Sa., 09.01.2016

Weihnachtsgeschäft-Bilanz Nicht überall festliche Stimmung

Offenbar längst nicht alle Geschenke für das Weihnachtsfest kauften die Lengericher in den örtlichen Geschäften..

Offenbar längst nicht alle Geschenke für das Weihnachtsfest kauften die Lengericher in den örtlichen Geschäften.. Foto: dpa

Lengerich - 

Manche sind zufrieden, andere nicht. Das Weihnachtsgeschäft ist bei Lengerichs Einzelhändlern durchaus unterschiedlich verlaufen. Zu spüren ist die Konkurrenz durch das Internet.

Von Jendrik Peters

Zwei Wochen ist Weihnachten bereits vorüber, und in Lengerichs Innenstadt erinnert fast nur noch der große Tannenbaum auf dem Rathausplatz an das Fest. In den Geschäften, in denen die Wochen vor dem 24. Dezember und die Tage danach die wichtigsten des Jahres sind, ist wieder der Alltag eingekehrt. Zeit, um in Ruhe Bilanz zu ziehen. Die Westfälischen Nachrichten haben sich bei den Einzelhändlern in der Stadt umgehört.

„Es gibt durchaus noch Leute, die ihre Bücher im Laden vor Ort kaufen.“ Jutta Niemann vom „Bücherfreund“ zeigt sich zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft und freut sich, in Lengerich Fuß gefasst zu haben. Erst vor Kurzem hat sie ihren Mietvertrag bis Dezember 2017 verlängert und damit jene Gerüchte ausgeräumt, die den Laden in den Räumen des ehemaligen Weltbildes vor dem Aus sahen.

Doch nicht alle blicken wie sie mit positiven Gefühlen zurück. Iris Gottwald von der „Wühlmaus“ bezeichnet das Weihnachtsgeschäft als „sehr schlecht“ und führt dies nicht zuletzt auch auf den unglücklichen Standort am Ende der Fußgängerzone zurück. „Hier kommt doch niemand mehr hin“, lautet Gottwalds Einschätzung. Lediglich Gutscheine seien gut gelaufen, alles andere besorgen sich die Kunden wohl im Internet, vermutet die Geschäftsfrau.

Auch beim Traditionsgeschäft Oberhellmann ist die Konkurrenz durchs Internet ein Thema. Sabine Kattmann zeigt sich dennoch gerade mit der Woche vor Weihnachten zufrieden: „Dann ist bei uns immer sehr viel los.“ Besonders gut liefen ihren Worten zufolge die Bestseller von George Martin oder Jojo Moyes. Auch Dokumentationen wie beispielsweise über die Terrororganisation IS seien gut verkauft worden, ebenso Bücher über den 2015 verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt.

Die problematische Situation für den Einzelhandels in Lengerich analysiert auch Rainer Friss von „Sport Dierker“. „Selbst Klamotten werden mittlerweile im Internet gekauft.“ Die Leute würden ins Geschäft kommen, die Waren anprobieren und sie dann online bestellen. Das Weihnachtsgeschäft sei aber auch wohl wegen des nassen und unbeständigen Wetter eher schleppend gelaufen, glaubt er.

Während Rainer Friss aus dem Fenster auf den Rathausplatz schaut, wo der große Weihnachtsbaum allein auf weiter Flur zu sein scheint, wird er grundsätzlich. „Wir müssen unser Stadtbild überdenken und Lengerich attraktiver machen, um die Kunden in die Innenstadt und damit in die Geschäfte zu bekommen.“

Keinen Grund zu klagen, hat hingegen Doris Stenner vom Schmuckgeschäft Eickhold. „Die Wochen vor Weihnachten waren bei uns sehr gut“, berichtet sie und stellt fest, dass die Leute „vermehrt Markenware kaufen“. Im Trend sei sowohl vor als auch nach Weihnachten die Farbe Rosé gewesen. „Die Kunden wollen sich abheben von anderen, suchen ganz individuellen Schmuck.“

Gutscheine seien besonders in der Woche vor Heiligabend gut gelaufen. „Da kommen viele Männer, die noch ein Geschenk für ihre Frau brauchen“, erzählt Stenner mit einem Schmunzeln. Kurz nach dem Jahreswechsel habe das Geschäft bereits die Inventur hinter sich, nun gehe es um die Frühjahrsware. Vereinzelt kämen auch noch Leute, die ihre Weihnachtsgeschenke umtauschen wollen.

Hoch im Kurs standen bei den Lengericher zu Weihnachten offenbar auch Musicals und Konzerte. Karten dafür seien von mehr Menschen als in den vergangenen Jahren verschenkt worden, weiß Bärbel Peters vom Reisebüro am Rathausplatz. Komplette Reisen würden hingegen selten zum Fest verschenkt. „Da setzen die Kunden eher auf Gutscheine, damit sich die Beschenkten ihre Reise selbst aussuchen können.“ Eines sei ihr noch im Sommer aufgefallen: Da hätten viele einen Urlaub über die Feiertage gebucht.

Eine Erklärung für die fehlenden Käufer und niedrigen Weihnachte-Umsätze in manchen Lengericher Geschäften dürfte das indes nicht sein.

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