Di., 22.12.2015

Witt Maschinenbau Raus aus der Krise

Die Witt-Mannschaft vor dem Firmengebäude. Gut möglich, dass die Belegschaft in den kommenden Monaten noch wächst.

Die Witt-Mannschaft vor dem Firmengebäude. Gut möglich, dass die Belegschaft in den kommenden Monaten noch wächst. Foto: Witt GmbH

Lengerich - 

Die Auftragslage ist laut Firmenleitung bestens, es werden Überstunden gemacht und neue Mitarbeiter gesucht. Bei der Witt Maschinenbau GmbH sieht es offenbar ziemlich gut aus. Vor einigen Monaten war das noch ganz anders.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Manchmal kann es in der Wirtschaft ziemlich schnell gehen. Am 1. Februar war für die Firma Witt Maschinenbau GmbH ein Insolvenzantrag gestellt worden. Es folgten Wochen und Monate der Unsicherheit. Und nun? Überstunden, volle Auftragsbücher und Zukunftsaussichten, die die Geschäftsleitung als „super“ bezeichnet.

Am Tisch sitzen mit Klaus Seemann und Ralf Otte zwei der drei neuen Gesellschafter. Zudem hat Geschäftsführer Jürgen Kattenbeck Platz genommen. Otte ist seit 29 Jahren im Unternehmen, Seemann seit 23 Jahren, Kattenbeck seit neun Jahren. Sie kennen das Haus, haben das Insolvenzverfahren miterlebt und den Weg dorthin.

Die Wurzeln der wirtschaftlichen Probleme, sagen sie, lägen im Jahr 2008. Seinerzeit getroffene Entscheidungen hätten in Kombination mit der Wirtschaftskrise 2009 zu der Schieflage geführt. Otte: „Wir haben praktisch darauf gewartet, dass der Tag kommt.“

Personell hat sich einiges getan: Der einstige Geschäftsführer und Gesellschafter Uwe Pritzel hat Witt verlassen. Jürgen Kattenbeck hat den Geschäftsführerposten übernommen. Das Gesellschafter-Trio vervollständigt Markus Binkowski. Aber es sei auch in Maschinen investiert und ein langfristiger Mietvertrag für Gebäude und Grundstück abgeschlossen worden, betonen Ralf Otte, Klaus Seemann und Jürgen Kattenbeck. Zeichen des Neustarts ist auch eine Namensänderung: Ab dem 1. Januar heißt der Betrieb offiziell MBO Witt Maschinenbau.

Ein elementarer Baustein auf dem Weg aus der Krise ist ihren Worten zufolge die Sanierungsvereinbarung gewesen. Neben dem Insolvenzverwalter hätten der Betriebsrat und alle Mitarbeiter ihre Zustimmung dazu gegeben. Wesentliches Zugeständnis der Belegschaft: In den nächsten drei Jahren wird auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet. Und mit den weiteren während des Insolvenzverfahrens ausgehandelten Abmachungen seien die alten finanziellen Belastungen beseitigt worden, die die Firma so lange habe mit sich tragen müssen.

Zu Beginn des Insolvenzverfahrens hatte Witt rund 60 Mitarbeiter, aktuell sind es nach Angaben der Verantwortlichen etwa 55. Das überschaubare Minus sei nicht etwa wirtschaftlich bedingten Entlassungen geschuldet, sondern anderen Umständen. Bereits jetzt würden wieder Schlosser gesucht, im Sommer, so Jürgen Kattenbeck, sollen zudem zwei oder drei Auszubildende geholt werden. „Wir müssen einstellen“, ergänzt Ralf Otte. Die Auftragslage habe sich inzwischen so gut entwickelt, dass es allein mit Überstunden nicht mehr getan sei.

Das sind die Aufgaben der Zukunft. Beim Blick zurück spricht Klaus Seemann von „turbulenten und aufregenden Zeiten“, die er nicht noch einmal erleben wolle. Besonders kritisch war es offenbar in den Sommermonaten. Da sei die Auftragslage zusehends schlechter geworden, erzählen die drei Witt-Männer. Großes Glück sei es in dieser Phase gewesen, dass es viele langjährige Partner gebe, „die sehr stark zu uns gehalten haben“. Ganz weit vorne dabei Windmöller & Hölscher und dessen Tochterunternehmen Garant.

Als dann Ende September festgestanden habe, wie es weiter geht, habe sich die Lage schnell wieder gebessert. Sogar Neukunden habe man seitdem gewinnen können. Ziel sei es nun, „sukzessive zu wachsen“, kündigt Geschäftsführer Jürgen Kattenbeck an.

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