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Mi., 15.07.2015

Feuerwehr sucht Verstärkung Es wird Alarm geschlagen

Lengerich - 

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der aktiven Mitglieder bei Lengerichs Feuerwehr zurückgegangen. Diesem Trend wollen die Verantwortlichen nun nicht mehr tatenlos zusehen. Sie werben um personelle Verstärkung.

Von Michael Baar

Stell Dir vor, es brennt, und keiner löscht. Durchaus drastisch beschreibt die Freiwillige Feuerwehr Lengerich die Situation, die sich aus ihrer Sicht im Jahr 2020 so darstellen könnte. „Wir wollen es nicht so weit kommt lassen, auf gar keinen Fall“, sagt Helmut Porrmann . Deshalb wirbt die Lengericher Wehr um Nachwuchs. „Nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, auch bei Erwachsenen“, verdeutlicht der Zugführer .

Es ist ein schleichender Prozess, der die Zahl der aktiven Mitglieder in den vergangenen Jahren gesenkt hat. Waren es vor wenigen Jahren noch 110 Frauen und Männer, die im Einsatzfall alarmiert werden konnten, sind es aktuell nur noch 93. „Es werden nicht immer alle Einsatzkräfte benötigt, aber es sind auch nicht immer alle verfügbar“, verweist er auf Umstände, die die Zahl der Theorie in der Praxis deutlich sinken lässt.

Der Wechsel des Arbeitsplatzes, so Helmut Porrmann im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten, führe immer wieder dazu, dass ein Kamerad oder eine Kameradin die Wehr verlasse. „Oder Mitglied bleibt, aber bei Einsätzen nicht mehr zur Verfügung steht“, ergänzt er.

Die Nachwuchs-Arbeit ist für die Lengericher Feuerwehr nicht das Problem. 16 Mitglieder zählt die Jugendwehr. „Mehr geht nicht“, verweist der Zugführer darauf, dass die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ja auch betreut werden müssen. Neben den beiden Jugendfeuerwehr-Warten sind weitere drei bis vier Aktive in die Betreuung eingebunden.

In der Jugendwehr werden die Grundtätigkeiten geübt, die auf den (erhofften) Übertritt in die aktive Wehr vorbereiten. „Es gibt aber auch spielerische Sachen, Veranstaltungen auf Kreisebene und auch eine gemeinsame Übung mit den anderen Jugendwehren“, erläutert der Zugführer.

Ab 17 Jahren wird der Nachwuchs in die aktive Wehr bei Dienstabenden eingebunden. Ab 18 Jahre dürfen sie dann auch bei Einsätzen mit ausrücken. Voraussetzung: Die Grundausbildung ist absolviert worden. Allein zeitlich sei das schon nicht so einfach, verweist Helmut Porrmann auf die 160 Stunden umfassende Ausbildung, bei der vier bis fünf Wochenenden – „Samstag und Sonntag – eingeschlossen sind. Entsprechende Lehrgänge laufen, in Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren, auch in Lengerich.

Zwischen 18 und 45 Jahre sollten potenzielle Interessenten alt sein und ein großes Interesse haben, „ehrenamtlich den Bürgern in Notsituationen zu helfen, rund um die Uhr“, beschreibt der Zugführer die Zielgruppe. Frauen, Männer, egal welche Nationalität – „wir sprechen alle Bürger an“.

Sein eigener Weg bei der Feuerwehr „ist eigentlich ganz typisch“, sagt er. Seit dem 17. Lebensjahr ist Helmut Porrmann dabei, 42 Jahre jetzt schon. Kameradschaft, anderen Menschen zu helfen und die Technik – „Pumpen, Gelenkmast“ – sind seine Antriebsfedern. Irgendwie steht er aber auch für die Entwicklung in den vergangenen Jahren: Helmut Porrmann arbeitet in Greven. „Tagsüber bin ich zu weit weg“, räumt er ein. Doch auf die Feuerwehr verzichten, das kann sich der Zugführer schon gar nicht vorstellen.

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