Mo., 10.05.2010

Lengerich Grunendahl ist draußen

Von Detlef Dowidat

Lengerich - Die Landtagswahl ist gelaufen. Freude auf der einen Seite und Wunden lecken auf der anderen Seite, dass ist das übliche Bild. Für einen ist der Ausgang besonders bitter. Das Intermezzo Landtag ist für Wilfried Grunendahl endgültig beendet. Der CDU-Mann verlor nicht nur das Direktmandat an den SPD-Kontrahenten Frank Sundermann aus Westerkappeln. Er hat auch den Einzug ins Landesparlament über die Landesliste verpasst. Die greift nämlich für die Christdemokraten überhaupt nicht. Alle 67 Sitze sind durch Direktmandate besetzt.

„Natürlich bin ich betrübt. Aber ich kann jetzt noch nicht sagen, was die Zukunft bringt“, bekannte Grunendahl gestern im Gespräch mit den WN. Beruflich müsse er sich sicherlich neu orientieren. „Ich muss ja Geld verdienen“. Politisch werde er weiter auf kommunaler Ebene im Kreistag sowie in der Landschaftsversammlung verbleiben.

Die Lengericher Kommunalpolitiker sehen bundespolitische Gründe beim Wahlausgang als Hauptursache. Aber auch hausgemachte Dinge.

So wie Klaus Reiher, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes. „Ganz erschwerend für unseren Wahlkreis kam die Doktortitelaffäre des Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper hinzu. Der hat das schlechte Abschneiden von Wilfried Grunendahl maßgeblich mit zu verantworten. Ohne diese Sache wäre es bestimmt ganz, ganz eng geworden“, erklärte Reiher im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Hat es vielleicht auch am lokalen Wahlkampf gelegen, dass Grunendahl nicht wieder in den Landtag einzieht und die CDU hier über zehn Prozent verloren hat und die Wahlbeteiligung noch unter dem Landesdurchschnitt lag? „Nein, eindeutig nein. Wir haben uns vehement eingesetzt, haben getan, was möglich war und bis zuletzt gekämpft“, nimmt Klaus Reiher seine Mannschaft in Schutz. Was nun auf Landesebene wird, darüber wagt er keine Prognose. Eine Chance für Jürgen Rüttgers sieht er kaum: „Dessen Erde ist verbrannt. Ich rechne damit, dass er sich zurück zieht“. Er setzt auf einen kompletten Neuanfang in der Landes-CDU.

„Wir sind möglicherweise die tragischen Wahlsieger“, merkt Johannes Beck, Sprecher der Lengericher Grünen an. Er freut sich natürlich über das Ergebnis. „Ich würde mir jetzt auch bei der Kommunalwahl ein ähnlich gutes Ergebnis wünschen“, so Beck.

„Bei uns herrscht sicher Freude über das Ergebnis von Frank Sundermann, der das Landtagsmandat direkt geholt hat. Auch unser Resultat hier vor Ort stimmt uns zufrieden“, zeichnete SPD-Ortsvereinsvorsitzender Björn Schilling eine positive Stimmungslage, bekannte allerdings auch, dass die Wahlbeteiligung nicht zufriedenstellend war. Seine Mitstreiter hätten einen sehr engagierten Wahlkampf mit Frank Sundermann geführt, was sich am Ende auch auszahlte. Dass er so deutlich vor Grunendahl lag, schreibt auch Schilling maßgeblich der Jasper-Affäre zu. Beim Blick nach Düsseldorf ist sein Wunsch nach Rot-Grün geplatzt. „Ich bin selbst mal gespannt, was am Ende wird“, gibt er sich zurückhaltend.

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