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Sa., 11.10.2014

Zehn Jahre Lengericher Tafel „Jeder gibt, was er kann“

Zwei Mal pro Woche engagieren sich ehrenamtliche Helfer und teilen Ware an Bedürftige aus. 

Zwei Mal pro Woche engagieren sich ehrenamtliche Helfer und teilen Ware an Bedürftige aus.  Foto: Foto: Jendrik Peters

Lengerich - 

Manch ein Lengericher, der knapp bei Kasse ist, dürfte es ohne die Tafel wohl wesentlich schwerer haben, über die Runden zu kommen als ohnehin schon. Seit zehn Jahren gibt es die Einrichtung, die Lebensmittel an Bedürftige abgibt.

Von Jendrik Peters

„Die einen trauen sich zu kommen, um zu nehmen, andere kommen, um zu helfen“, heißt es auf der Internetpräsenz des Vereins Tafel Lengerich . „Wir wollen Menschen helfen, denen es nicht so gut geht wie uns“, unterstreicht die Vorsitzende des Vereins, Renate Volkwein diesen Ausspruch. In zwei Wochen begeht die Lengericher Tafel ihr zehnjähriges Bestehen und lädt dazu alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür ins Domizil an der Bogenstraße 2 ein.

Die Lengericher Tafel wurde 2004 von sechs Bürgern gegründet. Seitdem geht es darum, Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. „Leute, die weniger als 850 Euro netto verdienen, können zur Tafel kommen“, erläutert Renate Volkwein. Bei Familien gelten höhere Sätze.

Die erste Lebensmittelausgabe fand am 10. November 2004 in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt statt. Damals erhielt die Tafel noch Ware vom Ibbenbürener Pendant, der eine Lebensmittelausgabe in Lengerich aufmachen wollte. Nach wenigen Monaten wurden die Lengericher jedoch selbstständig und organisierten daraufhin eine eigene Ausgabe.

Zwei Jahre später folgte auch der Eintrag ins Vereinsregister als gemeinnütziger Verein und fast parallel der Umzug in Räume der Bücherei der katholischen Kirchengemeinde. Prägend war zu dieser Zeit der damalige Vorsitzende Josef Geimer , der sich aus gesundheitlichen Gründen Anfang 2014 zurückziehen musste.

Waren es anfangs sechs Mitarbeiter, freut sich die Tafel heute über mehr als 25 ehrenamtliche Kräfte, die an zwei Tagen pro Woche die Lebensmittelausgabe koordinieren.

Neben der Zahl der Helfer ist auch die Summe der Lebensmittelspender stetig angestiegen. „Damals haben wir noch jeden Supermarkt und jeden Kiosk abgeklappert“, erinnert sich Renate Volkwein an die frühen Jahre. Heute würden die Geschäfte oftmals von sich aus auf den Verein zukommen.

Das Wachstum erforderte auch eine entsprechende Infrastruktur in Form eines eigenen Fahrzeuges, um die Ware aus angrenzenden Kommunen nach Lengerich zu transportieren. Im April 2007 freute sich der Verein über den ersten Tafel-Lieferwagen. 2009 bekam der Verein von einer Sozial-Sponsoring-Agentur sogar ein neues Fahrzeug samt Kühlanhänger zur Verfügung gestellt. Seitdem kann die Tafel auch tiefgekühlte Ware transportieren und austeilen.

„Eine Mitarbeiterin fährt jeden Tag von morgens bis mittags und sammelt die Ware ein“, erzählt Renate Volkwein. Lagerbestände mit Ware, bei der das Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, Backwaren vom Vortag, Überproduktionen, falsch verpackte Ware oder Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern seien Bestandteil dieser Transporte.

Nachdem der Verein im Februar diesen Jahres nochmals umgezogen ist, kommt es bei mehr als 250 registrierten Kunden dennoch ab und an zu Kapazitätsproblemen. In diesem Fall greift die Tafel auf die Hilfe vom Lengericher Centralhof zurück. „Josef Merschmann war direkt bereit, uns sein Kühlhaus als Möglichkeit zum Lagern zur Verfügung zu stellen“, zeigt sich Renate Volkwein dankbar. Der Dank gelte aber auch allen Lebensmittel-Spendern, die über Jahre hinweg dafür gesorgt haben, dass die Lengericher Tafel immer genug Ware hatte, um die Kunden zu bedienen.

Kunden bei der Tafel sind laut Renate Volkwein überwiegend Sozialhilfeempfänger, Asylbewerber und Rentner. „Theoretisch können aber auch Studenten zu uns kommen.“ Die Hemmschwelle, den Dienst einer Tafel in Anspruch zu nehmen, sei jedoch nach wie vor gegeben. Die meisten Kunden sind Frauen, was auch daher rühre, so die Tafel-Vorsitzende, dass die Beschaffung von Lebensmitteln in den meisten Haushalten nach wie vor „Frauensache“ sei.

Zum Thema

Der Tag der offenen Tür findet am Sonntag, 26. Oktober, von 14 bis 17 Uhr im Haus Bogenstraße 2 statt.

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