Internet-Auftritte der Ortsparteien
Di., 21.02.2012
Wenn aktuell nicht gleich neu ist
Lengerich/Tecklenburger Land -
Die Terminkalender sind in der Regel gut gepflegt. Aber aktuelle Berichte sucht man auf den Internetseiten der örtlichen Parteien oft vergebnlich.
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Ja, ja, die Parteien. Sie sind ein Thema für sich. Genauso wie ihre Online-Auftritte. Eigentlich sollten dort aktuelle Geschehnisse nachzulesen sein. Leider ist das oft Wunschdenken.
Meistens sind die aktuellen Informationen bei den Ortsverbänden in Lengerich, Lienen, Ladbergen und Tecklenburg dünn gesät. Das gilt für CDU und SPD ebenso wie für FDP und Bündnis 90/ Die Grünen beziehungsweise das Bündnis für Ökologie und Demokratie in Lienen. Alle haben ihre eigene Internetseite. So weit, so gut. Oder etwa nicht?
Aktuell sind die Lengericher Christdemokraten. Unter dem Button findet sich eine Notiz zu einer Veranstaltung am heutigen Aschermittwoch. Das ist aktuell, wenn auch für Jugendliche optisch nicht ansprechend aufbereitet. Es ist allerdings auch das einzig Aktuelle. Der Eintrag davor ist vom 18 Mai 2011. Aber immerhin ist er datiert.
Damit hat die FDP ihre Probleme. Ein einsamer Artikel handelt von den Abwasseranlagen. Datiert ist er nicht. Dafür werben die Liberalen für die Landtagswahl – die am 9. Mai 2010 gewesen ist.
Die SPD macht das besser. Wo Aktuelles draufsteht, ist auch Aktuelles drin. Zum Beispiel ein Bericht über eine Ratssitzung vom 14. Februar. Zudem sind die Termine bis Ende des Jahres eingetragen. Dagegen ist der Nachwuchs, die Jusos, mit den Terminen weit im Rückstand. Immerhin findet sich auf der Seite ein aktueller Bericht vom 19. Februar 2012.
Ansprechend ist das Layout auf der Internetseite von Bündnis`90/Die Grünen. Das täuscht aber nicht über ein Manko hinweg: die aktuellste Meldung ist die Ankündigung eines Vortrags mit Dr. Rainer Hagencord – am 30. Juni 2010. Kleiner Trost: Es ist kein Einzelfall.
Dafür geht die Lienener CDU mit gutem Beispiel voran. Genauer gesagt mit Neuigkeiten vom 10. Februar 2012, einem ausführlichen Bericht mit dem Titel „Europa am Scheideweg“. Es sind sogar Bilder aus dem Jahr 2012 vorhanden. Termine sind schon für das ganze Jahr geplant und übersichtlich gebündelt.
Die SPD hält nicht besonders viel davon, ihre Mitglieder über neue Entwicklungen zu informieren, könnte man meinen. Der Artikel über die Fristverlängerungen von Kanaldichtigkeitsprüfungen ist auf den 23. Dezember 2010 datiert. Immerhin gibt es viele Informationen über den Bürgermeister.
Die Liberalen legen ihre Termine bis in den Dezember 2012 offen. Eine Rubrik „Aktuelles“ gibt es nicht, die Neuigkeiten stehen auf der Startseite. Wie neu sie sind bleibt ungewiss, ein Datum ist unauffindbar.
Die Seite des Bündnis` für Ökologie und Demokratie fällt sofort durch die kaum lesbare dunkelblaue oder schwarze Schrift auf dunkelgrünem Hintergrund auf. Artikel sind nicht aktuell. Ein Link führt zu einem WN-Artikel vom 3. Februar 2010 – Aktuelleres findet sich auf der unübersichtlichen Seite nicht..
Bei den Ladberger Sozialdemokraten ist die Rubrik Aktuelles ebenfalls sparsam gefüllt. In den jüngsten Beiträgen geht es um das Thema Biogasanlage, datiert auf den 30. Juni und 14. Juli 2011. Dafür reicht die Terminübersicht bis ins Jahr 2013. Auf der Seite gibt es ein großes Fotoalbum: aktuelle Bilder – Fehlanzeige.
Zur FDP. Sie fällt durch eine Feedback-Seite auf. Die Terminübersicht reicht bis zum 8. März 2012. Die Vorstellung des Vorstandes und der Ratsmitglieder fällt kurz und knapp aus: Name, Vorname, das war´s.
Bei den Christdemokraten sind die Einträge nicht datiert. Auf eine ausführliche Vorstellung des Teams wird, wie bei den Liberalen, verzichtet.
Bei den Grünen wird die Ratsfraktion gründlicher vorgestellt. Außerdem ist die Seite durch einen Test (Wie grün bist du?) interaktiv gestaltet. Der letzte Artikel über die Prüfung eines Indoor-Spielplatzes ist vom 29. Januar 2012. Ein Link führt zur „Grünen Jugend“. Die Termine sind bis zum 21. Juni angegeben.
Die Tecklenburger Liberalen haben keine neuen Termine seit der Vorstandswahl am 23. Januar bekanntgegeben. Der Hinweis „folgt in Kürze. Wirtschaftsförderung wird ganz oben stehen“ tröstet kaum darüber hinweg, dass ein Programm unauffindbar bleibt.
Mit der Veranstaltung am Aschermittwoch werben die Christdemokraten. Aktuell ist ein Bericht vom 10. Februars 2012. Die Termine sind bis ins Jahr 2013 geplant. Außerdem verweisen sie auf die Junge, Senioren und Frauen-Union. Ein Youtube-Kanal der Bundespartei ist ebenfalls eingerichtet.
Bei den Grünen findet sich ein aktueller Artikel der Ortsverbands-Sitzung vom 27. Januar. Termine gibt´s bis Dezember. Eine Seite lädt gar zur Diskussion ein.
Auf der Website der SPD ist der jüngte Eintrag ein Bericht über die Mitgliederversammlung vom 24. November 2011. Bilder gibt´s auch: von der Jahreshauptversammlung 2010.
Ein Online-Auftritt kann eine große Chance sein. Eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Doch eine Website bedarf gleichzeitig stetiger Pflege, um Eindruck zu schinden. Daran fehlt´s.
