierung ebenso im Fokus wie die standardmäßige Fußbodenheizung. „Für jedes Haus gibt es zudem ein geologisches Gutachten“, fügt Sven Schulte hinzu.
Dass in der Lengericher Erde genügend Energie steckt, ums daheim mollig warm zu haben, hätten per Geothermie geheizte Häuser an anderen Standorten bewiesen. Niedergebracht werden mindestens zwei Bohrungen je Haus. Maximale Tiefe: 99 Meter. „Darunter kommen wir in den Bereich des Bergbaus, rein rechtlich gesehen“, erläutert Norbert Zielsdorf.
Dass diese Bauweise etwas mehr Kapital erfordert als ein „normales“ Haus, streitet Holger Bruns vom Immobilienservice der Stadtsparkasse nicht ab. „Über die Einsparungen bei den Heizkosten hat man das sofort wieder rausgeholt“, ist er sicher. Zudem verweist er auf die höherwertige Ausstattung der Gebäude.
Erfahrungen mit der Geothermie habe sein Unternehmen zur Genüge, erklärt Norbert Zielsdorf. In den vergangenen zwei Jahren sei von rund 60 Häusern lediglich eins ohne Geothermie errichtet worden. „Das lag in einem Wasserschutzgebiet 1 und wir erhielten keine Genehmigung dafür“, zeigt er Verständnis für diese Entscheidung einer niedersächsischen Behörde.

www.erdwaerme-grundstuecke.de

www.geothermie.de

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