Mi., 31.07.2013

Verein sucht dringend eine neue Bleibe Wo ist Platz für die Tafel?

Läuft die Lebensmittelausgabe, ist eine Menge los in den Kellerräumen an der Bogenstraße.

Läuft die Lebensmittelausgabe, ist eine Menge los in den Kellerräumen an der Bogenstraße. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich - 

Die Lengericher Tafel versorgt viele Bürger äußerst günstig mit Lebensmitteln. Jetzt sucht der Verein eine neue Bleibe. Die Kellerräume an der Bogenstraße genügen nicht mehr den Anforderungen.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Die Lengericher Tafel hat ein Problem. Die Räume, in denen die ehrenamtlichen Mitarbeiter, Lebensmittel an Bedürftige ausgeben, entsprechen nicht mehr den Anforderungen des Vereins. Sie sind unter anderem zu klein und für Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, schlecht zu erreichen. Ein Umzug ist wohl unausweichlich. Offen ist, wohin.

Derzeit ist die Tafel in einem Kellerraum auf der Rückseite des Gebäudes Bogenstraße 2 beheimatet. Gründungsmitglied Renate Volkwein und Vorsitzende Johanna Hinz erzählen, dass der Verein zuvor auch schon im St.-Margareta-Gemeindehaus und bei der AWO am Brandteich untergekommen sei. Sie hoffen nun, dass sie entweder einen Vermieter finden, der ihnen eine passende Immobilie zu günstigen Konditionen überlässt, oder aber Sponsoren und Spender, die dafür sorgen, dass sie an der Bogenstraße 2 umziehen können.

Dort stünden circa 150 Quadratmeter große Ausweichräume zur Verfügung. Allerdings zu einem Preis, den sich die Tafel unter den gegebenen Umständen nicht leisten könne, sagen die beiden Frauen. Es gehe um einige Tausend Euro im Jahr, die fehlen.

Das Anforderungsprofil, das die beiden Frauen erstellen, sieht in groben Zügen so aus: mindestens 120 Quadratmeter groß, zentrale Lage, Toilette, Wasser, Strom. Ideal wären mehrere Räume. Es sollte eine Möglichkeit zum Entladen bestehen. Renate Volkwein: „Wir haben uns schon vieles angeschaut. Aber zu einem halbwegs zivilen Preis haben wir nichts gefunden.“

Zweifel ob des Sinns ihrer Arbeit dürfte es indes kaum geben. 150 bis 160 Personen kämen wöchentlich, berichten Johanna Hinz und Renate Volkwein. „Hartz-IV-Empfänger, Asylsuchende, Alleinerziehende oder ältere Personen mit einer kleinen Rente.“ Rechnet man hinzu, dass hinter vielen dieser Menschen noch eine Familie steht, dürfte ein Kreis von bis zu 500 Menschen realistisch sein, dem die Tafel hilft. Umgerechnet auf die Kommunen Lengerich , Ladbergen, Lienen und Tecklenburg, für die sich die Tafel zuständig fühlt, also rund ein Prozent der Gesamtbevölkerung.

Da die Einrichtung längst voll etabliert sei, funktioniere die Versorgung mit Produkten weitgehend reibungslos. Nahezu sämtliche Supermärkte und Bäckereien in Lengerich seien dabei, zudem viele Geschäfte in der Region – von Ostbevern bis Georgsmarienhütte. Schulen und Kindergärten spendeten immer wieder einmal, und eine Familie bringe Woche für Woche Lebensmittel im Wert von 40 bis 50 Euro. Was nötig sei, um die Kosten zu decken (neben der Miete zum Beispiel der Sprit für die Fahrten), komme zu rund 50 Prozent durch Spenden herein und zu 50 Prozent durch die „Portionen“. Das sind die individuell zusammengestellten Kontingente, die an die Bedürftigen verteilt und für die jeweils zwei Euro berechnet werden.

Unterstützung von öffentlicher Seit gebe es hingegen nicht. „Und das, obwohl die Ämter die Leute teilweise direkt zu uns hinschicken“, sagt Renate Volkwein. Sie und Johanna Hinz lassen die Frage im Raum stehen, ob sie sich wünschen, dass die Kommunen in Zukunft ihre Arbeit finanziell ein wenig mittragen.

Zum Thema

Wer möglicherweise ein passendes Objekt hat oder die Tafel anderweitig unterstützen möchte (unter anderem werden männliche, ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht), kann sich unter ✆ 0 54 81/ 3 82 54 und ✆ 0 54 81/68 14 melden.

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