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Di., 10.06.2014

Unwetterbilanz im Tecklenburger Land Blitz und Donner sorgen für Schreckensmomente

Ein Blitz zuckt über Lengerich. Das Pfingstwochenende brachte nicht nur hohe Temperaturen, sondern auch schwere Gewitter.

Ein Blitz zuckt über Lengerich. Das Pfingstwochenende brachte nicht nur hohe Temperaturen, sondern auch schwere Gewitter. Foto: Stefan Herringslack

Tecklenburger Land - 

Die Feuerwehr hatte einiges zu tun. Doch verglichen mit anderen Regionen in NRW verlief das Unwetter im Tecklenburger Land glimpflich. Verletzt wurde in Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg niemand.

Umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste, Überspannungsschäden und Wasserschäden – der heftige Gewittersturm hat auch im Tecklenburger Land Spuren hinterlassen. Allerdings, so der stellvertretende Lengericher Wehrführer Thorsten Budzinski , „sind wir glimpflich davongekommen“.

Eine Einschätzung, die angesichts der dramatischen Folgen in anderen Landesteilen auch auf Ladbergen, Lienen und Tecklenburg übertragen werden kann. Schließlich gibt es keine Verletzten. Einsätze haben die Rettungskräfte dennoch einige.

In Lienen und Kattenvenne bläst der Wind Bäume um. „Wir haben 26 Einsätze“, sagt Lienens Wehrführer Ralph Meier . 35 Kräfte sind unterwegs. Die Einsatzstellen: Mautweg, Westerbecker Damm, Ostbeverner Damm, Kattenvenner Straße, Ringeler Straße oder Glandorfer Damm. Am Moorweg stürzt ein Baum auf ein Haus. Mit Hilfe der Seilwinde wird der Stamm vom Dach gezogen. Meier: „Nennenswerter Folgeschaden ist nicht entstanden“. An der Meckelweger Straße beschädigt ein entwurzelter Baum Bankette und Fahrbahn. In Kattenvenne gibt es in zwei Kellern Wasserschäden. Um 2.30 Uhr sind die Einsätze beendet. Gestern Morgen um 7.35 Uhr geht es weiter. Bäume versperren Industriestraße, Mautweg und Hohner Straße. Die Wehr gibt Einsätze an den kommunalen Bauhof ab.

In Lengerich wird die Wehr gegen 23.15 Uhr aktiv. Nahezu parallel wird sie zu fünf Einsätzen gerufen, erzählt Thorsten Budzinski. 24 Einsatzkräfte rücken mit fünf Fahrzeugen aus. Drei umgestürzte Bäume gilt es zu entfernen und an der Ringeler Straße zwei umgeknickte Fahnenmasten. Außerdem ist von einem Zimmerbrand nach einem Blitzeinschlag die Rede. Doch was sich dramatisch anhört, ist am Ende nur ein elektrischer Defekt.

Gegen 23 Uhr geht der erste Notruf bei der Ladberger Feuerwehr ein. Weitere folgen. Wie der stellvertretende Wehrführer Rüdiger Kipp berichtet, sind anschließend rund 18 Helfer mit drei Fahrzeugen bis etwa 4.20 Uhr durchgehend aktiv. Sie müssen hauptsächlich im Bereich zwischen Telgter Damm und Moor zahlreiche umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und Zweige von den Fahrbahnen räumen. Gegen 7 Uhr rückt die Wehr erneut aus, um vom Sturm abgerissenes Gehölz aufzusammeln.

Umgestürzte Bäume halten auch die Tecklenburger Feuerwehr auf Trab. „Wir hatten sechs verschiedene Einsatzstellen“, sagt Wehrführer Wieland Fortmeyer. Um 23.30 Uhr rückt zunächst der Löschzug Leeden aus. Auf der Lotter Straße, kurz vor der Stadtgrenze, entkommen zwei Personen nur knapp einem schweren Unglück. Der Fahrer eines Pkw hat gerade noch rechtzeitig einen umstürzenden Baum bemerkt und deshalb seinen Wagen nach rechts von der Fahrbahn in einen Graben gelenkt. Fahrer und Beifahrer bleiben unverletzt und werden von der Feuerwehr aus dem Waldgebiet heraus und in Sicherheit gebracht.

Auch die Löschzüge Tecklenburg und Ledde müssen ausrücken und umgestürzte Bäume beseitigen. Nach rund zweieinhalb Stunden sind die Einsätze beendet.

Im Laufe des gestrigen Tages haben vor allem Bahnfahrer noch mit den Folgen des Unwetters zu kämpfen. Züge der Westfalenbahn fahren ab Osnabrück nur noch bis Lengerich. Zur Weiterfahrt wird ein Bus eingesetzt. In umgekehrter Richtung heißt es erst Bus- und dann ab Lengerich wieder planmäßig Bahnfahren. Am Mittag gegen 13 Uhr sei die Strecke wieder freigegeben worden, erklärt Westfalenbahn-Sprecher Thomas Kopp. „In der Folge hat sich alles wieder eingependelt.“

Nicht so bei manchen Osnatel-Kunden. Ihr Anschluss macht Probleme. Unternehmenssprecher Carsten Höfinghoff bestätigt, dass „in der Fläche“ einzelne Haushalte betroffen sind und rät, einfach einmal den Stecker kurz zu ziehen und dann wieder einzustöpseln. Sollte es dann immer noch nicht laufen wie gewünscht, sei die Störungsstelle der richtige Ansprechpartner.

Viel Arbeit bedeuten Blitz, Sturm und Regen – 21 Liter Wasser prasseln in Lienen auf jeden Quadratmeter – nicht zuletzt für die Versicherungsbranche. Christian Mindrup (Provinzial Mindrup & Franz, Lengerich) hat nach eigenen Angaben vor allem Kunden am Apparat, deren Fernseher oder Telefone nicht mehr funktionieren – sogenannte Überspannungsschäden. Er erzählt auch von einigen vom Sturm heruntergewehten Dachziegeln. Mit entwurzelten Bäumen, die auf Grundstücken liegen oder gar ein Gebäude getroffen haben, und Wasserschäden hat zudem Marc Becker (LVM-Versicherungsagentur Ulrich Marekwia, Kattenvenne) zu tun. Tipp der beiden Experten: Schäden am besten telefonisch melden. Bei größeren Schäden komme dann möglichst schnell ein Gutachter, bei kleineren Sachen könne nach Absprache mit der Versicherung zum Beispiel ein Beleg vom Elektrohändler reichen, in dem der Überspannungsschaden bestätigt wird.

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