Erstes Fazit der Großübung im Eisenbahn-Tunnel
Mi., 22.02.2012
Einsatz hat sich gelohnt
Ein Bild aus der Übungsnacht: Rettungskräfte kümmern sich um den Abtransport der Verletzten aus dem verunglückten Zug.
Lengerich -
Bessere Zufahrten, Licht und Kabel für die Kommunikation: Diese Verbesserungen wünschen sich die Verantwortlichen nach Auswertung der ersten Ergebnisse der Großübung im Eisenbahn-Tunnel Lengerich.
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„Wesentliche Einsatzziele sind erreicht worden“, stellt Dr. Martin Sommer fest. Ein gutes Vierteljahr nach der Großübung im Lengericher Eisenbahn-Tunnel zieht der Kreisdirektor ein erstes Fazit. Dass die positiven Eindrücke überwiegen, bestätigt Bernhard Duesmann. Der Kreisbrandmeister spricht „vom gemeinsten Übungs-Szenario, das wir haben“. Auch wenn alles gut geklappt hat: Wünsche bleiben.
Die richten sich in erster Linie an die Deutsche Bahn. Erreichbarkeit und Licht nennt Gerda Kaumanns, Leiterin des Kreisordnungsamts. Bernhard Duesmann fügt das Thema Kommunikation hinzu. Beide betonen, dass in der Nacht vom 5. auf den 6. November vergangenen Jahres „nur die logistische Versorgung geübt“ worden sei, nicht der „worst case“, der schlimmste anzunehmende Unfall.
Zwischen 1500 und 1600 Leute sind in der Nacht im Einsatz gewesen. Unter ihnen 132 Unfallopfer-Darsteller. Sie haben die bei dem angenommenen Unglücksfall verletzten Personen dargestellt. Ihr teilweise lebensgefährlichen Verletzungen haben sie erlitten, als ein mit Stahlträgern beladener Güterzug mit einem Intercity kollidiert ist und drei Waggons aufgeschlitzt hat.
„Die Verletzten sind schnell geborgen und versorgt worden“, stellt der Kreisbrandmeister fest. Das habe wesentlich schneller geklappt, als vor der Übung vermutet. „Wir hatten gedacht, dass wir den letzten Verletzten sagen müssen, ihr seid gesund und müsst jetzt aus dem Tunnel gehen“, erinnert sich Bernhard Duesmann.
Dass die Rettungskräfte bereit gestanden haben an dem Samstagabend im November, mindert die Wertigkeit der Übung nicht. „Wie schnell wir nach Lengerich fahren können, wissen wir“, fasst es der Kreisbrandmeister zusammen.
Eine Konsequenz aus der Übung mit Namen „Schwarzes Loch“: „Wir dürfen nur so wenig Fahrzeuge wie möglich zum Tunnel fahren lassen“, deckt der Kreisbrandmeister eine Schwachstelle auf. Die Zufahrt müsse wenigstens regelmäßig vom Bewuchs befreit werden.
Dass auf Knopfdruck im Tunnel Licht eingeschaltet werden kann, ist ein weiterer Wunsch. An der schwierigen topografischen Lage lasse sich nichts ändern. Süd- und Nordseite der Unterquerung des Teutoburger Waldes gleichen auf mehreren Hundert Metern einem Tunnel ohne Dach. Deshalb die Aufnahme in das Tunnelkonzept der Bahn (laut Definition ist ein Tunnel mindestens 1000 Meter lang) zu fordern, erachtet Gerda Kaumanns als nicht erforderlich. „Würden unsere Wünsche umgesetzt, wäre schon viel geholfen“, ist sie überzeugt.
Wenn dann noch Leitungen gezogen würden, damit die Helfer per Funk auch aus dem Tunnel heraus mit den Einsatzkräften draußen kommunizieren können, wären die größten Wünsche erfüllt.
Den Transport der Verletzten mit motorisierten Loren hält Bernhard Duesmann für nicht praktikabel. „Auf der zweigleisigen Strecke sind auf dem einen Schienenstrang die Verletzten abtransportiert worden. Auf dem anderen wurde Material zum Tunnel gebracht.“ Die Loren mussten jeweils umgesetzt werden. „Für vier Mann keine leichte Aufgabe“, weiß der Kreisbrandmeister. Hängt noch ein Motor an den Loren, wäre das nicht mehr möglich – und der Pendelverkehr gestoppt.
An Kosten für die Übung sind bislang rund 20 000 Euro aufgelaufen. Geld, das der Kreis vom Land erstattet haben möchte. Ein dickes Lob spenden Kreisdirektor und Kreisbrandmeister allen bei der Übung Beteiligten. Vorneweg den Kräften aus Lengerich und der Firma Dyckerhoff.
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