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Fr., 21.04.2017

Stadtwerke Münster in Lengerich aktiv Seriöse Haustürgeschäfte?

Auf dem Markt der Stromanbieter herrscht ein intensiver Wettbewerb.

Auf dem Markt der Stromanbieter herrscht ein intensiver Wettbewerb. Foto: dpa

Lengerich/Münster - 

Den Stromanbieter zu wechseln, ist inzwischen leicht möglich und für so manchen Verbraucher Alltag. Doch einen neuen Vertrag an der Haustür abschließen? Die Stadtwerke Münster versuchen derzeit auf diese Art in Lengerich neue Kunden zu gewinnen.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Der Anrufer, der sich in der Lokalredaktion meldet, ist eine in Lengerich ziemlich bekannte und sehr vertrauenswürdige Person. Insoweit besteht an seiner Glaubwürdigkeit kein Zweifel. Und als er von dem an der Haustür Erlebten erzählt, muss er selbst lachen. 800 Euro könne er im Monat an Stromkosten sparen, das habe der Mann erzählt, der geklingelt hatte. Unterwegs war die Person im Namen der Stadtwerke Münster. Der kommunale Energieversorger aus der nahen Großstadt bestätigt, dass derzeit in Lengerich und Umgebung um Kunden geworben wird. Dass das jedoch möglicherweise mit derlei Behauptungen passiert sei, sei natürlich nicht im Sinne des Unternehmens, sagt Sprecherin Daniela van der Pütten.

Möglicherweise war das mit den 800 Euro monatlich ja auch nur ein Versprecher. Fakt bleibt, dass die Stadtwerke Münster im Gebiet der Stadtwerke Lengerich (SWL) Haustürgeschäfte betreiben. Ingo Leufke, Leiter Vertrieb bei den SWL, berichtet, dass es bereits mehrere Kunden gegeben habe, die sich in der Sache gemeldet hätten. Über die Geschäftsgebaren der Konkurrenz aus der Domstadt will er sich zwar nicht dezidiert äußern. Aber er stellt einiges grundsätzlich fest: Es gebe einen „liberalisierten Strommarkt“ und einen entsprechenden Wettbewerb, das sei gut für die Kunden und „völlig in Ordnung“. Doch die Akteure auf diesem Markt sollten Regeln einhalten. Geschäfte an der Haustür – nicht nur die Stadtwerke Münster seien bereits aufgefallen – sind in dieser Hinsicht seiner Ansicht nach „grenzwertig“.

Konsequenz: Die SWL verzichten nach den Worten von Leufke auf derlei Maßnahmen zur Kundengewinnung. Und er fügt hinzu, dass sich die hiesigen Stadtwerke allein in der Region – also in Lengerich und den Nachbarkommunen – aktiv um neue Kunden bemühen.

Wenig verwunderlich, dass Daniela van der Pütten eine etwas andere Sicht auf die Dinge äußert. Sie hebt hervor, dass die Stadtwerke Münster die Werber, die auf Provisionsbasis arbeiten, „umfassend geschult“ auf Tour schickten. Seit 2011 werde bereits auf diese Weise Kundengewinnung betrieben, schwerpunktmäßig im Münsterland und offenbar mit einigem Erfolg. Beim Stromgeschäft habe man so eine „niedrige fünfstellige Zahl“ an Verträgen abgeschlossen.

Ob sie denn auch an der Haustür den Anbieter mit einer Unterschrift wechseln würde? Die Stadtwerkesprecherin antwortet: „Ja, wenn ich mich seriös informiert fühlen würde, würde ich es machen.“

SWL-Mann Leufke gibt hingegen den klaren Tipp: „Nichts an der Haustür unterschreiben und zumindest eine Nacht drüber schlafen, wenn ein Wechsel in Frage kommen sollte.“ Weiter meint er, dass kaum mit fundierter Information zu rechnen sei, wenn jemand auf Provisionsbasis arbeite. SWL-Kunden rät er zudem, sich bei den Stadtwerken zu melden, um die bestehenden Vertragsmodalitäten genau abzuklären. Empfehlenswert sei auch das Hinzuziehen der Verbraucherzentrale, die sei in jedem Fall neutral.

Und wer unterschrieben hat? „Der“, so Leufke, „hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht.“ Kollegin van der Pütten von den Stadtwerken Münster versichert, dass die Werber dazu angehalten würden, darauf an der Haustür hinzuweisen.

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